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Euroraum: Erzeugerpreise sinken weiter - Tempo lässt nach


07.07.25 09:56
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Im Euroraum fallen die Erzeugerpreise weiter, jedoch weniger schnell als in den Vormonaten, so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".

Erzeugerpreise seien ein früher Indikator für die Verbraucherpreise. Sie würden ab Werk gelten, das heiße bevor die Produkte in den Handel gehen oder weiterverarbeitet würden. Laut Statistikamt Eurostat hätten sich die Herstellerpreise in der Industrie um 0,6% ggü. April verringert, bei Maschinen und Anlagen sei es zu einer Stagnation gekommen. Ursächlich für den Rückgang seien die gefallenen Energiepreise.

Während sich die Industrieerzeugerpreise rückläufig entwickeln würden und auch die Energiepreise ihr Übriges zur Erholung resp. Entspannung beitragen würden, sei es im Monat Mai unterwartet zu einem Rückschlag in der deutschen Industrie gekommen. Die Inlandsnachfrage sei mit einem Minus von 1,4% (ggü. April) überraschend stark gefallen (Experten hätten nur mit einem Rückgang von 0,1% gerechnet).

Wochenausblick: In Deutschland stünden in dieser Woche mit dem Sentix-Konjunkturindex und den Einzelhandelsumsätzen regelmäßig im Fokus stehende Indikatoren auf der Agenda. Der regelrechte Zickzackkurs in den monatlichen Stimmungsindikatoren dürfte angesichts der anhaltenden geo- und handelspolitischen Unsicherheiten v.a. mit Blick auf die formale Deadline der Verhandlungen mit Washington am kommenden Mittwoch noch wenig Grund zur Beruhigung gefunden haben. Weiterhin stünden in Deutschland die Mai-Daten zur Industrieproduktion sowie die Außenhandelszahlen zur Veröffentlichung an. In den Vereinigten Staaten dürften die Marktteilnehmer in der kommenden Woche im Hinblick auf die angeheizte Debatte um weitere Zinssenkungen v.a. auf das Protokoll der jüngsten FOMC-Sitzung blicken.

Am Markt für europäische Staatsanleihen sei die Rendite zweijähriger deutscher Bunds um bis zu 3 Basispunkte auf 1,80% gefallen. Das sei der niedrigste Stand seit dem 13. Juni. Anleger würden reserviert bleiben, die Risikobereitschaft sinke, 10-jährige Bunds würden bei 2,60% rentieren. (07.07.2025/alc/a/a)