Eurozone: Inflation erneut im Fokus


29.04.25 09:00
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Zu den wichtigsten Daten der Eurozone in dieser Woche dürfte die Verbraucherpreisinflation für April am Freitag zählen, so die Analysten von Postbank Research.

Vor dem Hintergrund der Handelsturbulenzen sei die Inflation im März von 2,3% auf 2,2% ggü. Vorjahr zurückgegangen. Die günstige Entwicklung sei nicht nur auf niedrigere Energiepreise, sondern auch auf eine deutlich sinkende Inflation bei den Dienstleistungen zurückzuführen gewesen. Die Kerninflation sei von 2,6% ggü. Vorjahr im Februar auf 2,4% im März gesunken. Die Unsicherheit über den kurzfristigen Inflationsausblick bleibe jedoch angesichts der laufenden Diskussionen um die Zölle sehr hoch. Morgen werde das Verbrauchervertrauen in der Eurozone veröffentlicht, nachdem es in der ersten Schätzung aufgrund der Auswirkungen der Ankündigungen am "Liberation Day" zurückgegangen sei. Am Mittwoch würden wir die erste Schätzung des BIP der Eurozone für Q1 erhalten. Das vergangene Jahr habe mit einem schwachen Ergebnis geendet: Nach einigen Quartalen mit moderatem Wachstum habe das BIP im vierten Quartal stagniert. Die Unsicherheit im Zusammenhang mit den US-Zöllen könnte im ersten Quartal auf den Unternehmensinvestitionen gelastet haben, aber die Exporte könnten von stärkerer Nachfrage im Vorfeld des "Liberation Day" profitiert haben. Obwohl die EZB ihre Geldpolitik weiter gelockert habe und die Einkaufsmanagerindices in den ersten drei Monaten des Jahres 2025 leicht gestiegen seien, sei eine unmittelbare Belebung des Wachstums unwahrscheinlich.

Fazit: In der April-Sitzung habe die EZB die Zinsen angesichts des disinflationären Trends und der Wachstumssorgen gesenkt. In dieser Woche dürften Inflationsdaten im Fokus stehen. (Perspektiven Week up front von 28.04.2025) (29.04.2025/alc/a/a)