Erweiterte Funktionen
Europäischer Rentenmarkt zeigt Erholungstendenzen
24.01.14 11:59
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Wirtschaftskrise, Staatspleiten, Zusammenbruch der Eurozone - wenn sich dieser Tage das "Who is Who" der Wirtschaftselite im schweizerischen Davos zum Weltwirtschaftsforum trifft, scheinen alle Ängste der vergangenen Jahre um Europa wie verflogen, berichten die Analysten der Weberbank.
Und tatsächlich: Immer mehr Anzeichen einer Wirtschaftserholung seien zu beobachten. Nicht nur in Deutschland, sondern immer mehr auch in den südeuropäischen Staaten. Frühindikatoren wie das ifo-Konjunkturklima oder Verbraucherumfragen würden schon seit rund einem Jahr erfreuen. Mittlerweile würden sich aber auch harte Wirtschaftszahlen, wie zum Beispiel die Industrieproduktion oder die Einzelhandelsumsätze erholen.
Das seien in Summe noch zarte Erholungsanzeichen. Die Analysten stimme aber zuversichtlich, dass diese Tendenzen zuletzt auch in Ländern wie Spanien und Italien oder, im Falle des Konsums, auch in Frankreich sichtbar würden. Das dürfe natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Strukturreformen in Europa notwendig seien, und die hohe Arbeitslosigkeit in den Peripherieländern ein gewaltiger Hemmschuh sei. Dort könnte die Investitionstätigkeit durch eine höhere Kreditvergabe angekurbelt werden.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hätte an dieser Stelle Möglichkeiten, zum Beispiel durch einen Strafzins auf das Parken von Geldern, hier für die Geschäftsbanken einen Anreiz zu setzen. Denkbar sei aber auch eine Zinssenkung oder ein Kaufprogramm für verbriefte Anleihen. Die US-Notenbank FED dürfte ihre Niedrigzinspolitik in diesem Jahr noch beibehalten und frühestens 2015 die Zinsschraube wieder anziehen. Gut möglich aber auch, dass in diesem Jahr bereits die Diskussionen um eine Zinserhöhung beginnen würden.
Der jüngste Arbeitsmarktbericht sei witterungsbedingt im Dezember zwar enttäuschend ausgefallen, da deutlich weniger neue Stellen geschaffen worden seien als erwartet, dennoch sei die Arbeitslosenquote auf 6,7 Prozent gesunken. Unter der Voraussetzung, dass sich der Arbeitsmarkt sowie die US-Wirtschaft generell erholen würden, sei also auch ein Fortsetzen des Taperings zu erwarten. Wann das Anleihen-Kaufprogramm der FED von nunmehr 75 Mrd. US-Dollar pro Monat ende, hänge vom weiteren Verlauf der Wirtschaftsentwicklung und der Geschwindigkeit ab, mit der die FED die Anleihekäufe weiter reduziere. Die Wahrscheinlichkeit sei aber hoch, dass bereits in diesem Jahr das Programm beendet werde. Vor dem Hintergrund der dynamischeren US-Wirtschaft und der Zinserhöhungsphantasie jenseits des Atlantiks glänze die europäische Gemeinschaftswährung bei Kursen um 1,36 Dollar je Euro mit überraschend hoher Stabilität. Mittelfristig sei aber mit einem stärkeren US-Dollar zu rechnen.
Der europäische Rentenmarkt zeige seit Jahresbeginn Erholungstendenzen sowohl bei Staatsanleihen und Pfandbriefen als auch bei Unternehmensanleihen. Rentenpapiere aus den südeuropäischen Peripheriestaaten, insbesondere Portugal, hätten ebenfalls zulegen können. Unternehmensanleihen hoher Qualität würden aufgrund der fundamentalen Stärke vieler Firmen, aber auch wegen des Mangels an attraktiven Alternativen, aus Risiko-Rendite-Gesichtspunkten interessant bleiben. Immerhin sei das Renditeniveau je nach Bonität in der Regel höher als bei öffentlichen Anleihen.
Das Kurspotenzial von Unternehmensanleihen sei aber mittlerweile eingeschränkt, seien doch die Risikoaufschläge im vergangenen Jahr bereits deutlich geschrumpft, sodass an dieser Stelle die Selektion geeigneter Anleihen besonders wichtig sei. Mittelfristig sollten auch Schwellenländeranleihen wieder interessant werden. Hier gelte es aber nach Erachten der Analysten noch abzuwarten, da die Mittelabflüsse, die mit der Tapering-Diskussion im letzten Jahr eingesetzt hätten, noch immer nicht beendet seien. Spannend, wenngleich auch riskanter, seien Wandelanleihen, die indirekt an der Aktienmarkt-Hausse partizipieren würden.
Aus Sicht der Analysten der Weberbank hat die seit nunmehr September 2011 andauernde Rally am Aktienmarkt Bestand. Für viele Marktteilnehmer sei es erstaunlich, wie lange der Trend anhalten könne, hätten doch die großen Indices wie DAX, S&P 500 und Co. in diesem Zeitraum kräftig zugelegt und ihre Bewertungen ausgeweitet. Dennoch, die Analysten würden die Bewertungskennzahlen im Durchschnitt nicht zu hoch finden. Für die Aktienauswahl gelte es darüber hinaus, nicht nur auf die Relation von Börsenkurs und Nettogewinn (das Kurs/Gewinn-Verhältnis) zu schauen. Die Wachstumsaussichten und die Rentabilität sowie die individuelle Marktstellung eines jeden Unternehmens und nicht zuletzt die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven seien mindestens ebenso wichtig.
