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Emerging Markets: Schwellenländeranleihen im November deutlich zugelegt


15.12.20 12:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Rentenmärkten der Schwellenländer (Emerging Markets, EM) waren im November deutliche Kurszuwächse zu beobachten, so die Experten von Union Investment.

Gemessen am J.P. Morgan EMBI Global Diversified-Index habe der Gesamtmarkt ein Plus in Höhe von 3,9 Prozent verbucht. Für positive Impulse hätten mitunter zuversichtlich stimmende Impfstoffmeldungen aus dem Hause BioNTech und Pfizer gesorgt. Deren in Kooperation entwickelter Impfstoff habe in Studien eine Wirksamkeit von über 90 Prozent gezeigt. Eine Zulassung sei sowohl in den USA als auch in Europa noch in diesem Jahr geplant. Auch der Biotechnologiekonzern Moderna habe gute Studienergebnisse verkünden können. Die Risikomärkte hätten daraufhin entsprechend freundlich reagiert. Mit dazu beigetragen habe auch die forcierte Machtübergabe Donald Trumps. Nach wochenlangen Debatten könne in den USA der Übergang zwischen der aktuellen Regierung und dem neu gewählten Nachfolger Joe Biden eingeleitet werden, wenn auch ein geteilter US-Kongress die weitaus wahrscheinlichere Variante bleibe.

Die Risikoaufschläge für EM-Hartwährungsanleihen hätten sich im November dem freundlichen Marktumfeld entsprechend rückläufig entwickelt. Zum Monatsende habe der Spread bei rund 380 Basispunkten und damit weit unterhalb der psychologisch wichtigen 400er Marke notiert. Die über den Monat hinweg abflachende Neuemissionstätigkeit habe auch etwas Druck von den Sekundärmärkten genommen.

In puncto Geldpolitik sei die Leitzinserhöhung in der Türkei hervorzuheben. Nach dem überraschenden Machtwechsel an der Spitze habe die Türkische Zentralbank den Leitzins stark angehoben - von 10,25 auf 15 Prozent. Die Entscheidung sei in der ersten vom neuen Notenbankchef Naci Agbal geleiteten Sitzung gefallen. Die Währung habe nach dem an den Finanzmärkten weitgehend erwarteten Zinsschritt zunächst zugelegt, danach einen Teil ihrer Gewinne aber wieder abgegeben. Unter dem Strich sei dennoch gegen den Euro ein Plus von 4,2 Prozent verblieben. Lediglich der Kolumbianische Peso und der Brasilianische Real hätten gegen den Euro noch stärker aufwerten können. Die größten Verlierer am EM-Währungsmarkt seien hingegen die Indische Rupie (-2,3 Prozent), der Hongkong-Dollar (-2,3 Prozent) sowie der Argentinische Peso (-5,9 Prozent) gewesen. (Ausgabe vom 14.12.2020) (15.12.2020/alc/a/a)