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Euro Out-Rentenmarkt: Trend rückläufiger Renditen hält an


09.08.19 11:01
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der europäische Rentenmarkt, bestehend aus Nationen ohne die Gemeinschaftswährung Euro, blickt auf einen freundlichen Handelsmonat zurück, so die Experten von Union Investment.

Erneut hätten die Zentralbanken im Fokus des Marktgeschehens gestanden. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe auf ihrer jüngsten Sitzung die Weichen in Richtung deutlicher Lockerung der Geldpolitik gestellt. Die Zinssätze seien zwar unverändert beibehalten worden, jedoch seien bereits Maßnahmen zur Einführung von Staffelzinsen und der Neuauflage eines Wertpapier-Ankaufprogramms angekündigt worden. Die US-Notenbank Federal Reserve sei bereits zur Tat geschritten und habe, wie erwartet, auf ihrer Sitzung Ende Juli das Leitzinsband um 25 Basispunkte gesenkt.

Im abgelaufenen Handelsmonat seien vor allem Anleihen aus der Türkei gefragt gewesen. Im Monatsvergleich sei die Rendite türkischer Staatspapiere im zehnjährigen Laufzeitenbereich um rund einhundert Basispunkte gesunken. Die Kurse seien im Vorfeld der Notenbanksitzung am 25. Juli kräftig angestiegen. Die Währungshüter hätten eine drastische Leitzinssenkung in Höhe von 4,25 Prozentpunkten beschlossen. Am Markt hingegen sei nur mit einer Senkung von 2,5 Punkten gerechnet worden.

Anleihen aus der Ukraine seien auch am Markt favorisiert worden. Die Rendite der US-Dollar-Papiere habe 54 Basispunkte tiefer im Vergleich zum Vormonatsniveau gelegen. Die Partei um den neulich gewählten Präsidenten Selenskyj sei auch bei den im Juli abgehaltenen Parlamentswahlen mit einer absoluten Mehrheit als Sieger hervorgegangen.

Schuldverschreibungen aus Ungarn seien durch Inflationszahlen, die unter Erwartungen gelegen hätten, unterstützt worden. Daneben sei in weiteren osteuropäischen Staaten wie Tschechien, Polen und Rumänien die Rendite gesunken. Darüber hinaus hätten aber auch die als sicher geltenden Staatsanleihen aus der Schweiz mit einer Laufzeit von zehn Jahren einen Renditerückgang von 23 Basispunkten verbucht.

Britische Gilts hätten trotz der zuletzt angestiegenen Wahrscheinlichkeit eines Ausscheidens ohne Abkommen mit der Europäischen Union ebenfalls fester gehandelt. Mit dem Brexit-Befürworter Boris Johnson an der Regierungsspitze sei dieses Szenario nicht unbedingt abwegig. Das Britische Pfund hingegen habe gegenüber der Gemeinschafswährung erneut Federn lassen müssen. (Ausgabe vom 07.08.2019) (09.08.2019/alc/a/a)