Man könne trotz bereits gestiegener Kurse daher immer noch sehr viele attraktive Unternehmen finden, die diesen Kriterien genügen. Im Bereich der kleineren und mittleren Unternehmen ist zudem die Gewinndynamik recht hoch, sodass die Analysten der Weberbank hier besondere Chancen sehen. Mit Spannung würden sie in den kommenden Wochen auf die Ausblicke der Firmenlenker blicken, die im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse des vergangenen Quartals gegeben würden. (24.01.2014/alc/a/a)
Und tatsächlich: Immer mehr Anzeichen einer Wirtschaftserholung seien zu beobachten. Nicht nur in Deutschland, sondern immer mehr auch in den südeuropäischen Staaten. Frühindikatoren wie das ifo-Konjunkturklima oder Verbraucherumfragen würden schon seit rund einem Jahr erfreuen. Mittlerweile würden sich aber auch harte Wirtschaftszahlen, wie zum Beispiel die Industrieproduktion oder die Einzelhandelsumsätze erholen.
Das seien in Summe noch zarte Erholungsanzeichen. Die Analysten stimme aber zuversichtlich, dass diese Tendenzen zuletzt auch in Ländern wie Spanien und Italien oder, im Falle des Konsums, auch in Frankreich sichtbar würden. Das dürfe natürlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass Strukturreformen in Europa notwendig seien, und die hohe Arbeitslosigkeit in den Peripherieländern ein gewaltiger Hemmschuh sei. Dort könnte die Investitionstätigkeit durch eine höhere Kreditvergabe angekurbelt werden.
Die Europäische Zentralbank (EZB) hätte an dieser Stelle Möglichkeiten, zum Beispiel durch einen Strafzins auf das Parken von Geldern, hier für die Geschäftsbanken einen Anreiz zu setzen. Denkbar sei aber auch eine Zinssenkung oder ein Kaufprogramm für verbriefte Anleihen. Die US-Notenbank FED dürfte ihre Niedrigzinspolitik in diesem Jahr noch beibehalten und frühestens 2015 die Zinsschraube wieder anziehen. Gut möglich aber auch, dass in diesem Jahr bereits die Diskussionen um eine Zinserhöhung beginnen würden.
Der europäische Rentenmarkt zeige seit Jahresbeginn Erholungstendenzen sowohl bei Staatsanleihen und Pfandbriefen als auch bei Unternehmensanleihen. Rentenpapiere aus den südeuropäischen Peripheriestaaten, insbesondere Portugal, hätten ebenfalls zulegen können. Unternehmensanleihen hoher Qualität würden aufgrund der fundamentalen Stärke vieler Firmen, aber auch wegen des Mangels an attraktiven Alternativen, aus Risiko-Rendite-Gesichtspunkten interessant bleiben. Immerhin sei das Renditeniveau je nach Bonität in der Regel höher als bei öffentlichen Anleihen.
Das Kurspotenzial von Unternehmensanleihen sei aber mittlerweile eingeschränkt, seien doch die Risikoaufschläge im vergangenen Jahr bereits deutlich geschrumpft, sodass an dieser Stelle die Selektion geeigneter Anleihen besonders wichtig sei. Mittelfristig sollten auch Schwellenländeranleihen wieder interessant werden. Hier gelte es aber nach Erachten der Analysten noch abzuwarten, da die Mittelabflüsse, die mit der Tapering-Diskussion im letzten Jahr eingesetzt hätten, noch immer nicht beendet seien. Spannend, wenngleich auch riskanter, seien Wandelanleihen, die indirekt an der Aktienmarkt-Hausse partizipieren würden.
Aus Sicht der Analysten der Weberbank hat die seit nunmehr September 2011 andauernde Rally am Aktienmarkt Bestand. Für viele Marktteilnehmer sei es erstaunlich, wie lange der Trend anhalten könne, hätten doch die großen Indices wie DAX, S&P 500 und Co. in diesem Zeitraum kräftig zugelegt und ihre Bewertungen ausgeweitet. Dennoch, die Analysten würden die Bewertungskennzahlen im Durchschnitt nicht zu hoch finden. Für die Aktienauswahl gelte es darüber hinaus, nicht nur auf die Relation von Börsenkurs und Nettogewinn (das Kurs/Gewinn-Verhältnis) zu schauen. Die Wachstumsaussichten und die Rentabilität sowie die individuelle Marktstellung eines jeden Unternehmens und nicht zuletzt die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven seien mindestens ebenso wichtig.
Man könne trotz bereits gestiegener Kurse daher immer noch sehr viele attraktive Unternehmen finden, die diesen Kriterien genügen. Im Bereich der kleineren und mittleren Unternehmen ist zudem die Gewinndynamik recht hoch, sodass die Analysten der Weberbank hier besondere Chancen sehen. Mit Spannung würden sie in den kommenden Wochen auf die Ausblicke der Firmenlenker blicken, die im Rahmen der Veröffentlichung der Ergebnisse des vergangenen Quartals gegeben würden. (24.01.2014/alc/a/a)


