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Emerging Markets Debt: Lichtblick trotz unsicherer Wirtschaftslage
20.12.23 09:43
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - EMD Hard Currency - mit Ausnahme Chinas - waren 2023 angesichts der restriktiveren Finanzbedingungen, der globalen Wachstumsverlangsamung und der Abflüsse von Investoren robust, so Emerging Markets Debt Hard Currency Teams von Janus Henderson Investors
Der JP Morgan Emerging Market Bond Index Global Diversified (EMBIGD) habe für 2023 (seit Jahresbeginn, Stand: 31. Oktober 2023) eine Gesamtrendite von 0,39% in US-Dollar ausgewiesen, die durch den Anstieg der Treasury-Renditen beeinträchtigt worden sei. Die Credit Spreads von Staatsanleihen seien sehr robust gewesen - sie hätten sich im bisherigen Jahresverlauf verengt - was zu positiven Mehrerträgen in diesem Zeitraum geführt habe.[1]
2024 sehe Janus Henderson Investors für die Anlageklasse einige positive Aspekte, nicht zuletzt attraktive Carry-Möglichkeiten und potenziellen Rückenwind durch das Ende der geldpolitischen Straffung der US-Notenbank (FED). Allerdings sei die allgemeine Marktstimmung immer ein wichtiger Treiber für die Entwicklung von EMDHC-Investments. Vor diesem Hintergrund glaube Janus Henderson Investors, dass die anhaltende globale makroökonomische Unsicherheit das Aufwärtspotenzial schmälern könnte.
Die Bandbreite der möglichen Entwicklungen der US-Wirtschaft: Goldman Sachs rechne für 2024 mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,1% im Jahresvergleich, der Internationale Währungsfonds (IWF) mit 1,5%, während die Konsensprognose für die USA im nächsten Jahr bei 1% Wachstum liege. Die Industrieländer hätten sich zwar widerstandsfähiger gezeigt als erwartet, doch würden die Frühindikatoren nicht auf einen baldigen Aufschwung hindeuten, und die Rezessionsrisiken in den USA und Europa seien nach wie vor hoch. Andererseits hätten die wichtigsten Zentralbanken jetzt ausreichend Möglichkeiten, ihre Geldpolitik zu lockern und die Zinsen zu senken. Das Ende der Straffungszyklen der FED sei in der Regel ein positiveres Umfeld für EMDHC, vor allem wenn gleichzeitig der US-Dollar nachgebe.
Verbesserung des Wachstumsgefälles zwischen Schwellen- und Industrieländern. Die 2023 zu beobachtende Erholung des Alpha-Wachstums (d. h. der Differenz zwischen dem Wirtschaftswachstum der Schwellenländer und dem der Industrieländer) werde sich den Prognosen zufolge 2024 fortsetzen. Dadurch würden die Schwellen- und Entwicklungsländer für globale Kapitalströme attraktiver.
Die Credit-Fundamentaldaten seien stabil. Die Entwicklungsländer hätten sich trotz sozialer Probleme von den wirtschaftlichen Schocks der letzten drei Jahre erholt. Nach Erachten von Janus Henderson Investors würden die Auswirkungen positiver Politikkorrekturen mittelfristig häufig unterschätzt. Die Fundamentaldaten seien derzeit nicht so schlecht wie manche Schlagzeilen vermuten lassen würden. Natürlich nehme die Verschuldung in China immer noch zu, aber wenn man die Verschuldung nach der weit verbreiteten EMBIGD-Benchmark gewichte (Chinas Gewichtung betrage nur etwa 4,7%), würden sich die Fundamentaldaten auf der aggregierten EMBIGD-Ebene gut halten.
Attraktive Renditen und Ertragsaussichten
Die Renditen des EMBIGD seien deutlich über ihren 20-Jahres-Medianwert gestiegen. Renditen auf diesem Niveau würden sich positiv auf den Gesamtertrag auswirken und einen wichtigen Puffer gegen eine mögliche Spread-Ausweitung bieten.
