Erweiterte Funktionen
Euro-Parität schmerzt, Interesse an schnellerer Straffung der EZB-Leitzinsen erneut geweckt
20.07.22 09:15
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - Im Vorfeld einer für Europa bedeutenden Woche gab der Euro einen Warnschuss an die Märkte ab, als er gegenüber seinem wichtigsten Handelspartner eins zu eins gehandelt wurde, so Bethany Payne, Global Bonds Portfolio Manager bei Janus Henderson Investors.
Dieser Umstand habe das Interesse an einer schnelleren Straffung der EZB-Leitzinsen erneut geweckt; in den nächsten beiden Sitzungen seien nun Zinserhöhungen um 100 Basispunkte eingepreist. Dies könnte darauf hindeuten, dass die EZB bereits in dieser Woche größere Zinsschritte in Höhe von 50 Basispunkten vornehmen werde, was im Widerspruch zu Lagardes erklärter Absicht stehe, die Zinssätze zunächst nur allmählich und mit relativ bescheidenen 25 Basispunkten zu erhöhen. Die EZB könnte auch mit einer moderaten Anhebung um 25 Basispunkte, gefolgt von einer Anhebung um 75 Basispunkte, auf 100 Basispunkte kommen, doch scheine dies im Moment unwahrscheinlich.
Obwohl die Falken im Ausschuss immer lauter nach schnelleren Zinserhöhungen rufen würden und die Euro-Parität schmerze, würden die Experten weiterhin davon ausgehen, dass die EZB bei ihrem Kurs bleibe und die Zinsen im Juli um 25 Basispunkte anhebe, aber auch ihre Absicht bekräftigt, in den folgenden Sitzungen aggressiver vorzugehen, und zwar mit möglichen 50 Basispunkten sowohl im September als auch im Oktober.
Die EZB sei aus vielen externen und internen Gründen gefordert. Ungeachtet der Euphorie über die Straffungspolitik der Zentralbanken, die die Märkte erfasst habe, habe die EZB keine Möglichkeit zu mitzuhalten. Das europäische Wachstum und die relativ gedämpfte pandemische Fiskalpolitik würden nicht die gleiche Reaktion rechtfertigen, und obwohl dies nicht das Basisszenario der EZB sei, drohe eine Rezession.
Während die Wachstumsaussichten für Europa und die USA im nächsten Jahr divergieren würden, stehe die EZB vor einem unmittelbaren und bedeutenden Hindernis: der Fragmentierung.
Angesichts des unmittelbaren Fragmentierungsrisikos, das die EZB daran hindern könnte, die Zinssätze so weit wie erforderlich anzuheben, habe die EZB mit ihrer außerordentlichen Sitzung, auf der sie ein neues Instrument gegen die Fragmentierung vorgestellt habe, den Kurs auf eine präventive Geldpolitik gelenkt. Die Experten würden glauben, dass dies positiv sei, aber es mangele an Klarheit über die Details.
Die EZB habe zwar angekündigt, dass künftig fällig werdende Anleihen im Rahmen von PEPP viel früher reinvestiert werden könnten und flexibler seien (d.h. auf Peripheriestaaten abzielen würden). Dies sei an sich zwar hilfreich, werde aber nicht ausreichen, um die Finanzierung in ganz Europa, insbesondere in Italien, zu unterstützen.
Über die Einzelheiten eines zweiten, schärferen Instruments sei keine Einigung erzielt worden. Die Experten würden vermuten, dass dieses Instrument ähnlich wie OMT 2.0 sein, aber mit dem NGEU-Rahmen verknüpft und unbegrenzt sein werde. Dies wäre eine gute Nachricht. Sollte es auf der Sitzung in dieser Woche angekündigt werden, würde man eine kurzfristige Entlastung erleben, die den Euro wieder in Schwung bringen würde. Ein klares und umsetzbares Fragmentierungsinstrument werde es der EZB ermöglichen, Zinserhöhungen durchzusetzen.
Längerfristig würden die Experten immer noch erwarten, dass die Wachstumssorgen überwögen und der US-Dollar bis 2023 stark bleibe. Die Stimmung in Europa sei schlecht, zumal im Winter eine Eskalation der Energiekrise drohe.
