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Eurozone: Hohe Inflation sollte 2022 sinken, aber EZB-Ziel verfehlen
02.12.21 09:30
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Das BIP der Eurozone wird im kommenden Jahr mit einer Rate von 4,4% ähnlich stark expandieren wie 2021 (4,9%), so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Das relativ robuste Wachstum, das die Analysten für 2022 erwarten würden, sei vor allem auf die positive Entwicklung in Frankreich, Italien und Spanien zurückzuführen. Dort habe die relativ hohe Impfquote zuletzt ein hohes Wirtschaftswachstum ermöglicht. Deutschland werde zwar stärker wachsen als 2021, bleibe aber unter dem Durchschnitt der Eurozone. Vor allem in Q1 2022 dürfte sich Deutschland als Bremsklotz erweisen, danach jedoch einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum der Eurozone beitragen.
Die Inflation werde im kommenden Jahr sinken, aber das Inflationsziel der EZB dürfte deutlich verfehlt werden. In den beiden Schlussmonaten des Jahres werde die Teuerungsrate vermutlich von 4,1% im Oktober auf 4,5% steigen. Deutschland dürfte fast die Hälfte zu dieser hohen Inflation beitragen. Von den Sektoren her sei es vor allem der Energiesektor, der zu der hohen Inflation beigetragen habe. Damit stünden die Vorzeichen gut, dass es 2022 zu einem Rückgang der Inflation komme, denn in Deutschland falle der Sondereffekt der temporären Mehrwertsteueranpassung weg und der Ölpreis werde vermutlich nicht weiter steigen (abnehmender Basiseffekt).
Im Hinblick auf die Inflation werde es spannend sein, wie die Lohnverhandlungen in den einzelnen Ländern und Branchen ausgehen würden. In Deutschland etwa werde im März der Tarifvertrag für die Chemieindustrie auslaufen (581.000 Beschäftigte), im September würden die Vereinbarungen der Metall- und Elektroindustrie (3,8 Mio. Beschäftigte) enden und im Dezember müsse der Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (2,7 Mio. Beschäftigte) neu ausgehandelt sein. Entsprechende Inflationseffekte würden sich von dieser Seite also überwiegend in 2023 niederschlagen. Ein stärkerer Effekt sei 2022 durch die voraussichtliche Anhebung des Mindestlohns um 25% auf 12 Euro zu erwarten. Derzeit würden rund 10 Mio. Menschen in Deutschland weniger als 12 Euro pro Stunde verdienen.
Die weiterhin ungewöhnlich niedrigen Renditen würden in den kommenden Monaten voraussichtlich steigen und die zehnjährigen Bunds über die 0%-Grenze hieven. Denn die EZB werde ihr PEPP-Anleiheankaufprogramm im März voraussichtlich beenden und die zwar sinkende, aber wahrscheinlich hartnäckig über dem Inflationsziel verharrende Inflation dürfte die Attraktivität von Bundesanleihen schmälern. (Ausgabe Dezember 2021) (02.12.2021/alc/a/a)
Das relativ robuste Wachstum, das die Analysten für 2022 erwarten würden, sei vor allem auf die positive Entwicklung in Frankreich, Italien und Spanien zurückzuführen. Dort habe die relativ hohe Impfquote zuletzt ein hohes Wirtschaftswachstum ermöglicht. Deutschland werde zwar stärker wachsen als 2021, bleibe aber unter dem Durchschnitt der Eurozone. Vor allem in Q1 2022 dürfte sich Deutschland als Bremsklotz erweisen, danach jedoch einen positiven Beitrag zum Wirtschaftswachstum der Eurozone beitragen.
Im Hinblick auf die Inflation werde es spannend sein, wie die Lohnverhandlungen in den einzelnen Ländern und Branchen ausgehen würden. In Deutschland etwa werde im März der Tarifvertrag für die Chemieindustrie auslaufen (581.000 Beschäftigte), im September würden die Vereinbarungen der Metall- und Elektroindustrie (3,8 Mio. Beschäftigte) enden und im Dezember müsse der Tarifvertrag im öffentlichen Dienst (2,7 Mio. Beschäftigte) neu ausgehandelt sein. Entsprechende Inflationseffekte würden sich von dieser Seite also überwiegend in 2023 niederschlagen. Ein stärkerer Effekt sei 2022 durch die voraussichtliche Anhebung des Mindestlohns um 25% auf 12 Euro zu erwarten. Derzeit würden rund 10 Mio. Menschen in Deutschland weniger als 12 Euro pro Stunde verdienen.
Die weiterhin ungewöhnlich niedrigen Renditen würden in den kommenden Monaten voraussichtlich steigen und die zehnjährigen Bunds über die 0%-Grenze hieven. Denn die EZB werde ihr PEPP-Anleiheankaufprogramm im März voraussichtlich beenden und die zwar sinkende, aber wahrscheinlich hartnäckig über dem Inflationsziel verharrende Inflation dürfte die Attraktivität von Bundesanleihen schmälern. (Ausgabe Dezember 2021) (02.12.2021/alc/a/a)
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