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Erwartungen an US-Zinssenkung überwiegen
06.06.19 12:45
XTB
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Hoffnungen auf eine US-Zinssenkung in diesem Jahr, um eine Rezession zu vermeiden, verhalfen der Wall Street am Mittwoch zu einer weiteren Erholung, so die Experten von XTB.
Auslöser gewesen seien die Kommentare von FED-Chef Jerome Powell am Dienstag, der gesagt habe, dass man die eskalierenden Handelsspanungen zwischen den USA und China genauestens beobachte und "angemessen handeln werde", um den konjunkturellen Aufschwung der US-Wirtschaft aufrechtzuerhalten.
Beim marktbreiten S&P 500 habe die Dynamik der Erholung gestern etwas nachgelassen, dennoch habe der US-Aktienindex am Ende des Handelstages klar über der wichtigen Widerstandszone von 2.800 bis 2.820 Punkten schließen können. Diese diene jetzt als wichtiger Unterstützungsbereich und habe sich bereits am Donnerstag während der Asien-Sitzung einem Test unterziehen müssen, da die Futures tiefer eröffnet hätten. Die Bullen hätten sich jedoch schnell fangen können, sodass nach einem Abpraller ein Kursniveau von 2.835 Punkten erkennbar sei.
Eine Zinssenkung könnte die Risikostimmung unter den Anlegern verbessern und den US-Aktienmarkt stützen. Allerdings herrsche derzeit (ähnlich wie Ende 2018 oder Anfang 2019) eine starke Diskrepanz zwischen der Kommunikation der FED und den Erwartungen der Märkte. Powell habe erklärt, dass die FED handlungsbereit wäre, sollte dies notwendig sein, während das FED Watch Tool der CME darauf hindeute, dass der Geldmarkt bis Januar 2020 drei Zinssenkungen einpreise. Zudem sei angemerkt, dass sich die meisten FED-Mitglieder nicht zu einer Zinssenkung bekannt hätten. Auch innerhalb der US-Notenbank scheine es unterschiedliche geldpolitische Ansichten zu geben.
Bei einem von der FED initiierten Treffen in Chicago zur Besprechung der langfristigen politischen Strategie sei hervorgegangen, dass einige Experten glauben würden, dass der Markt die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft von den Handelsspanungen überbewerte. Lewis Alexander, Chefökonom der USA bei Nomura, sei einer ähnlichen Meinung und sehe derzeit keine Rezession in seinem Ausblick: "Wenn Sie die Scheuklappen anlegen und die Finanzmärkte ignorieren und sich einfach auf die Daten konzentrieren, würden Sie keine Zinssenkungen erwarten". Die sehr unterschiedlichen Meinungen würden zeigen, dass Uneinigkeit bei der Einschätzung der aktuellen Lage herrsche. Daher sei besondere Aufmerksamkeit gefragt, um den Beginn einer neuen Aktienrally nicht zu verpassen oder aufgrund eines erneuten Ausverkaufs nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
An der Datenfront habe am Mittwoch der ISM-Index zum nicht-verarbeitenden Gewerbe aus den USA für Mai mit einem Anstieg von 55,5 auf 56,9 Punkte überrascht. Diese Entwicklung deute darauf hin, dass der größte Sektor der US-Wirtschaft immer noch recht gut abschneide. Der ADP-Bericht habe wiederum mit einem Anstieg von nur 27 Tsd. das schwächste Beschäftigungswachstum im privaten Sektor seit März 2010 gezeigt. Die ADP-Zahlen seien weniger volatil als die des NFP-Berichts (Freitag), sodass der Rückgang sowohl für die Anleger als auch für die FED Anlass zur Sorge geben könnte.
Der Dax habe sich am Mittwoch schwer getan, die Anfang der Woche eingeleitete Erholung auszudehnen, da am Ende des Handelstages ein flacher Schlusskurs zu beobachten gewesen sei. Am Donnerstag würden die Bullen erneut ihr Glück versuchen, um sich von der 12.000-Punkte-Marke nach oben zu befreien. Der deutsche Leitindex stoße dabei auf starken Widerstand, sodass das Verhalten der Anleger in den nächsten Stunden über Rally oder Ausverkauf entscheidend könnte. (06.06.2019/alc/a/a)
Auslöser gewesen seien die Kommentare von FED-Chef Jerome Powell am Dienstag, der gesagt habe, dass man die eskalierenden Handelsspanungen zwischen den USA und China genauestens beobachte und "angemessen handeln werde", um den konjunkturellen Aufschwung der US-Wirtschaft aufrechtzuerhalten.
Beim marktbreiten S&P 500 habe die Dynamik der Erholung gestern etwas nachgelassen, dennoch habe der US-Aktienindex am Ende des Handelstages klar über der wichtigen Widerstandszone von 2.800 bis 2.820 Punkten schließen können. Diese diene jetzt als wichtiger Unterstützungsbereich und habe sich bereits am Donnerstag während der Asien-Sitzung einem Test unterziehen müssen, da die Futures tiefer eröffnet hätten. Die Bullen hätten sich jedoch schnell fangen können, sodass nach einem Abpraller ein Kursniveau von 2.835 Punkten erkennbar sei.
Bei einem von der FED initiierten Treffen in Chicago zur Besprechung der langfristigen politischen Strategie sei hervorgegangen, dass einige Experten glauben würden, dass der Markt die Abwärtsrisiken für die Wirtschaft von den Handelsspanungen überbewerte. Lewis Alexander, Chefökonom der USA bei Nomura, sei einer ähnlichen Meinung und sehe derzeit keine Rezession in seinem Ausblick: "Wenn Sie die Scheuklappen anlegen und die Finanzmärkte ignorieren und sich einfach auf die Daten konzentrieren, würden Sie keine Zinssenkungen erwarten". Die sehr unterschiedlichen Meinungen würden zeigen, dass Uneinigkeit bei der Einschätzung der aktuellen Lage herrsche. Daher sei besondere Aufmerksamkeit gefragt, um den Beginn einer neuen Aktienrally nicht zu verpassen oder aufgrund eines erneuten Ausverkaufs nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.
An der Datenfront habe am Mittwoch der ISM-Index zum nicht-verarbeitenden Gewerbe aus den USA für Mai mit einem Anstieg von 55,5 auf 56,9 Punkte überrascht. Diese Entwicklung deute darauf hin, dass der größte Sektor der US-Wirtschaft immer noch recht gut abschneide. Der ADP-Bericht habe wiederum mit einem Anstieg von nur 27 Tsd. das schwächste Beschäftigungswachstum im privaten Sektor seit März 2010 gezeigt. Die ADP-Zahlen seien weniger volatil als die des NFP-Berichts (Freitag), sodass der Rückgang sowohl für die Anleger als auch für die FED Anlass zur Sorge geben könnte.
Der Dax habe sich am Mittwoch schwer getan, die Anfang der Woche eingeleitete Erholung auszudehnen, da am Ende des Handelstages ein flacher Schlusskurs zu beobachten gewesen sei. Am Donnerstag würden die Bullen erneut ihr Glück versuchen, um sich von der 12.000-Punkte-Marke nach oben zu befreien. Der deutsche Leitindex stoße dabei auf starken Widerstand, sodass das Verhalten der Anleger in den nächsten Stunden über Rally oder Ausverkauf entscheidend könnte. (06.06.2019/alc/a/a)


