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Eurozone: Inflationsrate nähert sich Zielmarke der EZB
31.01.17 10:58
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In der Eurozone zeichnet sich ab, dass die Inflationsrate im Januar auf den höchsten Stand seit Anfang 2013 angezogen ist, berichten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
So dürfte die Jahresrate der Konsumentenpreise einen deutlichen Sprung nach oben gemacht haben. Hauptgrund für diese Entwicklung seien die Ölpreise, die im Monatsdurchschnitt um fast 80% über dem Vergleichsmonat aus dem Vorjahr gelegen hätten. Dadurch dürfte die Teuerung im Berichtsmonat von 1,1% auf 1,8% gg. Vj. gestiegen sein. Im Februar werde die Inflationsrate wohl sogar an der Zielmarke der EZB von "unter, aber nahe 2%" kratzen.
Das dürfte in der Öffentlichkeit die Diskussionen über den Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik beleben. Die Notenbank werde sich indes aller Voraussicht nach zunächst weiter wenig beeindruckt zeigen, bleibe die Kernrate im Jahresverlauf doch wahrscheinlich im Bereich der Marke von 1% stecken (Januar 2017e: 1,0%) und würden die Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten vor allem in der Peripherie der Eurozone nicht auf einen steigenden Lohn- und Preisdruck hindeuten.
Die Analysten würden daher davon ausgehen, dass die EZB vorerst nicht am Expansionsgrad der Geldpolitik drehen werde. In der 2. Jahreshälfte dürfte aber verstärkt darüber gesprochen werden, ob das Volumen der Anleihekäufe ab Januar 2018 weiter reduziert werden solle. Einen entsprechenden Beschluss würden die Analysten mit Blick auf die von ihnen unterstellten BIP-Zuwachsraten für das laufende Jahr (1. Quartal: 0,4%, 2.-4. Quartal: 0,3% gg. Vq.) im Schlussquartal 2017 für durchaus realistisch halten.
In Deutschland zeige sich der Arbeitsmarkt weiter in guter Verfassung. Saisonbedingt werde es im Januar zwar einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen geben. Um diesen Effekt bereinigt sollte aber eine Zunahme verhindert worden sein. Bei der saisonbereinigten Arbeitslosenquote würden die Analysten damit rechnen, dass der historische Tiefstand seit der Wiedervereinigung von 6,0% den vierten Monat in Folge Bestand habe. Insgesamt seien die Aussichten für die Verbraucher und den Konsum mit Blick auf die gute Lage am Arbeitsmarkt weiter günstig.
Das gelte auch für die USA, wo sich die Verbraucher gemäß der Umfrage des Conference Boards im Dezember so optimistisch gezeigt hätten wie zuletzt im Herbst 2001. Ein ähnliches Bild zeichne die entsprechende Erhebung der Universität Michigan. Dabei sei vor allem seit der Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA im November ein sehr positiver Stimmungsschub auszumachen gewesen.
Im aktuellen Berichtsmonat würden die Analysten indes mit einer Relativierung dieser Euphorie rechnen und einen Rückgang des Konsumentenvertrauens um gut zwei Indexpunkte auf 111,7 unterstellen. Damit würde immer noch ein solider Zuwachs für den Konsum in den USA angezeigt. Aber erst die kommenden Monate würden zeigen, ob die Vorschusslorbeeren für die neue Administration berechtigt seien und die Erwartungen der Haushalte erfüllt würden. Die Analysten würden hier eine gewisse Skepsis für angebracht halten.
