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Euro-Staatsanleihenmarkt: Beruhigung im März


14.04.21 08:30
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach zwei schwierigen Monaten, die mehrheitlich von Kursverlusten geprägt waren, kam es im März zu einer Beruhigung am Euro-Staatsanleihenmarkt, berichten die Experten von Union Investment.

In der ersten Monatshälfte hätten die Kurse zunächst konsolidiert und seitwärts tendiert. Im weiteren Verlauf hätten die Notierungen dann sogar etwas zugelegt. Zwischenzeitlich habe die längste Gewinnserie seit Oktober 2020 verbucht werden können. Hierfür seien letztlich zwei Faktoren ausschlaggebend gewesen. Einerseits habe die Virusmutation für einen schnellen Anstieg der Infektionszahlen gesorgt. Dies habe die Hoffnungen auf eine schnelle Öffnung der Wirtschaft zunichte gemacht. Zwar sei die Erholung keineswegs infrage gestellt worden, der Beginn dürfte sich aber etwas verzögern.

Anderseits hätten sich die Notenbanker zunehmend besorgt gezeigt, die steigenden Renditen könnten die Finanzierungsbedingungen der Unternehmen verschlechtern und sich als Hemmschuh einer zukünftigen Erholung erweisen. Den anfänglichen verbalen Bekräftigungen seien dann auf der EZB-Sitzung zur Monatsmitte auch Taten gefolgt. Die Währungshüter hätten sich dafür ausgesprochen, die täglichen Ankäufe im Rahmen des PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) bis Ende Juni dieses Jahres deutlich auszuweiten. Dadurch sei es gelungen, den Renditeanstieg zu stoppen und kurzzeitig umzukehren. Zum Monatsende hin seien die Gewinne jedoch wieder fast vollständig verloren gegangen.

Staatsanleihen aus den Peripherieländern seien stärker gesucht gewesen als Titel aus den Kernländern. Darüber hinaus seien die neuen Sure-Anleihen der EU ein Erfolg gewesen. Die Refinanzierung konjunktureller Maßnahmen wie etwa der Kurzarbeiterprogramme der Europäischen Union sei auf eine hohe Nachfrage gestoßen. Dem Bondvolumen hätten erheblich höhere Zeichnungswünsche gegenübergestanden. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten Euro-Staatsanleihen im März einen leichten Zuwachs von 0,1 Prozent verbucht. Für Verunsicherung könnte die Prüfung der Rechtmäßigkeit des Europäischen Wiederaufbaufonds durch das Bundesverfassungsgericht sorgen. Schlimmstenfalls könnte die Ratifizierung der Aufbauhilfen scheitern. Experten würden dies jedoch für wenig wahrscheinlich halten. (Ausgabe vom 13.04.2021) (14.04.2021/alc/a/a)