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Europa: Inflationsrate noch nicht recht vom Fleck gekommen
25.09.17 15:51
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Zum Wochenbeginn notiert der 3M-Euribor bei -0,329% und zeigt sich damit weiterhin praktisch unverändert, so die Analysten der Nord LB.
Im 12-Monatsbereich habe es in den vergangenen Wochen ein klein wenig mehr Bewegung gegeben, hier liege der Satz inzwischen nur noch bei -0,171%. Wenig Bewegung habe es allerdings bei den Markterwartungen zu den Leitzinsen gegeben: Der Eonia 1Y1Y Forward notiere aktuell bei -0,2423% und der Eonia 2Y1Y Forward liege nur marginal unter der Nulllinie. Trotz des gefestigten und beschleunigten Aufschwungs sei die Inflationsrate bislang noch nicht recht vom Fleck gekommen. Für den Monat September würden die Analysten erneut mit einer Jahresrate deutlich unter 2,0% Y/Y rechnen. Ein wichtiger Grund hierfür sei die insgesamt noch moderate Lohndynamik, die allerdings mit fortschreitenden Verbesserungen am Arbeitsmarkt zunehmen dürfte.
Auch würden sich die Signale einer höheren Kapazitätsauslastung mehren. Die Kerninflationsrate, die sich zuletzt leicht auf 1,2% Y/Y erhöht habe, dürfte daher auf mittlere Sicht Auftrieb erhalten. Die EZB wäre somit gut beraten, den vorbereiteten und für 2018 erwarteten Beginn des Ausstiegs aus der sehr expansiven Geldpolitik nicht noch einmal zu verzögern. Auf der Septembersitzung habe sich der EZB-Rat erwartungsgemäß noch nicht auf einen Fahrplan zur allmählichen Reduktion der Nettoanleihekäufe geeinigt. Für den Herbst sei die EZB aber in der Pflicht, ihren Plan zu kommunizieren. Die jüngste Eurostärke gelte es zwar zu beobachten, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf Außenhandel und Inflation. Beim derzeitigen Wechselkursniveau von 1,20 USD je EUR würden die Analysten die Risiken jedoch für überschaubar halten.
Für die Einleitung des geldpolitischen Ausstiegs zum jetzigen Zeitpunkt spreche ein weiterer Aspekt. Den Schätzungen der Analysten zufolge stünden in den nächsten Jahren aufgrund von Fälligkeiten erhebliche Reinvestments an. Allein für die vier größten Volkswirtschaften dürften insgesamt rund EUR 150 Mrd. vom Eurosystem in 2018 reinvestiert werden. Dies stelle aus makroökonomischer Sicht zwar keine zusätzliche Liquidität dar, dürfte aber bei der Reduktion der Nettoankäufe der EZB über die anhaltend hohe Nachfrage an den Anleihemärkten helfen, übermäßige Zins- und Spreadreaktionen zu dämpfen. (25.09.2017/alc/a/a)
Im 12-Monatsbereich habe es in den vergangenen Wochen ein klein wenig mehr Bewegung gegeben, hier liege der Satz inzwischen nur noch bei -0,171%. Wenig Bewegung habe es allerdings bei den Markterwartungen zu den Leitzinsen gegeben: Der Eonia 1Y1Y Forward notiere aktuell bei -0,2423% und der Eonia 2Y1Y Forward liege nur marginal unter der Nulllinie. Trotz des gefestigten und beschleunigten Aufschwungs sei die Inflationsrate bislang noch nicht recht vom Fleck gekommen. Für den Monat September würden die Analysten erneut mit einer Jahresrate deutlich unter 2,0% Y/Y rechnen. Ein wichtiger Grund hierfür sei die insgesamt noch moderate Lohndynamik, die allerdings mit fortschreitenden Verbesserungen am Arbeitsmarkt zunehmen dürfte.
Auch würden sich die Signale einer höheren Kapazitätsauslastung mehren. Die Kerninflationsrate, die sich zuletzt leicht auf 1,2% Y/Y erhöht habe, dürfte daher auf mittlere Sicht Auftrieb erhalten. Die EZB wäre somit gut beraten, den vorbereiteten und für 2018 erwarteten Beginn des Ausstiegs aus der sehr expansiven Geldpolitik nicht noch einmal zu verzögern. Auf der Septembersitzung habe sich der EZB-Rat erwartungsgemäß noch nicht auf einen Fahrplan zur allmählichen Reduktion der Nettoanleihekäufe geeinigt. Für den Herbst sei die EZB aber in der Pflicht, ihren Plan zu kommunizieren. Die jüngste Eurostärke gelte es zwar zu beobachten, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen auf Außenhandel und Inflation. Beim derzeitigen Wechselkursniveau von 1,20 USD je EUR würden die Analysten die Risiken jedoch für überschaubar halten.
Für die Einleitung des geldpolitischen Ausstiegs zum jetzigen Zeitpunkt spreche ein weiterer Aspekt. Den Schätzungen der Analysten zufolge stünden in den nächsten Jahren aufgrund von Fälligkeiten erhebliche Reinvestments an. Allein für die vier größten Volkswirtschaften dürften insgesamt rund EUR 150 Mrd. vom Eurosystem in 2018 reinvestiert werden. Dies stelle aus makroökonomischer Sicht zwar keine zusätzliche Liquidität dar, dürfte aber bei der Reduktion der Nettoankäufe der EZB über die anhaltend hohe Nachfrage an den Anleihemärkten helfen, übermäßige Zins- und Spreadreaktionen zu dämpfen. (25.09.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