Auch einige regionale Einkaufsmanagerindices hätten als Reaktion auf die Wahl Trumps zunächst angezogen und damit eine erhöhte Zuversicht in die Geschäftsperspektiven der Unternehmen dokumentiert. Das mit Hoffnungen an die neue Regierung verbundene Stimmungsbild dürfte sich zumindest noch bis in den Sommer hinein konstruktiv gestalten. Für den Chicago-PMI würden die Analysten im Januar mit einem moderaten Anstieg des Umfragesaldos von 53,9 auf 54,9 Indexpunkte rechnen. Hinsichtlich der Investitionsneigung der Unternehmen seien die Analysten daher verhalten optimistisch für 2017; die Impulse einer von Trump geplanten Steuerreform dürften sich aber wenn, dann primär wohl erst in 2018 bemerkbar machen. (31.01.2017/alc/a/a)
So dürfte die Jahresrate der Konsumentenpreise einen deutlichen Sprung nach oben gemacht haben. Hauptgrund für diese Entwicklung seien die Ölpreise, die im Monatsdurchschnitt um fast 80% über dem Vergleichsmonat aus dem Vorjahr gelegen hätten. Dadurch dürfte die Teuerung im Berichtsmonat von 1,1% auf 1,8% gg. Vj. gestiegen sein. Im Februar werde die Inflationsrate wohl sogar an der Zielmarke der EZB von "unter, aber nahe 2%" kratzen.
Das dürfte in der Öffentlichkeit die Diskussionen über den Zeitpunkt für einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik beleben. Die Notenbank werde sich indes aller Voraussicht nach zunächst weiter wenig beeindruckt zeigen, bleibe die Kernrate im Jahresverlauf doch wahrscheinlich im Bereich der Marke von 1% stecken (Januar 2017e: 1,0%) und würden die Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten vor allem in der Peripherie der Eurozone nicht auf einen steigenden Lohn- und Preisdruck hindeuten.
In Deutschland zeige sich der Arbeitsmarkt weiter in guter Verfassung. Saisonbedingt werde es im Januar zwar einen Anstieg der Arbeitslosenzahlen geben. Um diesen Effekt bereinigt sollte aber eine Zunahme verhindert worden sein. Bei der saisonbereinigten Arbeitslosenquote würden die Analysten damit rechnen, dass der historische Tiefstand seit der Wiedervereinigung von 6,0% den vierten Monat in Folge Bestand habe. Insgesamt seien die Aussichten für die Verbraucher und den Konsum mit Blick auf die gute Lage am Arbeitsmarkt weiter günstig.
Das gelte auch für die USA, wo sich die Verbraucher gemäß der Umfrage des Conference Boards im Dezember so optimistisch gezeigt hätten wie zuletzt im Herbst 2001. Ein ähnliches Bild zeichne die entsprechende Erhebung der Universität Michigan. Dabei sei vor allem seit der Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA im November ein sehr positiver Stimmungsschub auszumachen gewesen.
Im aktuellen Berichtsmonat würden die Analysten indes mit einer Relativierung dieser Euphorie rechnen und einen Rückgang des Konsumentenvertrauens um gut zwei Indexpunkte auf 111,7 unterstellen. Damit würde immer noch ein solider Zuwachs für den Konsum in den USA angezeigt. Aber erst die kommenden Monate würden zeigen, ob die Vorschusslorbeeren für die neue Administration berechtigt seien und die Erwartungen der Haushalte erfüllt würden. Die Analysten würden hier eine gewisse Skepsis für angebracht halten.
Auch einige regionale Einkaufsmanagerindices hätten als Reaktion auf die Wahl Trumps zunächst angezogen und damit eine erhöhte Zuversicht in die Geschäftsperspektiven der Unternehmen dokumentiert. Das mit Hoffnungen an die neue Regierung verbundene Stimmungsbild dürfte sich zumindest noch bis in den Sommer hinein konstruktiv gestalten. Für den Chicago-PMI würden die Analysten im Januar mit einem moderaten Anstieg des Umfragesaldos von 53,9 auf 54,9 Indexpunkte rechnen. Hinsichtlich der Investitionsneigung der Unternehmen seien die Analysten daher verhalten optimistisch für 2017; die Impulse einer von Trump geplanten Steuerreform dürften sich aber wenn, dann primär wohl erst in 2018 bemerkbar machen. (31.01.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 17.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


