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Eurozone: Inflationsdaten werden abermals im Fokus stehen
28.03.22 09:45
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Eurozone Inflationsdaten werden abermals im Fokus stehen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Mit einer Inflationsrate von 5,9% p.a. im Februar sei es so gut wie sicher, dass die 6%-Marke im März durchbrochen werde - die Analysten der RBI würden eine Gesamtinflation von 6,5% p.a. erwarten. Der Hauptgrund sei - wenig überraschend - der Anstieg der Energiepreise, die in den letzten neun Monaten einen wesentlichen Teil der Teuerung ausgemacht hätten. Vor allem die Treibstoffpreise seien im März auf Monatsbasis erheblich gestiegen. Auch die Futures-Preise für Weizen seien im März deutlich gestiegen, die Analysten der RBI würden jedoch davon ausgehen, dass sich die Verbraucherpreise nicht so schnell angepasst hätten. Bei den Güterpreisen seien die Monate März und September traditionell mit hohen Anstiegen verbunden. Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass sich die Kerninflation von 2,7% p.a. im Februar auf 3,3% im März erhöhen werde, auch aufgrund von Basiseffekten. Alle beschriebenen Schocks würden sich nachhaltig auf die Inflation im Jahresvergleich auswirken und die Analysten der RBI würden nicht damit rechnen, dass die Inflationsrate vor dem vierten Quartal 2022 unter 6% fallen werde.
Mit Spannung seien am 24. und 25. März in der Eurozone die ersten Stimmungsindikatoren seit Kriegsbeginn abseits der sehr kapitalmarktgetriebenen Sentix- und ZEW-Indices erwartet worden. Die Kurzversion: Wenig Licht und umso mehr Schatten. So hätten sich die vorläufigen März-PMIs für Frankreich, Deutschland und die Eurozone zumeist besser halten können als vom Konsens erwartet. Während angesichts des weiterhin vorherrschenden Rebound-Effekts nach den Lockerungen eine gewisse Resilienz des Dienstleistungssektors trotz der Umstände naheliegend gewesen sei, seien die nur leichten Rückgänge der PMI-Industrieumfragen doch etwas überraschend. Auch der Konsens habe mehr (stärkere Rückgänge) erwartet.
Damit aber schon genug der positiven Überraschungen und zu den Schattenseiten der bisherigen März-Umfragen - und die würden gleich bei den eben genannten PMIs beginnen. Denn wie seit Beginn der Lieferkettenthematik üblich sei der Blick unter die Oberfläche des Gesamtindex aufschlussreicher. Und so zeige sich, dass nach mehreren Monaten der partiellen Entspannung der Lieferzeitenproblematik im März wieder eine deutliche dahingehende Verschärfung zu beobachten gewesen sei. Auch die Kostenthematik in der europäischen Industrie habe sich im März abermals verschärft. Nach mehreren Monaten, in denen gemäß Umfragen die Verkaufspreise eine etwas stärkere Dynamik an den Tag gelegt hätten als die Inputpreise (z.B. Energie) und sich die Margenerosion der Industrieunternehmen folglich verlangsamt habe, habe im März neuerlicher Druck auf die Gewinnspannen eingesetzt. Denn der Anteil der Unternehmen, die über steigende Inputpreise berichtet hätten, sei stärker angestiegen als der Anteil jener Unternehmen, die Preiserhöhungen auf der (End-)Kundenseite hätten durchsetzen können.
Eine echte negative Überraschung sei neben dem Einbruch des Euro-Konsumentenvertrauens im März (veröffentlicht am 24. März) der ifo-Index vom 25. März gewesen. Denn die Erwartungen seien quasi ins Bodenlose gefallen - der Rückgang von gut 13 Punkten sei sogar ausgeprägter als im März 2020 gewesen (wobei der "Lockdown-Schock" damals auf den März und April aufgeteilt gewesen sei)! Die Einschätzung der aktuellen Lage habe sich dagegen kaum verschlechtert (-1,6 Punkte). Die Geschäfte sind bis zuletzt also noch gut gelaufen, jedoch scheinen die besonders stark von der weltweiten Nachfrage und globalen Lieferketten abhängigen deutschen Unternehmen angesichts der vielen Risiken und Unwägbarkeiten wie das Kaninchen vor der Schlange zu sitzen, so die Analysten der RBI.
