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Erhöhte Volatilität vor dem Wirtschaftssymposium in Jackson Hole erwartet
21.08.23 09:45
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank offenbarte, dass potenzielle weitere Zinsschritte noch nicht gänzlich vom Tisch sind, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
"Da die Inflation immer noch deutlich über dem längerfristigen Ziel des Ausschusses liegt und der Arbeitsmarkt weiterhin angespannt ist, sehen die meisten Teilnehmer:innen weiterhin erhebliche Aufwärtsrisiken für die Inflation, die eine weitere Straffung der Geldpolitik erforderlich machen könnten", heiße es im Protokoll. Zwar hätten einige Mitglieder des Offenmarktausschusses zugleich auf Risiken für die Wirtschaft durch zu starke Zinsanhebungen hingewiesen, die Aktienanlegerschaft habe sich aber ein weniger restriktiveres Fazit erhofft.
Am Zinsmarkt werde die Wahrscheinlichkeit keines weiteren Zinsschrittes am 20. September zwar mittlerweile mit 90,5% gepreist, die globalen Aktienmärkte hätten ihre Korrektur jedoch fortgesetzt. Dies liege unter anderem auch am Renditeanstieg am langen Ende der Zinskurve. Die Yield zehnjährger US-Treasuries sei jüngst auf den höchsten Stand seit zehn Monaten geklettert, mit nicht unwesentlichen Folgen für das Growth-Segment. Der langfristige risikolose Zinssatz spiele eine wesentliche Rolle in Aktienbewertungsmodellen, wie dem Discounted-Cashflow-Verfahren. Gerade Unternehmen aus dem Technologiebereich hätten einen großen Teil ihrer Gewinne erst in ferner Zukunft erwirtschaftet und im Hinblick auf den höheren Diskontierungsfaktor der Cashflows besonders sensibel reagiert.
In der jüngeren Vergangenheit habe ein inverser Gleichlauf zwischen dem NASDAQ-100 und den langfristigen Renditen am US-Anleihemarkt geherrscht. Seit Q2/2023 sei jedoch eine Entkopplung vom Zinsmarkt zu beobachten gewesen - der NASDAQ-100 habe das beste Halbjahr seit seiner Einführung hingelegt, bei weiterhin hohem Renditeniveau. Der Markthype um das Thema KI könne wohl einen Teil des zwischenzeitlichen Auseinanderdriftens erklären. Die Bewegungen der letzten Wochen würden aber (für manche schmerzlich) aufzeigen, dass sich selbst der Tech-Markt von gewissen Gesetzmäßigkeiten nicht gänzlich loslösen könne.
Der Datenkalender habe in der kommenden Woche z. B. mit den PMIs zwar einiges zu bieten, vor allem aber das Wirtschaftssymposium in Jackson Hole werde besonders kritisch beäugt werden. Bis dahin sei daher durchaus noch mit erhöhter Volatilität zu rechnen, wobei je nach Wording der Notenbänker:innen im Hinblick auf den künftigen Zinspfad (higher for longer) auch weiterer vorübergehender Abgabedruck nicht auszuschließen sei. (Ausgabe vom 18.08.2023) (21.08.2023/alc/a/a)
"Da die Inflation immer noch deutlich über dem längerfristigen Ziel des Ausschusses liegt und der Arbeitsmarkt weiterhin angespannt ist, sehen die meisten Teilnehmer:innen weiterhin erhebliche Aufwärtsrisiken für die Inflation, die eine weitere Straffung der Geldpolitik erforderlich machen könnten", heiße es im Protokoll. Zwar hätten einige Mitglieder des Offenmarktausschusses zugleich auf Risiken für die Wirtschaft durch zu starke Zinsanhebungen hingewiesen, die Aktienanlegerschaft habe sich aber ein weniger restriktiveres Fazit erhofft.
In der jüngeren Vergangenheit habe ein inverser Gleichlauf zwischen dem NASDAQ-100 und den langfristigen Renditen am US-Anleihemarkt geherrscht. Seit Q2/2023 sei jedoch eine Entkopplung vom Zinsmarkt zu beobachten gewesen - der NASDAQ-100 habe das beste Halbjahr seit seiner Einführung hingelegt, bei weiterhin hohem Renditeniveau. Der Markthype um das Thema KI könne wohl einen Teil des zwischenzeitlichen Auseinanderdriftens erklären. Die Bewegungen der letzten Wochen würden aber (für manche schmerzlich) aufzeigen, dass sich selbst der Tech-Markt von gewissen Gesetzmäßigkeiten nicht gänzlich loslösen könne.
Der Datenkalender habe in der kommenden Woche z. B. mit den PMIs zwar einiges zu bieten, vor allem aber das Wirtschaftssymposium in Jackson Hole werde besonders kritisch beäugt werden. Bis dahin sei daher durchaus noch mit erhöhter Volatilität zu rechnen, wobei je nach Wording der Notenbänker:innen im Hinblick auf den künftigen Zinspfad (higher for longer) auch weiterer vorübergehender Abgabedruck nicht auszuschließen sei. (Ausgabe vom 18.08.2023) (21.08.2023/alc/a/a)


