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Erste Länderergebnisse vorläufiger Inflationszahlen aus Eurozone sind von Interesse
24.06.24 10:42
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Wie gewonnen so zerronnen - diese wohlbekannte Phrase bringt die enttäuschenden Ergebnisse der Schnellschätzungen für die Einkaufsmanagerindices (PMI) in Deutschland, Frankreich und der Eurozone auf den Punkt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Nachdem sich die Umfragen im Mai merklich aufgehellt hätten, sei sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungsbereich für Juni ein unerwarteter Rückgang ausgewiesen worden. Dieser sei in der Industrie besonders deutlich und auch breit über viele Subkategorien der Befragung aus (Auftragseingang, Arbeitsrückstand, Produktion) gefallen, womit der Gesamtindex auf den tiefsten Stand dieses Jahres zurückgefallen sei. Die Analysten würden die PMI-Ergebnisse als Hinweis darauf werten, dass die Konjunkturlage nach wie vor fragil sei. Nachdem das BIP-Wachstum in der Eurozone in Q1 positiv habe überraschen können, bleibe eine Beschleunigung des Aufschwungs ungewiss.
In dieser Woche würden weitere Vorlaufindikatoren Rückschlüsse auf Wirtschaftsaussichten in der Eurozone bieten. Einerseits sei hier auf den ifo-Index für Deutschland zu verweisen. Die Analysten würden sich eine Aufhellung der Erwartungskomponente von 90,4 auf 91 Punkte erwarten. Hinsichtlich der Einschätzung der gegenwärtigen Lage würden sie hingegen weniger Aufwärtspotenzial sehen und einen Anstieg von 88,3 auf 88,4 Punkte prognostizieren. Die von den Analysten angenommenen Veränderungen würden für den Geschäftsklimaindex einen Anstieg von 89,3 auf 89,7 Punkte bedeuten.
Für die Prognose der Sentiment-Indikatoren der europäischen Kommission (ESI) würden die Analysten die PMI-Ergebnisse zugrunde legen. Somit würden sie eine Eintrübung der Stimmung erwarten, die im Industriebereich deutlich und bei Dienstleistern geringfügig ausgefallen sein dürfte. Ebenfalls von Interesse seien erste Länderergebnisse vorläufiger Inflationszahlen aus der Eurozone (Frankreich, Italien, Spanien), welche erste Rückschlüsse auf die Juni-Inflation der Eurozone zulassen würden, welche dann am 1. Juli veröffentlicht werde.
In den USA stehe einstweilen die finale BIP-Schätzung für das erste Quartal auf der Agenda. Nachdem die initiale Schätzung von 1,6% (p.q., annualisiert) auf 1,3% revidiert worden sei, werde aktuell keine weitere Änderung erwartet. Der Nowcast der Atlanta FED für das zweite Quartal weise aktuell ein stärkeres Wachstum in Höhe von 3,1% aus. Wichtiger für die Finanzmärkte seien aber jedenfalls die ebenso erscheinenden PCE-Inflationszahlen für Mai.
Nachdem die bereits erschienenen CPI-Daten positiv hätten überraschen können, stelle sich die Frage, ob die PCE-Zahlen diese positive Entwicklung bestätigen könnten. Vorliegende Nowcasts der Cleveland FED würden jedenfalls darauf hindeuten. So werde aktuell ein monatliches Wachstum der PCE-Gesamtinflationsrate und der Kernkomponente in Höhe von 0,1% ausgewiesen, was jährliche Wachstumsraten von 2,6% für beide Indikatoren implizieren würde. Dies würde eine fortschreitende Disinflationsdynamik bedeuten, vor allem im Vergleich zu den sehr negativen Inflationsveröffentlichungen des ersten Quartals.
Stark von Zinserwartungen und somit von Datenveröffentlichungen wie den monatlichen Inflationszahlen getrieben sei in jüngster Vergangenheit das Währungspaar EUR/USD gewesen. Im Rahmen ihres regelmäßig stattfindenden Strategieprozesses hätten die Analysten ihre Prognosen für EUR/USD marginal angepasst. Im Großen und Ganzen würden sie sich ausgehend von den aktuellen Notierungen um 1,07 weiterhin einen verhaltenen Aufwärtstrend bis Jahresende erwarten (Jahresendziel: 1,09 - vormals 1,08). Während im weiteren Jahresverlauf mehr Klarheit bezüglich der Zinspfade von EZB und FED EUR/USD-unterstützend wirken sollte, würden die Analysten von etwaigen (geo)politischen Faktoren (wie etwa den US-Wahlen) eine EUR/USD-negative Wirkung erwarten, welche das Aufwärtspotenzial beschränken sollte.
Neben EUR/USD hätten die Analysten auch ihre Zinsmeinung kritisch hinterfragt. Sie seien jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ihre bestehenden Prognosen für die Leitzinspfade der EZB und FED von moderaten und graduellen Zinssenkungszyklen im quartalsschritt von den letzten Datenveröffentlichungen und Notenbanksitzungen Bestätigung gefunden hätten. Den kurzfristigen Renditeausblick hätten die Analysten leicht adaptiert, um die aktuellen politischen Ereignisse in der EU (Stichwort Neuwahl in Frankreich) zu berücksichtigen. Sie würden aber davon ausgehen, dass sich die Sichere-Hafen-Flüsse in deutsche Bunds, welche sie in Zuge dessen gesehen hätten, eher früher als später umkehren und Zentralbanken-News wieder das Ruder übernehmen würden.
