Eurozone: Inflationsdaten für August im Fokus


23.08.21 08:50
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Mit viel Spannung wird in der Eurozone den Inflationsdaten für August entgegengeblickt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Die jährliche Veränderung der Verbraucherpreise sei zuletzt von 1,9% auf 2,2% gestiegen. Den größten Beitrag zu diesem Anstieg hätten die Energiepreise geleistet, die Teuerung ex Energie und Lebensmittel (Kernrate) habe sich von 0,9% p.a. auf 0,7% p.a. reduziert. Ein gewisser Anstieg der Gesamtrate sei aufgrund des hohen Rohölpreises erwartet worden, der Preisanstieg bei Gas sei jedoch unerwartet stark gewesen.

Die Preisentwicklung der meisten Waren habe im Juli mehr oder weniger dem traditionellen saisonalen Muster entsprochen, das vor der Pandemie zu beobachten gewesen sei. Bei einigen Artikeln sei jedoch ein gewisser - mit der Pandemiesituation verbundener Preisanstieg zu beobachten gewesen (Kraftfahrzeuge, Möbel sowie Restaurants und Hotels). Zum jetzigen Zeitpunkt könne noch nicht abschließend beurteilt werden, ob der erhöhte monatliche Anstieg bei diesen Warengruppen im Juli auch in den folgenden Monaten anhalten werde.

So oder so, im August sei jedenfalls ein Emporschießen der Inflationsrate zu erwarten. Hauptverantwortlich dafür sei ein starker Basiseffekt in Frankreich, Italien und den Niederlanden. In diesen Ländern seien im Vorjahr die üblichen Preissenkungen im Sommerschlussverkauf zum Teil erst im August angesetzt worden. Dieses Jahr sei der Beginn des Abverkaufs zur Gänze wieder im Juli erfolgt. Anders als im Vorjahr würden also die Preise von Saisonwaren diesen August nicht mehr gesenkt und so schieße die Preisveränderungsrate im Jahresvergleich nach oben. Die Kernrate dürfte vor allem aufgrund dieses Basiseffekts auf 1,6% p.a. ansteigen.

Die Teuerung bei Energiegütern sollte mit einem Anstieg bei Kraftstoffen auf hohem Niveau verharren. Die Lebensmittelpreise dürften keine Überraschungen bringen. Die jährliche Dynamik werde aktuell durch die veränderte saisonale Dynamik von Gemüse beeinflusst. Für die Gesamtrate würden die Analysten eine Inflationsrate von 2,8% gegenüber dem Vorjahr erwarten (+0,2% gegenüber dem Vormonat). Das hohe Niveau der Gesamt- und Kerninflation dürfte bis zum Ende des Jahres anhalten. Der Jahresdurchschnitt könnte somit 2,0% für die Gesamtinflation und 1,4% für die Kerninflation erreichen. (Ausgabe vom 20.08.2021) (23.08.2021/alc/a/a)