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Euro Out-Rentenmarkt: Renditen sind weiterhin rückläufig


11.09.19 10:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Europäische Anleihen außerhalb des gemeinsamen Währungsraums (Euro-Outs) konnten im vergangenen Monat erneut auf breiter Basis hinzugewinnen, so die Experten von Union Investment.

Dabei bleibe die Geldpolitik ein zentraler Faktor für die Rentenmärkte. Die seitens der Europäischen Zentralbank für September erwartete Zinssenkung und die Auflage eines neuen Wertpapier-Ankaufsprogramms dürften die Spreadanlageklasse perspektivisch weiter unterstützen. Gleichzeitig resultiere aber auch aus den hohen Erwartungen an die Geldpolitik, bedingt durch die anhaltenden konjunkturellen Sorgen, Enttäuschungspotenzial. Im Berichtszeitraum seien unter den Euro-Outs vor allem Anleihen aus dem osteuropäischen Raum gefragt gewesen. Allen vorweg hätten die Staatspapiere aus Kroatien einen Renditerückgang von 45 Basispunkten verbucht. Gefolgt worden seien diese von Schuldverschreibungen aus Russland (Hartwährung) und Ungarn. In beiden Fällen sei die Rendite um rund 40 Basispunkte gesunken.

Auch die als sicher geltenden Anleihen aus Dänemark, Norwegen und der Schweiz hätten sich fester aus dem Handelsmonat verabschiedet. Die spürbar zugenommene Angst vor einer Rezession sowie die Zuspitzung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hätten Investoren verstärkt veranlasst die "sicheren Häfen" anzusteuern. Die Anleihen hätten im Vergleich zum Vormonatsniveau zwischen 23 und 29 Basispunkten tiefer rentiert. Staatspapiere aus der Türkei hätten hingegen den positiven Trend aus dem Vormonat nicht fortsetzen können. Die zehnjährigen Lokalwährungsanleihen hätten einen Renditeanstieg von 62 Basispunkten verzeichnet.

Im Vereinigten Königreich stünden die Vorzeichen derzeit auf Neuwahlen. Es scheine so, als ob es Premierminister Johnson gelingen würde die Wahl auf einen Termin nach dem 31. Oktober zu schieben und damit auf einen Brexit ohne Abkommen mit der Europäischen Union (No-Deal-Brexit) zuzusteuern. Ein für die nächsten Wochen erwarteter Misstrauensantrag der Opposition würde daher in der Brexit-Frage wirkungslos verpuffen. Zehnjährige britische Gilts hätten trotz dessen hinzugewinnen können. Auf Monatssicht habe das Kursplus 2,2 Prozent betragen. Die Rendite sei entsprechend um 13 Basispunkte gesunken. (Ausgabe vom 06.09.2019) (11.09.2019/alc/a/a)