Auf den skizzierten ersten Eindruck des Stimmungsbildes nach Kriegsbeginn folge diese Woche eine Vielzahl weiterer Sentimentindikatoren. Hervorzuheben seien die Umfrageergebnisse der EU-Kommission (Mittwoch) sowie weitere PMI-Länderergebnisse (Freitag). Wie auch sonst so oft dürfte auch diesmal der erste Eindruck kein falscher gewesen sein.
Der US-Konjunkturzyklus bleibe stark, zumindest würden die jüngsten Flash-PMIs für März darauf hindeuten. Sorgen um Spillovers vom Krieg in der Ukraine seien durch Corona-Lockerung mehr als ausgeglichen worden, sodass sowohl der PMI für das Verarbeitende Gewerbe (58,5) als auch jener für den Dienstleistungssektor (58,9) gestiegen seien. Aber auch der anhaltende Preisdruck und die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt würden sich in den Stimmungsindikatoren widerspiegeln.
Diese Woche würden wichtige US-Daten veröffentlicht, wobei die PCE-Inflation und der monatliche Beschäftigungsbericht zu den Höhepunkten zählen würden. Die PCE-Kerninflation, der wichtigste Inflationsindikator für die FED, dürfte im Februar auf 5,5% p.a. steigen, gegenüber 5,2% im Januar.
Der Arbeitsmarktbericht sollte von Corona-Lockerungen profitieren. Bereits in den letzten Monaten seien sehr starke Beschäftigungszuwächse zu verzeichnen gewesen, wobei der 3-Monats-Durchschnitt zuletzt bei 582.000 gelegen habe, sodass eine leichte Abschwächung nicht beunruhigend wäre. Insbesondere werde man aber den Lohndaten genaue Aufmerksamkeit schenken. Im Februar hätten die durchschnittlichen Stundenlöhne (0% p.m.) stagniert, sodass das Lohnwachstum im Jahresvergleich 5,1% betragen habe, nach 5,7% im Januar. Eine Abflachung des Lohnwachstums würde von der FED, die sich zunehmend Sorgen über den Inflationsdruck und Zweitrundeneffekte mache, sicherlich begrüßt werden.
Dass die FED ihre Glaubwürdigkeit als Inflationshüterin erneuern wolle, sei auch durch eine viel beachtete Rede des FED-Vorsitzenden Powell Anfang der letzten Woche unterstrichen worden. Die Kernaussage: "Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass es angemessen ist, den Leitzins auf einer oder mehreren Sitzungen um mehr als 25 Basispunkte anzuheben, werden wir dies tun". Der Markt habe schnell reagiert und rechne nun mit einer Anhebung um 50 Basispunkte auf der Zinssitzung Anfang Mai. Diesmal habe auch das lange Ende der Treasury-Kurve reagiert, was die 10-jährigen Treasury-Renditen um fast 20 Basispunkte nach oben gehievt habe. Die deutsche Bunde-Kurve habe dem Aufwärtsdruck nicht abwehren können, sodass die 10-jährige Bund-Rendite zum ersten Mal seit 2018 über 0,5% gestiegen sei. Die Analysten der RBI hätten diese Marktbewegung zum Anlass genommen, um ihre Empfehlung für die mittel- bis langfristigen Laufzeiten der Bund-Kurve von "Verkauf" auf "Halten" zu ändern.
Wie erwartet habe die schweizerische Nationalbank (SNB) im Meeting vom 24. März zur geldpolitischen Lagebeurteilung sowohl den Leitzins (-0,75%) als auch ihre Einschätzung zum Schweizer Franken (hoch bewertet) unverändert belassen. Die Inflationsprognose sei vor allem für dieses Jahr stark angehoben worden und liege nun knapp außerhalb des Zielbandes der SNB (0% bis 2%). Das bedeute noch nicht, dass die SNB in naher Zukunft den Leitzins erhöhen werde, die Wahrscheinlichkeit dafür sei aber deutlich gestiegen. Vieles hänge von der künftigen Entwicklung in der Ukraine, den Rohstoffpreisen und einer möglichen Verschärfung der Lieferkettenprobleme ab. Zurzeit wirke der starke Franken wie ein Schutzschild für die heimische Inflation, da er den hohen Importpreisen entgegenwirke. Der bereits gestartete Zinserhöhungszyklus in den USA sowie die deutlich hawkishere Ausrichtung der EZB würden jedoch für Gegenwind sorgen. Vor einem Jahr hätte man dies noch gerne in Kauf genommen, doch im derzeitigen Umfeld stelle ein schwächerer Franken ein Risiko für die Preisstabilität in der Schweiz dar. Gegenwärtig würden die Analysten der RBI erwarten, dass die SNB die Zinsen im Gleichschritt mit der EZB anheben werde und somit das Zinsdifferential unverändert bleibe. Je nachdem wie stark sich der Inflationsdruck entwickele, würden die Analysten der RBI aber auch frühere Schritte nicht ausschließen. (Ausgabe vom 25.03.2022) (28.03.2022/alc/a/a)