Die Parität sei eine psychologische und emotionale Marke für die Märkte. Aber im Gegensatz zu emotionalen Dingen könne man dem Euro einen Wert zuschreiben, und es könnte noch mehr passieren. (Ausgabe vom 15.07.2022) (20.07.2022/alc/a/a)
Dieser Umstand habe das Interesse an einer schnelleren Straffung der EZB-Leitzinsen erneut geweckt; in den nächsten beiden Sitzungen seien nun Zinserhöhungen um 100 Basispunkte eingepreist. Dies könnte darauf hindeuten, dass die EZB bereits in dieser Woche größere Zinsschritte in Höhe von 50 Basispunkten vornehmen werde, was im Widerspruch zu Lagardes erklärter Absicht stehe, die Zinssätze zunächst nur allmählich und mit relativ bescheidenen 25 Basispunkten zu erhöhen. Die EZB könnte auch mit einer moderaten Anhebung um 25 Basispunkte, gefolgt von einer Anhebung um 75 Basispunkte, auf 100 Basispunkte kommen, doch scheine dies im Moment unwahrscheinlich.
Obwohl die Falken im Ausschuss immer lauter nach schnelleren Zinserhöhungen rufen würden und die Euro-Parität schmerze, würden die Experten weiterhin davon ausgehen, dass die EZB bei ihrem Kurs bleibe und die Zinsen im Juli um 25 Basispunkte anhebe, aber auch ihre Absicht bekräftigt, in den folgenden Sitzungen aggressiver vorzugehen, und zwar mit möglichen 50 Basispunkten sowohl im September als auch im Oktober.
Die EZB sei aus vielen externen und internen Gründen gefordert. Ungeachtet der Euphorie über die Straffungspolitik der Zentralbanken, die die Märkte erfasst habe, habe die EZB keine Möglichkeit zu mitzuhalten. Das europäische Wachstum und die relativ gedämpfte pandemische Fiskalpolitik würden nicht die gleiche Reaktion rechtfertigen, und obwohl dies nicht das Basisszenario der EZB sei, drohe eine Rezession.
Angesichts des unmittelbaren Fragmentierungsrisikos, das die EZB daran hindern könnte, die Zinssätze so weit wie erforderlich anzuheben, habe die EZB mit ihrer außerordentlichen Sitzung, auf der sie ein neues Instrument gegen die Fragmentierung vorgestellt habe, den Kurs auf eine präventive Geldpolitik gelenkt. Die Experten würden glauben, dass dies positiv sei, aber es mangele an Klarheit über die Details.
Die EZB habe zwar angekündigt, dass künftig fällig werdende Anleihen im Rahmen von PEPP viel früher reinvestiert werden könnten und flexibler seien (d.h. auf Peripheriestaaten abzielen würden). Dies sei an sich zwar hilfreich, werde aber nicht ausreichen, um die Finanzierung in ganz Europa, insbesondere in Italien, zu unterstützen.
Über die Einzelheiten eines zweiten, schärferen Instruments sei keine Einigung erzielt worden. Die Experten würden vermuten, dass dieses Instrument ähnlich wie OMT 2.0 sein, aber mit dem NGEU-Rahmen verknüpft und unbegrenzt sein werde. Dies wäre eine gute Nachricht. Sollte es auf der Sitzung in dieser Woche angekündigt werden, würde man eine kurzfristige Entlastung erleben, die den Euro wieder in Schwung bringen würde. Ein klares und umsetzbares Fragmentierungsinstrument werde es der EZB ermöglichen, Zinserhöhungen durchzusetzen.
Längerfristig würden die Experten immer noch erwarten, dass die Wachstumssorgen überwögen und der US-Dollar bis 2023 stark bleibe. Die Stimmung in Europa sei schlecht, zumal im Winter eine Eskalation der Energiekrise drohe.
Die Parität sei eine psychologische und emotionale Marke für die Märkte. Aber im Gegensatz zu emotionalen Dingen könne man dem Euro einen Wert zuschreiben, und es könnte noch mehr passieren. (Ausgabe vom 15.07.2022) (20.07.2022/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,40 % | 2,15 % | ||