Die geschätzten voraussichtlichen prozentualen Erträge über einen Zeithorizont von einem Jahr auf Grundlage der verschiedenen EMBIGD-Spreads und der Renditen der 10-jährigen US-Treasuries würden zeigen, dass Anleger auf Basis der Spreads/Renditen zum 31. Oktober 2023 einen jährlichen Ertrag von 7,6% erwarten könnten, sofern der EMBIGD-Spread für Staatsanleihen und die Rendite der 10-jährigen US-Treasury während des Zeitraums konstant bleiben würden. Für einen negativen Ertrag des Index müsste es sowohl zu einer deutlichen Ausweitung der EMBIGD-Spreads als auch zu einem erheblichen Anstieg der Treasury-Renditen kommen. Wenn man wie Janus Henderson Investors davon ausgehe, dass die US-Notenbank jetzt die Endzinsen erreicht habe, könnten die Renditen von US-Treasuries 2024 für die Anlageklasse tatsächlich ein positiver Faktor sein.
High-Yield-Segment biete interessantere Möglichkeiten
Insgesamt würden die Credit Spreads für Staatsanleihen eher eine weiche Landung einpreisen - insbesondere, wenn die EMBI-Spreads um das Segment der notleidenden Anleihen (CCC und niedriger) bereinigt würden. Im Universum von Janus Henderson Investors gebe es weiterhin eine hohe Spread-Dispersion und Desynchronisation zwischen den Ländern, was Chancen für aktive Anleger schaffe. Angesichts der Zweiteilung der Spreads (Investment Grade versus High Yield) sehe man die Möglichkeit, attraktive Carrys zu erzielen, indem man das kürzere Ende der Kurve bevorzuge und den Ländern mit BB- und Single-B-Rating mehr Aufmerksamkeit schenke, da die Bewertungen dort überzeugender seien.
Technische Marktdaten
Technisch könnten die Märkte durchaus besser sein, als viele erwarten. Vielleicht liege der Fokus zu sehr auf den Rekordabflüssen der letzten zwei Jahre. Die Kehrseite der Medaille sei, dass dies eine sauberere Ausgangsbasis für die Positionierung der Anleger geschaffen habe, und höhere Gesamtrenditen bei festverzinslichen Wertpapieren dürften die Nachfrage von Anlegern, die sich auf Schwellenländer spezialisiert hätten, unterstützen. Ein stärkerer Rückgang der Renditen im nächsten Jahr könnte dazu führen, dass einige High-Yield-Länder wieder Zugang zum Markt finden würden, was eine positive Resonanz erzeuge.
Chinas Wachstum verlangsame sich, werde sich aber durchwursteln
Über die strukturelle Wachstumsverlangsamung Chinas sei schon viel geschrieben worden. Zuletzt sei das BIP-Wachstum im dritten Quartal besser als erwartet gewesen (4,9% im Jahresvergleich, wenn auch nach einem schwachen zweiten Quartal) und ein bescheidenes Konjunkturpaket sei aufgelegt worden. Nach Erachten von Janus Henderson Investors sei das Konjunkturpaket zu klein, um die "Lebensgeister" zu wecken, und stelle auch keine grundlegende Änderung dar. Es signalisiere jedoch, dass sich die Regierung stärker auf die Wirtschaft konzentriere als bisher vom Markt angenommen, und reduziere das Abwärtsrisiko für die nächsten 3-6 Monate. Der Einbruch auf dem Immobilienmarkt habe das Vertrauen beeinträchtigt und die hohe Jugendarbeitslosigkeit sowie die mangelnde Bereitschaft der privaten Haushalte, ihre Ersparnisse auszugeben, würden ein ständiger Gegenwind bleiben. Janus Henderson Investors erwarte ein Szenario des Durchwurstelns und keine Krise.