Mit einer Inflationsrate von 5,9% p.a. im Februar sei es so gut wie sicher, dass die 6%-Marke im März durchbrochen werde - die Analysten der RBI würden eine Gesamtinflation von 6,5% p.a. erwarten. Der Hauptgrund sei - wenig überraschend - der Anstieg der Energiepreise, die in den letzten neun Monaten einen wesentlichen Teil der Teuerung ausgemacht hätten. Vor allem die Treibstoffpreise seien im März auf Monatsbasis erheblich gestiegen. Auch die Futures-Preise für Weizen seien im März deutlich gestiegen, die Analysten der RBI würden jedoch davon ausgehen, dass sich die Verbraucherpreise nicht so schnell angepasst hätten. Bei den Güterpreisen seien die Monate März und September traditionell mit hohen Anstiegen verbunden. Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass sich die Kerninflation von 2,7% p.a. im Februar auf 3,3% im März erhöhen werde, auch aufgrund von Basiseffekten. Alle beschriebenen Schocks würden sich nachhaltig auf die Inflation im Jahresvergleich auswirken und die Analysten der RBI würden nicht damit rechnen, dass die Inflationsrate vor dem vierten Quartal 2022 unter 6% fallen werde.
Mit Spannung seien am 24. und 25. März in der Eurozone die ersten Stimmungsindikatoren seit Kriegsbeginn abseits der sehr kapitalmarktgetriebenen Sentix- und ZEW-Indices erwartet worden. Die Kurzversion: Wenig Licht und umso mehr Schatten. So hätten sich die vorläufigen März-PMIs für Frankreich, Deutschland und die Eurozone zumeist besser halten können als vom Konsens erwartet. Während angesichts des weiterhin vorherrschenden Rebound-Effekts nach den Lockerungen eine gewisse Resilienz des Dienstleistungssektors trotz der Umstände naheliegend gewesen sei, seien die nur leichten Rückgänge der PMI-Industrieumfragen doch etwas überraschend. Auch der Konsens habe mehr (stärkere Rückgänge) erwartet.
Damit aber schon genug der positiven Überraschungen und zu den Schattenseiten der bisherigen März-Umfragen - und die würden gleich bei den eben genannten PMIs beginnen. Denn wie seit Beginn der Lieferkettenthematik üblich sei der Blick unter die Oberfläche des Gesamtindex aufschlussreicher. Und so zeige sich, dass nach mehreren Monaten der partiellen Entspannung der Lieferzeitenproblematik im März wieder eine deutliche dahingehende Verschärfung zu beobachten gewesen sei. Auch die Kostenthematik in der europäischen Industrie habe sich im März abermals verschärft. Nach mehreren Monaten, in denen gemäß Umfragen die Verkaufspreise eine etwas stärkere Dynamik an den Tag gelegt hätten als die Inputpreise (z.B. Energie) und sich die Margenerosion der Industrieunternehmen folglich verlangsamt habe, habe im März neuerlicher Druck auf die Gewinnspannen eingesetzt. Denn der Anteil der Unternehmen, die über steigende Inputpreise berichtet hätten, sei stärker angestiegen als der Anteil jener Unternehmen, die Preiserhöhungen auf der (End-)Kundenseite hätten durchsetzen können.
Eine echte negative Überraschung sei neben dem Einbruch des Euro-Konsumentenvertrauens im März (veröffentlicht am 24. März) der ifo-Index vom 25. März gewesen. Denn die Erwartungen seien quasi ins Bodenlose gefallen - der Rückgang von gut 13 Punkten sei sogar ausgeprägter als im März 2020 gewesen (wobei der "Lockdown-Schock" damals auf den März und April aufgeteilt gewesen sei)! Die Einschätzung der aktuellen Lage habe sich dagegen kaum verschlechtert (-1,6 Punkte). Die Geschäfte sind bis zuletzt also noch gut gelaufen, jedoch scheinen die besonders stark von der weltweiten Nachfrage und globalen Lieferketten abhängigen deutschen Unternehmen angesichts der vielen Risiken und Unwägbarkeiten wie das Kaninchen vor der Schlange zu sitzen, so die Analysten der RBI.
