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Europäische Staatsanleihen gefragt


04.02.25 08:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Anleger suchten sichere Häfen und schichteten in Bundesanleihen um, so die Analysten der Nord LB.

Renditen zehnjähriger Bunds seien auf 2,39% gefallen (minus 7 Basispunkte). Auch andere europäische Staatsanleihen seien gefragt gewesen. Kehrtwende dann am späten Nachmittag und Abend: Mit Mexiko und Kanada seien weitere Verhandlungen geplant. Die geplanten Zölle würden um einen Monat ausgesetzt.

Erst seien US-Treasuries gefragt gewesen. Am Ende hätten die zehnjährigen Bonds bei 4,55% (minus 1bp) notiert. Spannend werde jetzt mittelfristig sein, ob die durch die Zölle induzierten (bevorstehenden) Preisanstiege von Importwaren für US-Verbraucher einen Inflationsshift auslösen würden und wie gut die US-Wirtschaft konjunkturell dann damit umgehen könne (oder überhaupt müsse).

Nach der am Montag veröffentlichten Schnellschätzung von Eurostat sei die Inflationsrate im Euroraum im Januar weiter auf 2,5% Y/Y geklettert. Die Kernrate (ohne Energie, Lebensmittel, Alkohol & Tabak) sei hingegen stabil bei 2,7% Y/Y geblieben. Die EZB sehe sich beim Disinflationsprozess damit insgesamt auf einem guten Weg (weshalb an der vorsichtigen und graduellen Lockerungspolitik festgehalten werden dürfte). Mit einer gewissen Zeitverzögerung würden am aktuellen Rand viele Faktoren für eine nachlassende Lohndynamik sprechen, die sukzessive auch in einem geringeren Preisauftrieb im Bereich der Kernrate münden werde.

Gleichwohl bestünden nicht unerhebliche Risiken für die Preisniveaustabilität fort. So nähere sich wohl unweigerlich die Einführung neuer Handelsrestriktionen durch Trump, wobei auch die Reaktion der EU-Kommission das Maß an Belastung für das Inflationsumfeld bestimmen werde. Ein aufflammender Handelskonflikt berge dabei durchaus das Potenzial, die EZB vor ein Dilemma aus schwacher Konjunktur und wieder steigender Inflation zu stellen.

In einer sonst prall gefüllten Woche gestalte sich der Dienstag aus der Daten-Perspektive eher ruhig. In den USA würden am Nachmittag die schwankungsanfälligen monatlichen Daten zum Auftragseingang für die Industrie über die Ticker laufen. Die unternehmensseitigen Veröffentlichungen würden sich indes etwas spannender gestalten: Alphabet, Infineon, AMD und Pfizer würden Quartalszahlen veröffentlichen. (04.02.2025/alc/a/a)