Eurozone: Inflation auf Tauchstation


03.04.17 08:50
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Nachdem zuvor schon die Inflationsdaten aus einzelnen Ländern der Eurozone (insbesondere Deutschland und Spanien) im März mit überraschend niedrigen Werten aufwarten konnten, begab sich auch die Inflationsrate für die gesamte Eurozone auf Tauchstation und sackte von 2,0% im Februar auf 1,5% im März ab, berichten die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Die Jahresrate dürfte zwar im April - bedingt durch Ostern - wieder etwas höher liegen, das zyklische Jahreshoch dürfte aber bereits wieder hinter uns liegen, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Die Jahresrate der Energiekomponente habe sich auf 7,3% ermäßigt (Februar: 9,3%) und diejenige der unverarbeiteten Lebensmittel auf 3,0% (Februar: 5,3%). Beachtenswert sei, dass die Kerninflationsrate (d. h. der Gesamtindex ohne Energie und unverarbeitete Lebensmittel) sich von 0,9% im Februar auf 0,7% ermäßigt habe, das niedrigste Niveau seit April 2016.

Der deutsche Arbeitsmarkt laufe und laufe. Die Erwerbstätigkeit habe im Februar im Jahresvergleich um 1,4% expandiert. Die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl habe sich im März um 30.000 Personen auf 2,556 Mio. ermäßigt. Ihr Vorjahresniveau habe die Arbeitslosenzahl um 171.000 unterschritten. Die Frühjahresbelebung falle stärker aus als üblich. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote habe mit 5,8% auf ein neues Rekordtief seit der deutschen Wiedervereinigung nachgegeben. All dies unterstreiche, dass weiterhin positive Impulse für die deutsche Konjunktur vom privaten Verbrauch ausgehen würden.

Der FED-Chef des Distriktes New York, William Dudley, habe betont, er könne sich ein Rückführung der hohen Bilanzsumme der FED noch im Verlauf dieses Jahres oder in 2018 vorstellen. Einerseits habe er unterstrichen, die Wirtschaft laufe derzeit nicht heiß und man müsse sich daher nicht mit Leitzinserhöhungen beeilen. Anderseits seien mehre Zinserhöhungsschritte für ihn im weiteren Verlauf von 2017 vernünftig. Aus all dem lasse sich wohl nur ableiten, dass keine stetige Straffung der US-Geldpolitik in diesem Jahr auf jeder FOMC-Sitzung auf der Agenda stehe. Vielmehr zeichne sich ein anhaltender Prozess der allmählichen Straffung der geldpolitischen Zügel ab. (03.04.2017/alc/a/a)