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Erste Zinserhöhung vor Mitte 2019 unwahrscheinlich


27.04.18 13:00
Lombard Odier IM

Genf (www.anleihencheck.de) - Wie bereits allgemein erwartet wurde, hat die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer gestrigen Sitzung die Parameter für ihre Fiskalpolitik und Forward Guidance unverändert beibehalten, so Charles St-Arnaud, Senior Investment Strategist bei Lombard Odier Investment Managers, zur gestrigen EZB-Sitzung.

Die EZB habe eingeräumt, dass die jüngsten Indikatoren zwar auf eine Abschwächung der Wachstumsdynamik hindeuten würden, sich das Wirtschaftswachstum des Euro-Währungsraums jedoch weiterhin konsistent und solide entwickle. Nach wie vor sei die EZB davon überzeugt, dass die Stärke der Wirtschaft die Inflation wieder in Richtung des angestrebten Zielkorridors bringen werde. Allerdings räume die EZB ein, dass: ‚Die zugrunde liegende Inflation weiter gedämpft bleibt und noch überzeugende Anzeichen für einen anhaltenden Aufwärtstrend aufweisen muss.‘ Eingehende Daten würden wichtig sein, da sie möglicherweise einen Teil der erwarteten Stimulusreduktionen verzögern könnten - insbesondere, wenn sie eine langsamere Konvergenz der Inflation gegenüber dem Zielkorridor der EZB signalisieren würden. Obwohl die EZB einen gemäßigten Ton angeschlagen habe und anerkenne, dass sich das Wirtschaftswachstum verlangsamte, aber weiter anhalten sollte, scheine die Zentralbank nach Ansicht von Lombard Odier Investment Managers etwas nervös - was den derzeit vorsichtigen Ansatz rechtfertige. Dennoch würden sie der vorsichtig optimistischen Einschätzung der EZB zustimmen und weiterhin glauben, dass die EZB in diesem Jahr ihr Anleihekaufprogramm beenden werde und die erste Zinserhöhung vor Mitte 2019 unwahrscheinlich sei. (27.04.2018/alc/a/a)