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Erhöht die FED im Juni die Zinsen?


14.06.16 16:35
Aberdeen Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Luke Bartholomew, Investment Manager bei Aberdeen Asset Management, kommentiert die Wahrscheinlichkeit eines nächsten Zinsschrittes bei der kommenden FED-Sitzung folgendermaßen:

Die Möglichkeit einer Zinserhöhung im Juni sei passé. Sie sei aufgrund der Unsicherheit über das UK-Referendum von vorneherein unwahrscheinlich gewesen, doch der enttäuschende Arbeitsmarktreport mache jede angedeutete Möglichkeit einer Zinserhöhung zunichte. Yellen habe eine schwierige Balance zu halten zwischen den Falken des Komitees, die es kaum erwarten könnten, die Zinsen anzuheben, und den Tauben, die zurückhaltend bleiben würden. Der Kompromiss werde wahrscheinlich sein, eine Erhöhung für Juli auf dem Tisch zu behalten ohne dabei den Anschein zu erwecken, dem Markt irgendwelche Versprechungen zu machen.

Trete man einen Schritt zurück, gebe es einige Hinweise dafür, dass man nah an eine Vollbeschäftigung herankomme, und es sei vernünftig davon auszugehen, dass die Inflation im zweiten Halbjahr steigen werde. Über einen lausigen Arbeitsmarktbericht könne die FED hinwegsehen, aber das Lohnwachstum, das immer noch nicht überzeugend sei, sei das Haar in der Suppe.

Externe Risiken seien der andere einschränkende Faktor. Die FED blicke zunehmend auf Risiken außerhalb der USA, während die Finanzmärkte extrem sensibel auf prognostizierte Veränderungen in der FED-Politik zu reagieren scheinen würden. Momentan sei die FED gut beraten, abzuwarten und zu schauen, wie sich die Lage entwickele. Doch die Spannungen zwischen dem FED-Mandat für den eigenen Wirtschaftsraum und ihrem Wunsch, internationale Bedingungen zu stabilisieren, dürften mit der Zeit zunehmen. (14.06.2016/alc/a/a)