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Emerging Markets: Steigende Inflation in Saudi-Arabien
23.05.16 09:53
HSBC Trinkaus & Burkhardt
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Zum Start der Woche stehen Preisdaten aus Saudi-Arabien für den Monat April an, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.
Dabei würden im Laufe des Tages Daten zu der Teuerung der Konsumentenpreise veröffentlicht, wohingegen die Großhandelspreise am morgigen Tag folgen würden. Bereits seit Jahresanfang lägen die Verbraucherpreise mehr als 4% über den entsprechenden Vorjahreswerten, wohingegen bei der Inflation 2015 noch Werte knapp über 2% erreicht worden seien. Die seit den 1980er Jahren faktisch bestehende Bindung des Saudischen Riyal an den US-Dollar limitiere die geldpolitische Autonomie der Zentralbank (SAMA). Auch wenn die Zentralbank kein eigenes Inflationsziel setze, werde die Inflation durch diese Bindung und die damit verbundenen stabilen Importpreise in Schach gehalten.
Nun spiele die wirtschaftspolitische Neuausrichtung - das Land habe kürzlich mit der Vision 2030 auf sich aufmerksam gemacht - bei der Inflationsentwicklung eine zunehmend wichtigere Rolle. Saudi-Arabien versuche demnach, die Wirtschaftsstruktur zu diversifizieren und so langfristig weniger abhängig von der Rohölförderung zu sein. Zudem werde über eine weitergehende Öffnung der inländischen Börse für internationale Investoren spekuliert.
Auch gesellschaftspolitische Reformen könnten durchgeführt werden, Frauen stärker in das Erwerbsleben integriert und das Humankapital verstärkt in Wirtschaftszweigen des tertiären Sektors gebunden werden. Ein kontrovers diskutierter Kernpunkt für den Erfolg stelle die Finanzierung der Reformen dar. Die Regierung erwirtschafte momentan nicht zuletzt aufgrund des niedrigen Exportpreise für Rohöl Staatsdefizite in Rekordhöhe (HSBC 2016e: -13,3% des BIP).
Erste Maßnahmen zur Begrenzung weiterer Defizite im Staatshaushalt seien bereits ergriffen worden, so sei zum Januar 2016 der staatlich festgelegte Preis für Kraftstoffe um über 60% angehoben worden. Der hohe Anteil von Transportkosten am Warenkorb habe dazu geführt, dass die bislang moderate Inflation von 2,3% in der Jahresrechnung im Dezember 2015 sich beinahe verdoppelt habe.
Zum März seien zudem kräftige Preiserhöhungen für Tabakwaren gefolgt. Die Preise für Nahrungsmittel seien hingegen im März konstant geblieben. Die Analysten würden daher ihre Schätzung für die Inflation in diesem Jahr von 4,0% auf 4,5% in der Jahresrechnung erhöhen. Erst im nächsten Jahr würden die inflationsfördernden Faktoren mit temporärem Einfluss entfallen, sodass die Inflation im Jahresverlauf etwa 1,5% betragen dürfte. Die Inflationsrisiken auf der Oberseite würden sich im Wesentlichen auf steigende Rohölpreise oder eine Erweiterung des Wechselkursrahmens durch die Zentralbank erstrecken. (23.05.2016/alc/a/a)
Dabei würden im Laufe des Tages Daten zu der Teuerung der Konsumentenpreise veröffentlicht, wohingegen die Großhandelspreise am morgigen Tag folgen würden. Bereits seit Jahresanfang lägen die Verbraucherpreise mehr als 4% über den entsprechenden Vorjahreswerten, wohingegen bei der Inflation 2015 noch Werte knapp über 2% erreicht worden seien. Die seit den 1980er Jahren faktisch bestehende Bindung des Saudischen Riyal an den US-Dollar limitiere die geldpolitische Autonomie der Zentralbank (SAMA). Auch wenn die Zentralbank kein eigenes Inflationsziel setze, werde die Inflation durch diese Bindung und die damit verbundenen stabilen Importpreise in Schach gehalten.
Auch gesellschaftspolitische Reformen könnten durchgeführt werden, Frauen stärker in das Erwerbsleben integriert und das Humankapital verstärkt in Wirtschaftszweigen des tertiären Sektors gebunden werden. Ein kontrovers diskutierter Kernpunkt für den Erfolg stelle die Finanzierung der Reformen dar. Die Regierung erwirtschafte momentan nicht zuletzt aufgrund des niedrigen Exportpreise für Rohöl Staatsdefizite in Rekordhöhe (HSBC 2016e: -13,3% des BIP).
Erste Maßnahmen zur Begrenzung weiterer Defizite im Staatshaushalt seien bereits ergriffen worden, so sei zum Januar 2016 der staatlich festgelegte Preis für Kraftstoffe um über 60% angehoben worden. Der hohe Anteil von Transportkosten am Warenkorb habe dazu geführt, dass die bislang moderate Inflation von 2,3% in der Jahresrechnung im Dezember 2015 sich beinahe verdoppelt habe.
Zum März seien zudem kräftige Preiserhöhungen für Tabakwaren gefolgt. Die Preise für Nahrungsmittel seien hingegen im März konstant geblieben. Die Analysten würden daher ihre Schätzung für die Inflation in diesem Jahr von 4,0% auf 4,5% in der Jahresrechnung erhöhen. Erst im nächsten Jahr würden die inflationsfördernden Faktoren mit temporärem Einfluss entfallen, sodass die Inflation im Jahresverlauf etwa 1,5% betragen dürfte. Die Inflationsrisiken auf der Oberseite würden sich im Wesentlichen auf steigende Rohölpreise oder eine Erweiterung des Wechselkursrahmens durch die Zentralbank erstrecken. (23.05.2016/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


