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Europäischer Staatsanleihenmarkt: Ausverkauf der Peripherie
12.06.24 09:15
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Am europäischen Staatsanleihenmarkt setzte sich der Ausverkauf der Peripherie zu Beginn des Tages erst fort, verlangsamte sich bis zum Handelsschluss aber, so die Analysten der Nord LB.
Nur französische Staatsanleihen hätten noch verloren. Grund: Die Ratingagentur Moodys sehe aufgrund der politischen Situation die Kreditwürdigkeit Frankreichs gefährdet. Vorgezogene Neuwahlen würden laut Moodys die Risiken für eine Haushaltskonsolidierung erhöhen. Sollten sich die Schuldenkennzahlen weiter verschlechtern, wäre eine Änderung des Ausblicks auf negativ möglich.
Frankreich trage derzeit eine Schuldenlast von 110% des BIP. Seit 1974 würden die französischen Nachbarn keinen Haushaltsüberschuss mehr verzeichnen. Das Haushaltsdefizit habe im Jahr 2023 bei 5,5% des BIP gelegen. Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen hätten den Handel bei 3,23% (unverändert) verlassen. Der Renditespread (Differenz) zu deutschen Bunds habe auf 61 Basispunkte zugelegt.
Was unternehme man als Währungshüterin, wenn man die erste Zinssenkung vollzogen aber im Gleichklang die Inflationsprognosen für 2024 und 2025 angehoben habe? Man starte eine Kommunikationsoffensive. EZB-Notenbankchefin Christine Lagarde habe sich in einem Interview mit führenden europäischen Zeitungen reserviert bzgl. weiterer Zinssenkungen geäußert: "Wir haben die richtige Entscheidung getroffen, aber das bedeutet nicht, dass die Zinsen linear sinken werden".
Bundesbankpräsident Nagel habe konkretisiert: "Bildlich gesprochen: Ich sehe uns nicht auf einem Berggipfel, von dem es zwangsläufig nach unten geht, wir sind eher auf einem Bergrücken. Es gilt nun, den richtigen Punkt für den weiteren Abstieg zu finden."
Laut Chefbankenaufseherin Claudia Buch seien viele Banken im Euroraum noch weit davon entfernt, die Erwartungen des Bilanzierungsstandards IFRS 9 für Rückstellungen und Wertberichtigungen zu erfüllen. Trotz Fortschritten beim Umgang mit Klimarisiken werde den Anforderungen der neuen Bilanzierungsregeln zu Rückstellungen nicht ausreichend nachgekommen. Die Aufsicht habe derzeit das Risikomanagement besonders im Blick.
Am heutigen Tage stünden Veröffentlichungen zu diversen Verbraucherpreiserhebungen für Mai an. China starte mit vorläufigen Zahlen, während das deutsche Statistikamt finale Daten melde. Im Reigen der CPIs dürften jedoch jene aus den USA stehen, auf welche die FED im Kontext der am Abend anstehenden Zinsentscheidung einen großen Fokus legen dürfte. Die Entscheidung des FOMC über den weiteren geldpolitischen Kurs stelle somit auch die wichtigste Nachricht der ganzen Woche dar, wobei die Analysten nicht eine Abkehr der Strategie der letzten Monate erwarten würden. (12.06.2024/alc/a/a)
Nur französische Staatsanleihen hätten noch verloren. Grund: Die Ratingagentur Moodys sehe aufgrund der politischen Situation die Kreditwürdigkeit Frankreichs gefährdet. Vorgezogene Neuwahlen würden laut Moodys die Risiken für eine Haushaltskonsolidierung erhöhen. Sollten sich die Schuldenkennzahlen weiter verschlechtern, wäre eine Änderung des Ausblicks auf negativ möglich.
Frankreich trage derzeit eine Schuldenlast von 110% des BIP. Seit 1974 würden die französischen Nachbarn keinen Haushaltsüberschuss mehr verzeichnen. Das Haushaltsdefizit habe im Jahr 2023 bei 5,5% des BIP gelegen. Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen hätten den Handel bei 3,23% (unverändert) verlassen. Der Renditespread (Differenz) zu deutschen Bunds habe auf 61 Basispunkte zugelegt.
Bundesbankpräsident Nagel habe konkretisiert: "Bildlich gesprochen: Ich sehe uns nicht auf einem Berggipfel, von dem es zwangsläufig nach unten geht, wir sind eher auf einem Bergrücken. Es gilt nun, den richtigen Punkt für den weiteren Abstieg zu finden."
Laut Chefbankenaufseherin Claudia Buch seien viele Banken im Euroraum noch weit davon entfernt, die Erwartungen des Bilanzierungsstandards IFRS 9 für Rückstellungen und Wertberichtigungen zu erfüllen. Trotz Fortschritten beim Umgang mit Klimarisiken werde den Anforderungen der neuen Bilanzierungsregeln zu Rückstellungen nicht ausreichend nachgekommen. Die Aufsicht habe derzeit das Risikomanagement besonders im Blick.
Am heutigen Tage stünden Veröffentlichungen zu diversen Verbraucherpreiserhebungen für Mai an. China starte mit vorläufigen Zahlen, während das deutsche Statistikamt finale Daten melde. Im Reigen der CPIs dürften jedoch jene aus den USA stehen, auf welche die FED im Kontext der am Abend anstehenden Zinsentscheidung einen großen Fokus legen dürfte. Die Entscheidung des FOMC über den weiteren geldpolitischen Kurs stelle somit auch die wichtigste Nachricht der ganzen Woche dar, wobei die Analysten nicht eine Abkehr der Strategie der letzten Monate erwarten würden. (12.06.2024/alc/a/a)