[1] Der JP Morgan EMBI Global Diversified Index (EMBIGD) bildet liquide fest- und variabel verzinsliche US-Dollar-Schuldtitel aus Schwellenländern ab, die von staatlichen und quasistaatlichen Stellen emittiert werden, und ist eine weithin beachtete Benchmark. Quelle für die EMBIGD-Rendite: JP Morgan. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich vergangene Trends fortsetzen oder Prognosen eintreffen werden. Die Performance der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf zukünftige Erträge zu. (20.12.2023/alc/a/a)
Der JP Morgan Emerging Market Bond Index Global Diversified (EMBIGD) habe für 2023 (seit Jahresbeginn, Stand: 31. Oktober 2023) eine Gesamtrendite von 0,39% in US-Dollar ausgewiesen, die durch den Anstieg der Treasury-Renditen beeinträchtigt worden sei. Die Credit Spreads von Staatsanleihen seien sehr robust gewesen - sie hätten sich im bisherigen Jahresverlauf verengt - was zu positiven Mehrerträgen in diesem Zeitraum geführt habe.[1]
2024 sehe Janus Henderson Investors für die Anlageklasse einige positive Aspekte, nicht zuletzt attraktive Carry-Möglichkeiten und potenziellen Rückenwind durch das Ende der geldpolitischen Straffung der US-Notenbank (FED). Allerdings sei die allgemeine Marktstimmung immer ein wichtiger Treiber für die Entwicklung von EMDHC-Investments. Vor diesem Hintergrund glaube Janus Henderson Investors, dass die anhaltende globale makroökonomische Unsicherheit das Aufwärtspotenzial schmälern könnte.
Die Bandbreite der möglichen Entwicklungen der US-Wirtschaft: Goldman Sachs rechne für 2024 mit einem Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,1% im Jahresvergleich, der Internationale Währungsfonds (IWF) mit 1,5%, während die Konsensprognose für die USA im nächsten Jahr bei 1% Wachstum liege. Die Industrieländer hätten sich zwar widerstandsfähiger gezeigt als erwartet, doch würden die Frühindikatoren nicht auf einen baldigen Aufschwung hindeuten, und die Rezessionsrisiken in den USA und Europa seien nach wie vor hoch. Andererseits hätten die wichtigsten Zentralbanken jetzt ausreichend Möglichkeiten, ihre Geldpolitik zu lockern und die Zinsen zu senken. Das Ende der Straffungszyklen der FED sei in der Regel ein positiveres Umfeld für EMDHC, vor allem wenn gleichzeitig der US-Dollar nachgebe.
Verbesserung des Wachstumsgefälles zwischen Schwellen- und Industrieländern. Die 2023 zu beobachtende Erholung des Alpha-Wachstums (d. h. der Differenz zwischen dem Wirtschaftswachstum der Schwellenländer und dem der Industrieländer) werde sich den Prognosen zufolge 2024 fortsetzen. Dadurch würden die Schwellen- und Entwicklungsländer für globale Kapitalströme attraktiver.
Die Credit-Fundamentaldaten seien stabil. Die Entwicklungsländer hätten sich trotz sozialer Probleme von den wirtschaftlichen Schocks der letzten drei Jahre erholt. Nach Erachten von Janus Henderson Investors würden die Auswirkungen positiver Politikkorrekturen mittelfristig häufig unterschätzt. Die Fundamentaldaten seien derzeit nicht so schlecht wie manche Schlagzeilen vermuten lassen würden. Natürlich nehme die Verschuldung in China immer noch zu, aber wenn man die Verschuldung nach der weit verbreiteten EMBIGD-Benchmark gewichte (Chinas Gewichtung betrage nur etwa 4,7%), würden sich die Fundamentaldaten auf der aggregierten EMBIGD-Ebene gut halten.
