Erfreuliche Inflationszahlen in Frankreich und Deutschland


03.02.25 09:00
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Erfreuliche Inflationszahlen in Frankreich & Deutschland spielen der EZB in die Karten, so die Analysten der Nord LB.

Die franz. Inflation pendele sich im Januar auf einem relativ niedrigem Niveau ein. Wie das Statistikamt Insee am Freitag mitgeteilt habe, habe die Jahresteuerungsrate der Verbraucherpreise (HVPI) auf dem gleichen Level wie im Vormonat (1,8%) verharrt.

Viel überraschender seien aber die Inflationszahlen aus Deutschland gewesen. Mit 2,3% falle die Teuerungsrate im Januar in Richtung 2% (nach 2,6% im Dezember). Destatis (Statistisches Bundesamt) habe zum Wochenschluss diese erfreulichen Nachrichten kommuniziert. Nach (in Deutschland) drei monatlichen Inflationsanstiegen in Folge sollte sich die EZB jetzt in ihrer Vorgehensweise der Zinssenkungsserie doppelt (durch GER und FR) bestätigt sehen.

Die am Freitag veröffentlichten amerikanischen Inflationsdaten hätten den Inflationsreigen rechts- und linkseitig des Atlantiks komplett gemacht. Die Erhebung des PCE-Deflators weise für den Dezember eine Veränderungsrate von 0,3% M/M aus. Die Kernrate desselben präsentiere sich mit 0,2% etwas weniger dynamisch. Jerome Powell habe bei seinem Statement zur FED Funds Target Rate am vergangenen Mittwoch explizit darauf hingewiesen, dass sich Bewegung bei der Inflation in Richtung der 2,0%-Marke abzeichne, dies sich aber erst noch in den Daten niederschlagen müsse. Zinssenkungen in den USA in Q1 würden damit sogar wieder einen Tick wahrscheinlicher.

Zum Wochenauftakt stünden in der Eurozone die vorläufigen HVPI-Daten für den Januar an, ein Hauptaugenmerk werde hierbei einmal mehr auf der Schätzung zur Kernrate liegen. In den USA würden taggleich die vielbeachteten Einkaufsmanagerdaten vom ISM folgen. Weitere Schlaglichter würden in dieser Woche die ADP-Beschäftigungszahlen in den USA (Mittwoch) im Vorlauf zur wohl wichtigsten Arbeitsmarktstatistik am Freitag, den neugeschaffenen Stellen (ex Agrar), nebst der Zinsentscheidung der Bank of England (Donnerstag) bilden. Zudem stehe mit den Auftragseingängen, Außenhandelsdaten und der Industrieproduktionsstatistik eine Reihe an harten Konjunkturindikatoren aus Deutschland gegen Ende der zweiten Wochenhälfte an. (03.02.2025/alc/a/a)