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Emerging Markets: Dispersion im Anleihesegment hält an


13.12.19 11:00
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - An den Rentenmärkten der Schwellenländer (Emerging Markets, EM) waren im November auf aggregierter Ebene keine größeren Ausschläge zu beobachten, so die Experten von Union Investment.

Gemessen am J.P. Morgan EMBI Global Diversified-Index habe der Gesamtmarkt ein leichtes Minus von 0,5 Prozent verbucht. Die Aussicht auf eine mögliche Entspannung im Handelsstreit habe zwischenzeitlich für rückläufige Risikoaufschläge gesorgt. Ausgehend von einem Jahrestief bei 313 Basispunkten hätten sich die Spreads jedoch bis zum Monatsende auf wieder 325 Basispunkte ausgeweitet. Auffällig hoch geblieben sei die uneinheitliche Entwicklung zwischen Anleihen im Investment Grade-Bereich und Schuldverschreibungen aus dem einfach B-Bereich (High Yield-Segment). Mit einer Renditeausweitung von 3,2 Prozentpunkten auf 13,7 Prozent seien vor allem zehnjährige Staatspapiere aus Ecuador unter Druck geraten. Angesichts der gescheiterten Umsetzung eines Reformpakets seien die Titel eher gemieden worden.

Laufzeitkongruente Papiere aus dem Libanon hätten ähnlich schwach abgeschnitten. Die Verzinsung sei um rund drei Prozentpunkte auf 18,9 Prozent gestiegen. Auch wenn die Ursachen für die Probleme in bestimmten Schwellenländer-Staaten vielschichtig seien, gebe es in einigen Fällen Gemeinsamkeiten. Neben dem Druck, den Haushalt zu konsolidieren, steige auch in Teilen der Bevölkerung die Anspruchshaltung. Preiserhöhungen, neue Steuern oder die Streichung von Subventionen würden sich in zunehmenden Protesten niederschlagen. Insgesamt bleibe die Anlageklasse durch ihren Renditeaufschlag im Negativzinsumfeld aber unterstützt.

Am Primärmarkt hätten zahlreiche Staaten neue Papiere platziert. China als seltener Emittent habe über drei Tranchen vier Milliarden Euro ein sowie über vier weitere Tranchen sechs Milliarden US-Dollar gesammelt. Mit einem siebenfach überzeichneten Buch sei auch bei einer in US-Dollar denominierten Neuemission aus Ägypten das Interesse groß gewesen. In Serbien und Brasilien seien die Neuemissionen jeweils mit Rückkäufen bestehender Anleihen verknüpft gewesen. Weiterhin sei in den Schwellenländern der Zinssenkungstrend intakt geblieben. Die Zentralbanken in Mexiko, Ägypten, Weißrussland, Serbien und Peru hätten jeweils den geldpolitischen Schlüsselsatz gesenkt. (Ausgabe vom 11.12.2019) (13.12.2019/alc/a/a)