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Euroland: Keine Leitzinsanhebung vor Mitte 2019
26.01.18 14:30
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - In der Eurozone hat sich der Konjunkturaufschwung mit hoher Dynamik verstetigt und verbreitert, so die Analysten der Nord LB.
Vorlaufende Indikatoren wie die von Markit für die Industrie und die Dienstleistungssektoren erhobenen Einkaufsmanagerindices würden auch im Januar ein hohes Expansionstempo signalisieren. Die europäische Wirtschaft starte also mit gehörigem Rückenwind in das neue Jahr. Bemerkenswert sei dabei, dass sich die allermeisten Volkswirtschaften im gemeinsamen Währungsraum in einer sehr robusten und gesunden Konstitution wähnen könnten. Die Analysten der Nord LB erwarten in diesem Jahr in der Eurozone einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um 2,5%, der damit in der Größenordnung des erfreulichen Wirtschaftswachstums des Vorjahres liegt. Die Arbeitslosigkeit werde sich dabei merklich verringern, lediglich die Inflationsraten auf der Verbraucherpreisstufe würden in diesem und auch im kommen Jahr in der Nähe von 1,5% und damit unterhalb des Zielwerts der EZB verbleiben.
Wie erwartet habe die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Ratssitzung am 25. Januar keine Anpassungen des geldpolitischen Instrumentariums beschlossen. Damit würden die Leitzinsen unverändert bleiben und auch das Volumen der Nettoanleihekäufe im Rahmen des Expanded Asset Purchase Programme (EAPP) von monatlich EUR 30 Mrd. werde bis mindestens September dieses Jahres auf dem bisherigen Niveau belassen. Der Easing Bias in der Forward Guidance zum EAPP, wonach die Nettoankäufe bei Bedarf hinsichtlich des Umfangs und/oder der Dauer ausgeweitet werden könnten, sei abermals bekräftigt worden. Hier wäre am ehesten eine Adjustierung der Kommunikation zu erwarten gewesen, die die Mehrheit der geldpolitischen Entscheidungsträger aber offenbar noch nicht wagen wollte, so die Analysten der Nord LB. Unangetastet seien denn auch die zinsbezogene Forward Guidance und das Sequencing geblieben, wonach die Leitzinsen erst weit nach dem Ende der Nettoankäufe erhöht würden.
Nachdem dem Protokoll der vorangegangenen Ratssitzung am 14. Dezember zu entnehmen gewesen sei, dass die Notenbank schon bald über eine Anpassung ihrer Forward Guidance nachdenken könne, hätten die Forward-Sätze am Geldmarkt heftig reagiert und eine bereits veränderte Erwartungshaltung eingepreist. Insofern habe sich das Interesse vor allem darauf gerichtet, ob die EZB in ihrem Statement und der Ratsvorsitzende Mario Draghi in der sich der Sitzung anschließenden Pressekonferenz Hinweise in diese Richtung geben würden. Eine Mehrheit im EZB-Rat habe offenbar jedoch auf keinen Fall mit einer auch nur andeutungsweise hawkishen Wortwahl unerwünschte Wechselkursreaktionen provozieren wollen. Angesichts des kräftigen Aufschwungs in der Eurozone und der damit perspektivisch anziehenden Löhne und letztlich auch Inflationsraten laufe die Notenbank nun Gefahr, hinter die Kurve zu geraten und den Startschuss für die dringend gebotene Abkehr von ihrer ultraexpansiven Politik zu verpassen.
An unserer Einschätzung, wonach die EZB die Nettoankäufe bis zum Ende dieses Jahres vollständig beendet haben wird, halten wir dennoch fest, so die Analysten der Nord LB. Hinweise darauf, ob das EAPP ab Oktober abrupt oder schrittweise herunter gefahren werde, seien bisher aber nicht zu hören gewesen. Eine Adjustierung der Leitzinsen - gewiss zu allererst des Satzes für die Einlagefazilität - gerate damit erst für Mitte 2019 ins Blickfeld. Es bleibe also vorerst ohne Wenn und Aber beim Sequencing, welches freilich auch besage, dass mit einem Abschmelzen des Rentenportfolios und einer damit einhergehenden Bilanzverkürzung, wie sie die Federal Reserve bereits betreibe, erst in einem letzten Schritt nicht vor dem Jahr 2020 zu rechnen sei. (Ausgabe Februar 2018) (26.01.2018/alc/a/a)
Vorlaufende Indikatoren wie die von Markit für die Industrie und die Dienstleistungssektoren erhobenen Einkaufsmanagerindices würden auch im Januar ein hohes Expansionstempo signalisieren. Die europäische Wirtschaft starte also mit gehörigem Rückenwind in das neue Jahr. Bemerkenswert sei dabei, dass sich die allermeisten Volkswirtschaften im gemeinsamen Währungsraum in einer sehr robusten und gesunden Konstitution wähnen könnten. Die Analysten der Nord LB erwarten in diesem Jahr in der Eurozone einen Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts um 2,5%, der damit in der Größenordnung des erfreulichen Wirtschaftswachstums des Vorjahres liegt. Die Arbeitslosigkeit werde sich dabei merklich verringern, lediglich die Inflationsraten auf der Verbraucherpreisstufe würden in diesem und auch im kommen Jahr in der Nähe von 1,5% und damit unterhalb des Zielwerts der EZB verbleiben.
Nachdem dem Protokoll der vorangegangenen Ratssitzung am 14. Dezember zu entnehmen gewesen sei, dass die Notenbank schon bald über eine Anpassung ihrer Forward Guidance nachdenken könne, hätten die Forward-Sätze am Geldmarkt heftig reagiert und eine bereits veränderte Erwartungshaltung eingepreist. Insofern habe sich das Interesse vor allem darauf gerichtet, ob die EZB in ihrem Statement und der Ratsvorsitzende Mario Draghi in der sich der Sitzung anschließenden Pressekonferenz Hinweise in diese Richtung geben würden. Eine Mehrheit im EZB-Rat habe offenbar jedoch auf keinen Fall mit einer auch nur andeutungsweise hawkishen Wortwahl unerwünschte Wechselkursreaktionen provozieren wollen. Angesichts des kräftigen Aufschwungs in der Eurozone und der damit perspektivisch anziehenden Löhne und letztlich auch Inflationsraten laufe die Notenbank nun Gefahr, hinter die Kurve zu geraten und den Startschuss für die dringend gebotene Abkehr von ihrer ultraexpansiven Politik zu verpassen.
An unserer Einschätzung, wonach die EZB die Nettoankäufe bis zum Ende dieses Jahres vollständig beendet haben wird, halten wir dennoch fest, so die Analysten der Nord LB. Hinweise darauf, ob das EAPP ab Oktober abrupt oder schrittweise herunter gefahren werde, seien bisher aber nicht zu hören gewesen. Eine Adjustierung der Leitzinsen - gewiss zu allererst des Satzes für die Einlagefazilität - gerate damit erst für Mitte 2019 ins Blickfeld. Es bleibe also vorerst ohne Wenn und Aber beim Sequencing, welches freilich auch besage, dass mit einem Abschmelzen des Rentenportfolios und einer damit einhergehenden Bilanzverkürzung, wie sie die Federal Reserve bereits betreibe, erst in einem letzten Schritt nicht vor dem Jahr 2020 zu rechnen sei. (Ausgabe Februar 2018) (26.01.2018/alc/a/a)
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