Eurozone: Kern- und Dienstleistungsinflation bleiben hartnäckig


16.07.24 09:45
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Gesamt-PMI in der Eurozone sank im Juni unerwartet von 52,2 auf 50,9 Punkte und verharrte somit gerade eben in der Expansionszone, so die Analysten von Postbank Research.

Mit einem Rücksetzer von 47,3 auf 45,8 Punkte habe die Industrie enttäuscht, während der PMI der Dienstleistungen moderat von 53,2 auf 52,8 zurückgefallen sei.

Die Inflationsrate sei im Juni leicht von 2,6 auf 2,5 Prozent gesunken, die Kerninflation habe jedoch bei 2,9 Prozent verharrt, anstatt wie erwartet leicht zu sinken. Auch die Dienstleistungsinflation bleibe mit 4,1 Prozent unangenehm hoch.

Die mangelnden Fortschritte bei der Bekämpfung der Kerninflation dürften die EZB davon abhalten, über eine unmittelbar folgende Zinssenkung im Juli überhaupt zu diskutieren. Im Rahmen des EZB-Symposiums in Sintra habe auch Präsidentin Christine Lagarde wiederholt betont, dass die EZB ihre Goldpolitik nur behutsam weiter lockern werde, um die Inflationsraten nachhaltig in Richtung der Marke von 2,0 Prozent zu drücken. Die EZB dürfte aber die zuletzt abschwächenden Daten insbesondere aus der Industrie mit ins Kalkül ziehen.

Die Zinsterminmärkte würden am 15. Juli einen Zinsschritt im September mit 85-prozentiger Wahrscheinlichkeit und für das Restjahr mit 48 b.p. rund zwei Zinssenkungen einpreisen. Die Rendite zehnjähriger Bunds sei auch als Reaktion auf die Frankreich-Wahl von rund 2,70 Prozent auf 2,34 Mitte Juni gefallen, dann aber wieder auf 2,65 Prozent zurück gestiegen. Auf Sicht von sechs Monaten könnte die Rendite etwas höher bei rund 2,75 Prozent liegen. (Ausgabe Zinsbulletin Juli 2024) (16.07.2024/alc/a/a)