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Emerging Markets-Anleihen: Die große Party ist vorbei
05.04.13 16:19
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Kapitalzuflüsse in Anleihen der Schwellenländer (EM) halten an und die Renditeaufschläge gegenüber den entwickelten Industrienationen nähern sich ihren Rekordtiefs von 2006/2007, so die Experten von Raiffeisen Capital Management in ihrem aktuellen "bondreport".
Weitere Renditerückgänge seien zwar prinzipiell vorstellbar, doch die Luft werde zunehmend dünner. In etlichen EM-Staaten würden die Inflationsraten beginnen, entweder wieder leicht nach oben zu drehen oder sie würden sich ohnehin noch auf zu hohen Niveaus befinden, um weitere Renditerückgänge zu rechtfertigen. Die allermeisten EM-Anleihen seien angesichts dessen (ähnlich wie viele Unternehmensanleihen aus den entwickelten Industriestaaten) nicht mehr als unterbewertet anzusehen. Gleichwohl könnten sie auch 2013 abermals eine deutliche positive Wertentwicklung aufweisen, vor allem, wenn angesichts der Niedrigzinsen in den USA, der EU und Japan die Jagd der Investoren nach höheren Renditen anhalte.
Bei den Konjunktur-Vorlaufindikatoren seien für die Emerging Markets zumeist nur noch bescheidene Anstiege zu verzeichnen. Eine stärkere volkswirtschaftliche Belebung werde vermutlich erst in der zweiten Jahreshälfte sichtbar werden. Ungeachtet dessen dürfte China weiterhin als Wachstumslokomotive fungieren und das Wachstumsziel der Regierung von rund 8,5% auch 2013 erreichen können. Generell gelte es aber zu berücksichtigen, dass in den letzten Jahren die massive Ausweitung der Kreditvergabe ein zentraler Treiber des Wachstums in vielen Schwellenländern gewesen sei. Damit sei naturgemäß eine deutlich höhere Verschuldung von privaten Haushalten und Unternehmen einhergegangen. Ihre absolute Höhe gebe zwar noch keinen Anlass zur Besorgnis.
Eine Beibehaltung des Steigerungstempos bei der Kreditausweitung erscheine aber für die meisten Länder kaum möglich, was tendenziell Gegenwind für das Wirtschaftswachstum bedeute. Künftige Zuwächse müssten damit stärker von Produktivitätsgewinnen ausgehen - für diese seien aber oft verstärkte Investitionen, der Abbau von Bürokratie und Korruption und zum Teil auch Neuausrichtungen der Wirtschaftspolitik erforderlich. (Ausgabe April 2013) (05.04.2013/alc/a/a)
Weitere Renditerückgänge seien zwar prinzipiell vorstellbar, doch die Luft werde zunehmend dünner. In etlichen EM-Staaten würden die Inflationsraten beginnen, entweder wieder leicht nach oben zu drehen oder sie würden sich ohnehin noch auf zu hohen Niveaus befinden, um weitere Renditerückgänge zu rechtfertigen. Die allermeisten EM-Anleihen seien angesichts dessen (ähnlich wie viele Unternehmensanleihen aus den entwickelten Industriestaaten) nicht mehr als unterbewertet anzusehen. Gleichwohl könnten sie auch 2013 abermals eine deutliche positive Wertentwicklung aufweisen, vor allem, wenn angesichts der Niedrigzinsen in den USA, der EU und Japan die Jagd der Investoren nach höheren Renditen anhalte.
Bei den Konjunktur-Vorlaufindikatoren seien für die Emerging Markets zumeist nur noch bescheidene Anstiege zu verzeichnen. Eine stärkere volkswirtschaftliche Belebung werde vermutlich erst in der zweiten Jahreshälfte sichtbar werden. Ungeachtet dessen dürfte China weiterhin als Wachstumslokomotive fungieren und das Wachstumsziel der Regierung von rund 8,5% auch 2013 erreichen können. Generell gelte es aber zu berücksichtigen, dass in den letzten Jahren die massive Ausweitung der Kreditvergabe ein zentraler Treiber des Wachstums in vielen Schwellenländern gewesen sei. Damit sei naturgemäß eine deutlich höhere Verschuldung von privaten Haushalten und Unternehmen einhergegangen. Ihre absolute Höhe gebe zwar noch keinen Anlass zur Besorgnis.
Eine Beibehaltung des Steigerungstempos bei der Kreditausweitung erscheine aber für die meisten Länder kaum möglich, was tendenziell Gegenwind für das Wirtschaftswachstum bedeute. Künftige Zuwächse müssten damit stärker von Produktivitätsgewinnen ausgehen - für diese seien aber oft verstärkte Investitionen, der Abbau von Bürokratie und Korruption und zum Teil auch Neuausrichtungen der Wirtschaftspolitik erforderlich. (Ausgabe April 2013) (05.04.2013/alc/a/a)


