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Es besteht die Gefahr, dass die US-Notenbank zu lange zögert
07.08.25 11:41
Fisch Asset Management
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die Aktien- und Kreditmärkte werden weiterhin von einer zunehmenden Liquidität beflügelt, so Beat Thoma, Chief Investment Officer bei Fisch Asset Management.
Das stütze auch das globale konjunkturelle Umfeld. Dennoch habe sich das Wachstum im ersten Halbjahr spürbar verlangsamt. Die Inflation bleibe moderat erhöht, die wirtschaftliche Unsicherheit hoch - vor allem durch die US-Zollpolitik, deren volle Wirkung sich nach Meinung des Experten noch entfalten werde. In den USA würden sich die Anzeichen für eine wirtschaftliche Abkühlung, insbesondere am Arbeitsmarkt mehren. Das Risiko, dass die Federal Reserve zu lange mit einer Leitzinssenkung warte, nehme aus Sicht von Thoma zu.
Die seit Jahresbeginn stark gestiegene Liquidität habe dazu beigetragen, dass sich die globalen Aktienmärkte seit dem von Donald Trump ausgerufenen ‚Liberation Day‘ Anfang April, an dem der US-Präsident umfassende Zölle angedroht habe, in einer bemerkenswerten Rallye rasch wieder erholt hätten. Mit der Aufhebung der Schuldenobergrenze in den USA entfalle nun ein positiver Liquiditätsfaktor, da das US-Finanzministerium sein Konto bei der US-Notenbank Federal Reserve (‚Treasury General Account‘) bis Ende September wieder um rund 500 Milliarden US-Dollar auffülle. Dies entziehe dem Geldmarkt direkt Bankreserven und wirke liquiditätsmindernd.
Aus globaler Sicht würden jedoch weiterhin die positiven Faktoren überwiegen. Allein die chinesische Zentralbank People’s Bank of China habe die Geldmenge in den letzten sechs Monaten um rund 1.500 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Zudem setze das US-Treasury verstärkt auf kurzlaufende T-Bills, die als ‚geldähnlich‘ gelten und die Liquidität erhöhen würden. Rund 60 Prozent der Zentralbanken weltweit würden sich weiterhin in einem Lockerungszyklus befinden, was risikoreiche Anlagen stütze.
Der US-Arbeitsmarkt habe sich allerdings zuletzt spürbar abgekühlt. Das Jobwachstum konzentriere sich auf wenige Bereiche wie Gesundheit und Bildung. Für künftige Zinsentscheidungen der FED werde die Arbeitslosenrate entscheidend sein. Deren weitere Entwicklung hänge davon ab, ob die sinkende Arbeitsnachfrage das rückläufige Arbeitsangebot - unter anderem durch die restriktive Einwanderungspolitik - auf- oder überwiege. Frühindikatoren würden jedoch zunehmende Schwierigkeiten bei der Jobsuche zeigen - ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenrate sei wahrscheinlich.
Die US-Inflation, die in den kommenden Monaten weiter anziehen dürfte, bleibe ebenfalls ein Risikofaktor. Umfragen würden zeigen, dass Firmen die höheren Importpreise mehrheitlich an die Konsumenten weitergeben würden - mit entsprechend inflationärer Wirkung. Die FED stehe damit vor einem Zielkonflikt, sollte jedoch ihr Beschäftigungsmandat priorisieren: Während der US-Arbeitsmarkt nachhaltig unter Druck geraten dürfte - Unternehmen müssten sich über Jahre an die neuen Zolltarife anpassen - wirke der durch die Zölle ausgelöste Preisdruck temporär. Er werde zusätzlich durch sinkende Realeinkommen und eine nachlassende Wirtschaftsdynamik gedämpft. Die Kosten einer zu restriktiven Geldpolitik würden somit rasch steigen - eine Zinssenkung im September erscheine angemessen. (07.08.2025/alc/a/a)
Das stütze auch das globale konjunkturelle Umfeld. Dennoch habe sich das Wachstum im ersten Halbjahr spürbar verlangsamt. Die Inflation bleibe moderat erhöht, die wirtschaftliche Unsicherheit hoch - vor allem durch die US-Zollpolitik, deren volle Wirkung sich nach Meinung des Experten noch entfalten werde. In den USA würden sich die Anzeichen für eine wirtschaftliche Abkühlung, insbesondere am Arbeitsmarkt mehren. Das Risiko, dass die Federal Reserve zu lange mit einer Leitzinssenkung warte, nehme aus Sicht von Thoma zu.
Aus globaler Sicht würden jedoch weiterhin die positiven Faktoren überwiegen. Allein die chinesische Zentralbank People’s Bank of China habe die Geldmenge in den letzten sechs Monaten um rund 1.500 Milliarden US-Dollar ausgeweitet. Zudem setze das US-Treasury verstärkt auf kurzlaufende T-Bills, die als ‚geldähnlich‘ gelten und die Liquidität erhöhen würden. Rund 60 Prozent der Zentralbanken weltweit würden sich weiterhin in einem Lockerungszyklus befinden, was risikoreiche Anlagen stütze.
Der US-Arbeitsmarkt habe sich allerdings zuletzt spürbar abgekühlt. Das Jobwachstum konzentriere sich auf wenige Bereiche wie Gesundheit und Bildung. Für künftige Zinsentscheidungen der FED werde die Arbeitslosenrate entscheidend sein. Deren weitere Entwicklung hänge davon ab, ob die sinkende Arbeitsnachfrage das rückläufige Arbeitsangebot - unter anderem durch die restriktive Einwanderungspolitik - auf- oder überwiege. Frühindikatoren würden jedoch zunehmende Schwierigkeiten bei der Jobsuche zeigen - ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenrate sei wahrscheinlich.
Die US-Inflation, die in den kommenden Monaten weiter anziehen dürfte, bleibe ebenfalls ein Risikofaktor. Umfragen würden zeigen, dass Firmen die höheren Importpreise mehrheitlich an die Konsumenten weitergeben würden - mit entsprechend inflationärer Wirkung. Die FED stehe damit vor einem Zielkonflikt, sollte jedoch ihr Beschäftigungsmandat priorisieren: Während der US-Arbeitsmarkt nachhaltig unter Druck geraten dürfte - Unternehmen müssten sich über Jahre an die neuen Zolltarife anpassen - wirke der durch die Zölle ausgelöste Preisdruck temporär. Er werde zusätzlich durch sinkende Realeinkommen und eine nachlassende Wirtschaftsdynamik gedämpft. Die Kosten einer zu restriktiven Geldpolitik würden somit rasch steigen - eine Zinssenkung im September erscheine angemessen. (07.08.2025/alc/a/a)


