Eurozone: Erwartungen an die Inflation gesunken


28.01.19 12:00
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit Blick auf den Datenkalender könnte es heute zwar noch mal ruhiger werden, der Rest der Woche ist allerdings vollgepackt, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Den Start mache um 15:00 Uhr Mario Draghi mit seiner Rede vor dem Europäischen Parlament, bevor sich am Mittwoch die US-Zentralbank zu ihrer Geldpolitik äußere. Gleichzeitig finde sich am Mittwoch der chinesische Vize-Präsident Liu He zu Handelsgesprächen in Washington ein, während aus Frankreich BIP-Wachstums- und aus Deutschland Inflationszahlen kämen. Zahlen zur Preisentwicklung in den USA kämen am Donnerstag, genauso wie die erste BIP-Schätzung für die Eurozone für das vierte Quartal 2018. Wichtige Stimmungsindikatoren würden derweil aus China erwartet, die gleichzeitig der Startschuss für eine ganze Reihe von globalen Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe seien, welche am Freitag im Laufe des Tages veröffentlicht würden.

Die größte Aufmerksamkeit am Freitag dürfte allerdings der Januar-Arbeitsmarktbericht in den USA auf sich ziehen. Nach dem sehr starken Bericht für Dezember sei mit einer Normalisierung bei den neu geschaffenen Stellen zu rechnen. Eine Überraschung beim Lohnwachstum könnte allerdings den Wechselkurs bewegen. Gemessen an Optionspreisen würden die Währungshändler weiterhin nicht mit zunehmenden Schwankungen rechnen. Aber die kämen bekanntermaßen sowieso meistens unverhofft.

Letzte Woche habe die Verschlechterung der wirtschaftlichen Stimmungslage zunächst angehalten. Das ifo-Geschäftsklima sei deutlicher als von Analysten erwartet auf 99,1 Punkte und damit auch unter die 100-Punkte-Marke, den Durchschnitt seit 2015, gefallen. Der Rückgang sei über alle Sektoren breit gestreut gewesen (Verarbeitendes Gewerbe, Dienstleistungen, Bau und Großhandel) und insbesondere die Erwartungen für die kommenden sechs Monate seien deutlich gefallen. Die Branchenindikatoren würden sich aber noch auf soliden Niveaus bewegen.

Auch die "professional forecaster", die einmal im Quartal von der EZB nach ihrem Ausblick auf die wirtschaftliche Entwicklung befragt würden, hätten sich pessimistischer gezeigt. Gehe es nach ihnen, sei die Wahrscheinlichkeit für ein negatives Wachstum 2019 in der Eurozone von zuletzt 0,9 Prozent auf jetzt 1,5 Prozent gestiegen. Relevanter allerdings dürfte sein, dass einem Wachstum unter Prozent inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 47 Prozent zugerechnet werde, das sei ein deutlicher Anstieg von zuletzt 24,1 Prozent. Die Erwartungen an die Inflation seien derweil gesunken. Nur noch zu einem Fünftel werde mit einer Inflation von über 2 Prozent gerechnet, zuletzt habe hier die Wahrscheinlichkeit noch bei rund einem Drittel gelegen. Im Durchschnitt werde der Leitzins Ende 2019 übrigens bei 0,09 Prozent und der EUR/USD bei 1,18 gesehen. Bloomberg komme per Umfrage mit 0,1 Prozent und 1,20 auf sehr ähnliche Zahlen. Die Deutsche Bank ist hingegen etwas vorsichtiger und geht von einem unveränderten Leitzins und einem Wechselkurs von 1,15 aus. (28.01.2019/alc/a/a)