Attraktive Renditen und Ertragsaussichten
Die geschätzten voraussichtlichen prozentualen Erträge über einen Zeithorizont von einem Jahr auf Grundlage der verschiedenen EMBIGD-Spreads und der Renditen der 10-jährigen US-Treasuries würden zeigen, dass Anleger auf Basis der Spreads/Renditen zum 31. Oktober 2023 einen jährlichen Ertrag von 7,6% erwarten könnten, sofern der EMBIGD-Spread für Staatsanleihen und die Rendite der 10-jährigen US-Treasury während des Zeitraums konstant bleiben würden. Für einen negativen Ertrag des Index müsste es sowohl zu einer deutlichen Ausweitung der EMBIGD-Spreads als auch zu einem erheblichen Anstieg der Treasury-Renditen kommen. Wenn man wie Janus Henderson Investors davon ausgehe, dass die US-Notenbank jetzt die Endzinsen erreicht habe, könnten die Renditen von US-Treasuries 2024 für die Anlageklasse tatsächlich ein positiver Faktor sein.
High-Yield-Segment biete interessantere Möglichkeiten
Insgesamt würden die Credit Spreads für Staatsanleihen eher eine weiche Landung einpreisen - insbesondere, wenn die EMBI-Spreads um das Segment der notleidenden Anleihen (CCC und niedriger) bereinigt würden. Im Universum von Janus Henderson Investors gebe es weiterhin eine hohe Spread-Dispersion und Desynchronisation zwischen den Ländern, was Chancen für aktive Anleger schaffe. Angesichts der Zweiteilung der Spreads (Investment Grade versus High Yield) sehe man die Möglichkeit, attraktive Carrys zu erzielen, indem man das kürzere Ende der Kurve bevorzuge und den Ländern mit BB- und Single-B-Rating mehr Aufmerksamkeit schenke, da die Bewertungen dort überzeugender seien.
Technische Marktdaten
Technisch könnten die Märkte durchaus besser sein, als viele erwarten. Vielleicht liege der Fokus zu sehr auf den Rekordabflüssen der letzten zwei Jahre. Die Kehrseite der Medaille sei, dass dies eine sauberere Ausgangsbasis für die Positionierung der Anleger geschaffen habe, und höhere Gesamtrenditen bei festverzinslichen Wertpapieren dürften die Nachfrage von Anlegern, die sich auf Schwellenländer spezialisiert hätten, unterstützen. Ein stärkerer Rückgang der Renditen im nächsten Jahr könnte dazu führen, dass einige High-Yield-Länder wieder Zugang zum Markt finden würden, was eine positive Resonanz erzeuge.
Chinas Wachstum verlangsame sich, werde sich aber durchwursteln
Über die strukturelle Wachstumsverlangsamung Chinas sei schon viel geschrieben worden. Zuletzt sei das BIP-Wachstum im dritten Quartal besser als erwartet gewesen (4,9% im Jahresvergleich, wenn auch nach einem schwachen zweiten Quartal) und ein bescheidenes Konjunkturpaket sei aufgelegt worden. Nach Erachten von Janus Henderson Investors sei das Konjunkturpaket zu klein, um die "Lebensgeister" zu wecken, und stelle auch keine grundlegende Änderung dar. Es signalisiere jedoch, dass sich die Regierung stärker auf die Wirtschaft konzentriere als bisher vom Markt angenommen, und reduziere das Abwärtsrisiko für die nächsten 3-6 Monate. Der Einbruch auf dem Immobilienmarkt habe das Vertrauen beeinträchtigt und die hohe Jugendarbeitslosigkeit sowie die mangelnde Bereitschaft der privaten Haushalte, ihre Ersparnisse auszugeben, würden ein ständiger Gegenwind bleiben. Janus Henderson Investors erwarte ein Szenario des Durchwurstelns und keine Krise.
[1] Der JP Morgan EMBI Global Diversified Index (EMBIGD) bildet liquide fest- und variabel verzinsliche US-Dollar-Schuldtitel aus Schwellenländern ab, die von staatlichen und quasistaatlichen Stellen emittiert werden, und ist eine weithin beachtete Benchmark. Quelle für die EMBIGD-Rendite: JP Morgan. Es gibt keine Garantie dafür, dass sich vergangene Trends fortsetzen oder Prognosen eintreffen werden. Die Performance der Vergangenheit lässt keine Rückschlüsse auf zukünftige Erträge zu. (20.12.2023/alc/a/a)


