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Europäische Staatsanleihen: Spreads weiter eingeengt


19.06.24 08:52
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Spreads europäischer Staatsanleihen engten sich weiter ein, so die Analysten der Nord LB.

In der Eurozone ziehe die Inflation wieder an. Laut EU Statistikamt Eurostat hätten sich die Verbraucherpreise im Mai binnen Jahresfrist auf 2,6% erhöht (im April habe dieser Wert bei 2,4% gelegen). In Deutschland seien die Preise des harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im Mai sogar um 2,8% (ggü. 2,4% im April) gestiegen.

Der Konjunkturoptimismus verharre im Juni auf hohem Niveau. Die gestern kommunizierten ZEW-Erwartungen hätten sich minimal auf 47,5 Saldenpunkte verbessert, während die aktuelle Lage (-73,8) einen kleinen Rücksetzer habe hinnehmen müssen. Die Befragten würden fest mit weiteren Zinssenkungen rechnen, was die Zuversicht nähre. Spreadausweitungen seien jedoch ein Beleg, dass Ungemach für die noch fragile Konjunkturerholung aus Frankreich drohen könnte, wo die Rechtspopulisten um Le Pen vor den Neuwahlen der Nationalversammlung klar in Umfragen führen würden. Für 2024 zeichne sich für den Euroraum mit +0,7% ein etwas höheres Wirtschaftswachstum als in Deutschland (+0,2%) ab.

Die Mai-Zahlen zur Inflationsentwicklung im Vereinigten Königreich hätten eine hohe Bedeutung für die weitere Geldpolitik der Bank of England; sie dürften vor allem auch im Blickfeld des Devisenmarktes stehen. Dann werde auf die Daten zum NAHB Bauklima aus den USA zu warten sein. Dieser Stimmungsindikator könne bekanntlich bei der Prognose der dortigen Immobilienpreise helfen. Die schwindende Aussicht auf zügige Zinssenkungen durch die FED hätten die Stimmung in der nord-amerikanischen Bauwirtschaft zuletzt klar belastet. Im Juni sei nur mit leichten Besserungstendenzen zu rechnen. (19.06.2024/alc/a/a)