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Europäische Peripherieanleihen mit attraktiver Mehrrendite


18.06.13 15:50
Bank J. Safra Sarasin AG

Basel (www.anleihencheck.de) - Trotz des schwierigen makroökonomischen Umfeldes und gesunkenen Erträgen schafften es die europäischen Unternehmen in den vergangenen Quartalen ihre Bilanzen stabil zu halten, so Sergio Andenmatten, Analyst der Bank J. Safra Sarasin AG.

Die Mehrheit der börsenkotierten Unternehmen aus der europäischen Peripherie habe die Verschuldung sogar markant reduzieren und somit die Bilanzen stärken können. Nicht zuletzt deshalb hätten die europäischen Peripherieanleihen in den letzten Quartalen eine attraktive Mehrrendite gegenüber Anleihen aus Kernländern wie Deutschland verbucht.

Die anhaltende Unsicherheit veranlasse die Unternehmen eine konservative Finanzpolitik zu betreiben. Diese Vorsicht äußere sich auch in sehr zurückhaltenden Aktivitäten im Bereich von Fusionen und Übernahmen, welche oft mit erheblichen finanziellen Risiken verbunden seien. So sei gemäß dem Datenanbieter Dealogic das Volumen an Firmenzusammenschlüssen in Europa im ersten Quartal 2013 um 5% im Jahresvergleich auf den tiefsten Stand seit Anfang 2009 gesunken. Besonders vor dem Hintergrund tiefer Zinsen, überdurchschnittlich hoher Liquiditätsreserven und einem starken Anstieg der Aktienmärkten seit Jahresbeginn - alles Faktoren die historisch betrachtet Übernahmewellen begünstigt hätten - erstaune diese Zurückhaltung.

Diese finanzielle Achtsamkeit widerspiegele sich auch in einer Stabilisierung in den von den Ratingagenturen verteilten Bonitätsnoten wider. Während in den vergangenen Jahren eine Herabstufung nach der nächsten bekannt gegeben worden sei, sei nun eine Bodenbildung dieses negativen Trends im Bereich von Anleihen höherer Qualität feststellbar. So habe in einigen Märkten das Verhältnis von Herauf- zu Herabstufungen seit Anfang Jahr die höchste Marke seit Beginn der Finanzkrise 2007 erreicht.

Diese erfreuliche Entwicklung treffe auch für die Peripherieländer Spanien und Italien zu. Zudem würden die Analysten in diesen Ländern aufgrund der gesunkenen Zinsen und dem verbesserten Kapitalmarktzugang mit sinkenden Ausfallraten rechnen, welche sich im Zuge der Schuldenkrise im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt hätten. Obwohl die bisherigen Insolvenzen hauptsächlich Bankkredite und keine Anleihen betroffen hätten, dürfte diese erfreuliche Tendenz auch das Zutrauen in die Obligationenmärkte dieser Regionen weiter stützen.

Der Anreiz eine vorsichtige Finanzpolitik zu betreiben und auf finanzielle Abenteuer zu verzichten bleibe auf absehbare Zeit bestehen und sei in der europäischen Peripherie am ausgeprägtesten. Devestitionen und Schuldentilgung würden im Fokus bleiben, was vollumfänglich den Interessen der Obligationäre entspreche. Deshalb sehen die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG trotz der bisherigen starken Rendite weiterhin erhöhtes Potenzial in ausgewählten Peripherieanleihen. (18.06.2013/alc/a/a)