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Eurozone: Einstieg in den Zinssenkungszyklus im Juni hinreichend vorbereitet


12.04.24 10:40
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Gesamt-PMI in der Eurozone stieg im März unerwartet deutlich von 49,2 auf 50,3 Punkte und kehrte damit zurück in die Expansionszone, so die Analysten von Postbank Research.

Mit 46,1 Punkten enttäusche die Industrie jedoch weiterhin, während der PMI der Dienstleistungen mit einem Zuwachs von 50,2 auf 51,5 Punkte weiter in die Expansionszone vorgerückt sei.

Die Inflationsrate sei im März etwas stärker als erwartet von 2,6 auf 2,4 Prozent gesunken, die Kerninflation ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte mehr als von Analysten im Schnitt erwartet von 3,1 auf 2,9 Prozent. Nach allgemeiner Markteinschätzung sei somit eine Zinssenkung im Juni nahezu manifestiert worden.

Dies passe auch zu der weiterhin von EZB-Präsidentin Lagarde und vielen anderen Mitgliedern des EZB-Rates verbreiteten Einschätzung, dass die EZB im Juni genügend Datenmaterial über die Lohnentwicklung im Auftaktquartal zur Verfügung haben werde, um eine Zinsentscheidung treffen zu können.

Die Zinsterminmärkte würden deshalb davon ausgehen, dass mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein Zinsschritt im Juni erfolgen werde. Für das Gesamtjahr würden mit aktuell rund 85 Basispunkten etwa 3,5 Zinssenkungen eingepreist. Die Rendite zehnjähriger Bunds sei von 2,25 Anfang Februar auf 2,46 Prozent Mitte März und Anfang April angestiegen, bevor sie wieder leicht zurückgesetzt habe. Im Großen und Ganzen spiele hier weiterhin auch die Entwicklung der US-Renditen eine große Rolle. Auf Sicht von sechs Monaten könnte die Rendite etwas höher bei rund 2,60 Prozent liegen. (Zinsbulletin April 2024) (12.04.2024/alc/a/a)