Eurozone: Inflationsrate nähert sich der Null-Marke


16.10.14 10:01
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die EZB schaut mit Argusaugen auf die Entwicklung der Preisdaten in der Eurozone und sorgt sich um ein Szenario, bei dem die Inflationsrate über einen zu langen Zeitraum die Zielmarke der Notenbank von "nahe, aber unter 2%" deutlich unterschreitet, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die jüngsten Zahlen zum Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im gemeinsamen Währungsraum dürften die Geldpolitiker wenig begeistern. So habe die Schnellschätzung zum HVPI für September nur noch eine Jahresrate von 0,3% ausgewiesen. Das sei der niedrigste Stand seit Oktober 2009 gewesen. Vor gut fünf Jahren sei die Teuerung im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise erstmals in der Geschichte der EZB sogar zeitweilig in den negativen Bereich abgerutscht. Schon jetzt sei indes der Zeitraum, in dem die angeführte Zielmarke spürbar verfehlt werde, länger als im damaligen Konjunkturzyklus. Zuletzt seien auch die Inflationserwartungen - trotz der jüngsten EZB-Expansivmaßnahmen - wieder zurückgefallen, was die Sorgen der Währungshüter noch verstärken dürfte.

Da die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt davon ausgehen, dass die Jahresrate der Konsumentenpreise auch 2015 nicht über die Marke von 1% steigt, dürfte die EZB zum Anfang des kommenden Jahres auch den Kauf von Staatsanleihen umsetzen.

In den USA sollte sich der generelle Trend der Erholung in der Industrie im September fortgesetzt haben. Nach dem kleinen Monatsminus im August rechne man bei der Produktion für den aktuellen Berichtsmonat mit einem Plus von 0,3% gg. Vm. Die Kapazitätsauslastung dürfte dadurch von 78,8% auf 78,9% steigen. Auch in den kommenden Monaten sollten die Produktionsaktivitäten weiter zulegen, jedoch mit einer insgesamt geringen Dynamik. Darauf würden die regionalen Einkaufsmanagerindices deuten, wo nach dem Empire State- auch der Philly FED-Index im Oktober schwächer ausgefallen sein dürfte als noch im Vormonat. Dennoch sollte der Umfragesaldo weiter im positiven Bereich verbleiben (Prognose: 18,0 nach 22,5 Punkten) und damit ein Wachstum des Sektors im entsprechenden FED-Distrikt anzeigen.

Beim Hausmarktindex der National Association of Home Builders (NAHB) rechnen die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt mit Blick auf die zuletzt gestiegenen Umsätze bei den Hausverkäufen mit einer weiteren Befestigung des Stimmungsindikators. Vom Bausektor sollten im laufenden Quartal daher auch leicht positive Wachstumsimpulse für die US-Wirtschaft generiert werden. (16.10.2014/alc/a/a)