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Eurozone: Hawkishe Aussagen dominieren


16.12.22 15:00
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die gestrige EZB-Pressekonferenz und die Haltung von Christine Lagarde überraschten die Märkte, die nicht erwartet hatten, dass die EZB, die bisher konservativ agierte und im Vergleich zur FED im Wesentlichen dovish war, zu radikalen Entscheidungen bereit sein würde, um die Inflation zu zähmen, so die Experten von XTB.

Darüber hinaus hätten sich einige EZB-Mitglieder gestern für eine Anhebung um 75 Basispunkte gegenüber den erwarteten 50 Basispunkten ausgesprochen, doch die Bank habe sich schließlich für 50 Basispunkte entschieden.

Neue Kommentare seien heute von Mitgliedern der Bundesbank und der EZB gekommen.

Bundesbank:

- Die Bundesbank habe ihre Inflationsprognose für Deutschland für 2023 deutlich von 4,5% auf 7,2% und für 2024 von 2,6% auf 4,1% angehoben.

- Inflation im Jahr 2025 bei 2,8% und BIP-Wachstum im Jahr 2024 bei 1,7% (vs. 1,8% vorherige Prognose) und 1,4% im Jahr 2025.

- Die deutsche Wirtschaft werde 2023 um 0,5% schrumpfen, gegenüber einer Prognose vom Juni von 2,4% Wachstum.

- Deutschland rechne 2023 mit einer Rezession, aber die Abschwächung werde nicht gravierend sein.

- Es werde nicht mit einer Gasverknappung gerechnet, aber es werde erwartet, dass das Einkommen und der Verbrauch der privaten Haushalte bis Mitte 2023 sinken würden.

EZB-Mitglied Villeroy:

- Die Markterwartungen für die Zinssätze seien im November zu weit gesunken.

- Die EZB werde wahrscheinlich das Tempo der quantitativen Anhebung ab Juli erhöhen und sei bereit, die Zinssätze so weit wie nötig anzuheben.

- Die Wirtschaft der Eurozone werde eine harte Landung vermeiden. Villeroy habe die Entschlossenheit betont, die Inflation bis Ende 2024/Ende 2025 auf etwa 2% zu bringen.

EZB-Mitglied Müller:

- Die Zinsen würden wahrscheinlich stärker steigen als von den Märkten erwartet und müssten weiter angehoben werden.

EZB-Mitglied Holzmann:

- Die EZB werde tief in den restriktiven Bereich vordringen, wenn es nötig sei.

EZB-Mitglied Rehn:

- Die Zinssätze müssten noch deutlich steigen. Anhebungen um 50 Basispunkte seien im Februar und März wahrscheinlich.

- Rehn sei nicht davon überzeugt, dass die Märkte den endgültigen Zinssatz gut eingepreist hätten.

Goldman Sachs:

- Die EZB werde die Zinsen im Februar und März um 50 Basispunkte anheben, Goldman sehe eine Chance für 25 Basispunkte im Mai. Nach Ansicht der Analysten der Bank werde der endgültige Zinssatz im Mai bei 3,25% liegen. (16.12.2022/alc/a/a)