Die SNB-Zinssitzung im Juni sei relativ ereignislos gewesen. Wie erwartet habe die SNB den Zinssatz um 25 Basispunkte auf 1,25% gesenkt. Die Inflationsprognose habe sich trotz des verringerten Zinssatzes kaum verändert. Mit der Inflation im Zielband und dem Zinssenkungszyklus auf Schiene habe es vermehrt Diskussionen zum neutralen Zinssatz gegeben. (Ausgabe vom 21.06.2024) (24.06.2024/alc/a/a)
Nachdem sich die Umfragen im Mai merklich aufgehellt hätten, sei sowohl im Verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungsbereich für Juni ein unerwarteter Rückgang ausgewiesen worden. Dieser sei in der Industrie besonders deutlich und auch breit über viele Subkategorien der Befragung aus (Auftragseingang, Arbeitsrückstand, Produktion) gefallen, womit der Gesamtindex auf den tiefsten Stand dieses Jahres zurückgefallen sei. Die Analysten würden die PMI-Ergebnisse als Hinweis darauf werten, dass die Konjunkturlage nach wie vor fragil sei. Nachdem das BIP-Wachstum in der Eurozone in Q1 positiv habe überraschen können, bleibe eine Beschleunigung des Aufschwungs ungewiss.
In dieser Woche würden weitere Vorlaufindikatoren Rückschlüsse auf Wirtschaftsaussichten in der Eurozone bieten. Einerseits sei hier auf den ifo-Index für Deutschland zu verweisen. Die Analysten würden sich eine Aufhellung der Erwartungskomponente von 90,4 auf 91 Punkte erwarten. Hinsichtlich der Einschätzung der gegenwärtigen Lage würden sie hingegen weniger Aufwärtspotenzial sehen und einen Anstieg von 88,3 auf 88,4 Punkte prognostizieren. Die von den Analysten angenommenen Veränderungen würden für den Geschäftsklimaindex einen Anstieg von 89,3 auf 89,7 Punkte bedeuten.
Für die Prognose der Sentiment-Indikatoren der europäischen Kommission (ESI) würden die Analysten die PMI-Ergebnisse zugrunde legen. Somit würden sie eine Eintrübung der Stimmung erwarten, die im Industriebereich deutlich und bei Dienstleistern geringfügig ausgefallen sein dürfte. Ebenfalls von Interesse seien erste Länderergebnisse vorläufiger Inflationszahlen aus der Eurozone (Frankreich, Italien, Spanien), welche erste Rückschlüsse auf die Juni-Inflation der Eurozone zulassen würden, welche dann am 1. Juli veröffentlicht werde.
Nachdem die bereits erschienenen CPI-Daten positiv hätten überraschen können, stelle sich die Frage, ob die PCE-Zahlen diese positive Entwicklung bestätigen könnten. Vorliegende Nowcasts der Cleveland FED würden jedenfalls darauf hindeuten. So werde aktuell ein monatliches Wachstum der PCE-Gesamtinflationsrate und der Kernkomponente in Höhe von 0,1% ausgewiesen, was jährliche Wachstumsraten von 2,6% für beide Indikatoren implizieren würde. Dies würde eine fortschreitende Disinflationsdynamik bedeuten, vor allem im Vergleich zu den sehr negativen Inflationsveröffentlichungen des ersten Quartals.
Stark von Zinserwartungen und somit von Datenveröffentlichungen wie den monatlichen Inflationszahlen getrieben sei in jüngster Vergangenheit das Währungspaar EUR/USD gewesen. Im Rahmen ihres regelmäßig stattfindenden Strategieprozesses hätten die Analysten ihre Prognosen für EUR/USD marginal angepasst. Im Großen und Ganzen würden sie sich ausgehend von den aktuellen Notierungen um 1,07 weiterhin einen verhaltenen Aufwärtstrend bis Jahresende erwarten (Jahresendziel: 1,09 - vormals 1,08). Während im weiteren Jahresverlauf mehr Klarheit bezüglich der Zinspfade von EZB und FED EUR/USD-unterstützend wirken sollte, würden die Analysten von etwaigen (geo)politischen Faktoren (wie etwa den US-Wahlen) eine EUR/USD-negative Wirkung erwarten, welche das Aufwärtspotenzial beschränken sollte.
Neben EUR/USD hätten die Analysten auch ihre Zinsmeinung kritisch hinterfragt. Sie seien jedoch zu dem Schluss gekommen, dass ihre bestehenden Prognosen für die Leitzinspfade der EZB und FED von moderaten und graduellen Zinssenkungszyklen im quartalsschritt von den letzten Datenveröffentlichungen und Notenbanksitzungen Bestätigung gefunden hätten. Den kurzfristigen Renditeausblick hätten die Analysten leicht adaptiert, um die aktuellen politischen Ereignisse in der EU (Stichwort Neuwahl in Frankreich) zu berücksichtigen. Sie würden aber davon ausgehen, dass sich die Sichere-Hafen-Flüsse in deutsche Bunds, welche sie in Zuge dessen gesehen hätten, eher früher als später umkehren und Zentralbanken-News wieder das Ruder übernehmen würden.
Die SNB-Zinssitzung im Juni sei relativ ereignislos gewesen. Wie erwartet habe die SNB den Zinssatz um 25 Basispunkte auf 1,25% gesenkt. Die Inflationsprognose habe sich trotz des verringerten Zinssatzes kaum verändert. Mit der Inflation im Zielband und dem Zinssenkungszyklus auf Schiene habe es vermehrt Diskussionen zum neutralen Zinssatz gegeben. (Ausgabe vom 21.06.2024) (24.06.2024/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 17.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