Der US-Konjunkturzyklus bleibe stark, zumindest würden die jüngsten Flash-PMIs für März darauf hindeuten. Sorgen um Spillovers vom Krieg in der Ukraine seien durch Corona-Lockerung mehr als ausgeglichen worden, sodass sowohl der PMI für das Verarbeitende Gewerbe (58,5) als auch jener für den Dienstleistungssektor (58,9) gestiegen seien. Aber auch der anhaltende Preisdruck und die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt würden sich in den Stimmungsindikatoren widerspiegeln.
Diese Woche würden wichtige US-Daten veröffentlicht, wobei die PCE-Inflation und der monatliche Beschäftigungsbericht zu den Höhepunkten zählen würden. Die PCE-Kerninflation, der wichtigste Inflationsindikator für die FED, dürfte im Februar auf 5,5% p.a. steigen, gegenüber 5,2% im Januar.
Der Arbeitsmarktbericht sollte von Corona-Lockerungen profitieren. Bereits in den letzten Monaten seien sehr starke Beschäftigungszuwächse zu verzeichnen gewesen, wobei der 3-Monats-Durchschnitt zuletzt bei 582.000 gelegen habe, sodass eine leichte Abschwächung nicht beunruhigend wäre. Insbesondere werde man aber den Lohndaten genaue Aufmerksamkeit schenken. Im Februar hätten die durchschnittlichen Stundenlöhne (0% p.m.) stagniert, sodass das Lohnwachstum im Jahresvergleich 5,1% betragen habe, nach 5,7% im Januar. Eine Abflachung des Lohnwachstums würde von der FED, die sich zunehmend Sorgen über den Inflationsdruck und Zweitrundeneffekte mache, sicherlich begrüßt werden.
Dass die FED ihre Glaubwürdigkeit als Inflationshüterin erneuern wolle, sei auch durch eine viel beachtete Rede des FED-Vorsitzenden Powell Anfang der letzten Woche unterstrichen worden. Die Kernaussage: "Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass es angemessen ist, den Leitzins auf einer oder mehreren Sitzungen um mehr als 25 Basispunkte anzuheben, werden wir dies tun". Der Markt habe schnell reagiert und rechne nun mit einer Anhebung um 50 Basispunkte auf der Zinssitzung Anfang Mai. Diesmal habe auch das lange Ende der Treasury-Kurve reagiert, was die 10-jährigen Treasury-Renditen um fast 20 Basispunkte nach oben gehievt habe. Die deutsche Bunde-Kurve habe dem Aufwärtsdruck nicht abwehren können, sodass die 10-jährige Bund-Rendite zum ersten Mal seit 2018 über 0,5% gestiegen sei. Die Analysten der RBI hätten diese Marktbewegung zum Anlass genommen, um ihre Empfehlung für die mittel- bis langfristigen Laufzeiten der Bund-Kurve von "Verkauf" auf "Halten" zu ändern.
Wie erwartet habe die schweizerische Nationalbank (SNB) im Meeting vom 24. März zur geldpolitischen Lagebeurteilung sowohl den Leitzins (-0,75%) als auch ihre Einschätzung zum Schweizer Franken (hoch bewertet) unverändert belassen. Die Inflationsprognose sei vor allem für dieses Jahr stark angehoben worden und liege nun knapp außerhalb des Zielbandes der SNB (0% bis 2%). Das bedeute noch nicht, dass die SNB in naher Zukunft den Leitzins erhöhen werde, die Wahrscheinlichkeit dafür sei aber deutlich gestiegen. Vieles hänge von der künftigen Entwicklung in der Ukraine, den Rohstoffpreisen und einer möglichen Verschärfung der Lieferkettenprobleme ab. Zurzeit wirke der starke Franken wie ein Schutzschild für die heimische Inflation, da er den hohen Importpreisen entgegenwirke. Der bereits gestartete Zinserhöhungszyklus in den USA sowie die deutlich hawkishere Ausrichtung der EZB würden jedoch für Gegenwind sorgen. Vor einem Jahr hätte man dies noch gerne in Kauf genommen, doch im derzeitigen Umfeld stelle ein schwächerer Franken ein Risiko für die Preisstabilität in der Schweiz dar. Gegenwärtig würden die Analysten der RBI erwarten, dass die SNB die Zinsen im Gleichschritt mit der EZB anheben werde und somit das Zinsdifferential unverändert bleibe. Je nachdem wie stark sich der Inflationsdruck entwickele, würden die Analysten der RBI aber auch frühere Schritte nicht ausschließen. (Ausgabe vom 25.03.2022) (28.03.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


