Eurozone: Inflationsdruck verhalten


29.05.19 09:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der monetäre Preisdruck in der Eurozone ist noch immer verhalten, so die Analysten der Helaba.

Darauf hätten die gestern veröffentlichten Geldmengenzahlen hingewiesen. Das Expansionsniveau für das Aggregat M3 sei zwar gestiegen, es liege aber mit 4,7% hinter früheren Niveaus zurück. Auch die Kreditvergabe weise keinen großen Anstieg auf. Heute werde Frankreich als erstes großes EWU-Land die vorläufigen Verbraucherpreise des laufenden Monats veröffentlichen - gefolgt von den spanischen Werten am Donnerstag und den Preiszahlen in Deutschland und Italien am Freitag. Im Vormonat sei der Inflationsdruck deutlich gestiegen, was nicht nur mit der Energiepreisentwicklung zu erklären sei.

Auch im Dienstleistungssektor sei es zu Anstiegen gekommen. Zudem habe der Ostertermin für Aufschläge gesorgt. Diese dürften im laufenden Monat wieder wegfallen. Insofern würden sich die Jahresteuerungsraten wohl zurückbilden und unter das EZB-Ziel von knapp zwei Prozent zurückfallen. Vor diesem Hintergrund stünden die Währungshüter mit Blick auf die EZB-Ratssitzung in der kommenden Woche nicht unter Druck, ihre Zinsguidance zu überdenken. Demnach würden die Leitzinsen mindestens bis Ende dieses Jahres auf ihrem derzeitigen Niveau bleiben.

In den USA werde der Richmond-FED-Index mit Interesse verfolgt. Die meisten regionalen FED-Umfragen hätten positiv überrascht. Sollte es auch in der Region Richmond zu einer Stimmungsverbesserung gekommen sein, zeichne sich für den nationalen ISM-Industrieindex (Veröffentlichung nächste Woche Montag) eine Festigung ab. Wenig Einfluss würden die Analysten vom BIP-Wachstum Q1 erwarten, denn es gebe kaum Revisionsbedarf gegenüber der vorab gemeldeten annualisierten Quartalswachstumsrate von 3,2%. (29.05.2019/alc/a/a)