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Eurozone: Kehrtwende der Geldpolitik-Einschätzung an den Swapmärkten


11.03.26 12:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Gesamt-PMI in der Eurozone stieg im Februar stärker als erwartet von 51,3 auf 51,9 Punkte, so Postbank Research.

Verantwortlich hierfür sei der Index der Industrie gewesen, der von 49,5 auf 50,8 Punkte gesprungen sei. Der PMI habe geringfügig von 51,6 auf 51,9 Punkte zugelegt. Auch für Deutschland habe sich ein ähnliches Bild ergeben, der Industrie-PMI sei von 49,1 auf 50,9 Punkte gestiegen.

Die Inflationsrate sei im Februar unerwartet von 1,7% auf 1,9% gestiegen, die Kernrate ebenso unerwartet von 2,2% auf 2,4%. Die Arbeitslosenquote sei im Januar von 6,2% auf ein Rekordtief von 6,1% gesunken.

Nachdem der EUR/USD-Kurs kurzzeitig die Marke von 1,20 überschritten habe, seien Stimmen laut geworden, dass die EZB bei einer anhaltenden EUR/USD-Stärke die Leitzinsen doch noch einmal senken könnte. An den Swapmärkten sei noch Ende Februar eine weitere Leitzinssenkung der EZB bis Jahresende mit 55% Wahrscheinlichkeit eingepreist worden. Aufgrund der Eskalation im Nahen Osten und der infolge des Ölpreisanstiegs drohenden Inflationsgefahren hätten die Swapmärkte ihre Meinung um 180 Grad gedreht. Am Morgen des 9. März seien in der Spitze zeitweise knapp 55 Basispunkte an Zinserhöhungen bis zum Jahresende eingepreist gewesen.

Die Renditen der zehnjährigen Bundesanleihen hätten von Ende Februar bis zum 9. März von 2,65% bis auf 2,93% zugelegt - die der zweijährigen noch kräftiger. Der Spread zwischen den Langläufern Frankreichs und Deutschlands habe sich erhöht. Auf Sicht von sechs Monaten (Ende September) sehe Postbank Research die Rendite noch etwas höher bei 3,0%. Der Aufwärtsdruck infolge der steigenden Staatsverschuldung könnte weltweit intakt bleiben. (Zinsbulletin März 2026) (11.03.2026/alc/a/a)