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Emerging Markets-Anleihen bieten noch attraktive Renditen
21.08.20 12:25
BANTLEON AG
Hannover (www.anleihencheck.de) - Emerging Markets-Anleihen haben gemessen am Bloomberg Barclays EM USD Aggregate Total Return Index ihre Verluste aus dem 1. Quartal 2020 mehr als ausgeglichen, so Alexander Posthoff, Senior Portfolio Manager bei der BANTLEON AG.
Von Jahresanfang bis Mitte August habe der Index eine Performance von 3,3% (nicht annualisiert) verzeichnet. Das sei ein beachtliches Comeback, habe der Index doch in der Spitze mehr als 13% verloren. Trotz der starken Erholung würden Emerging Markets-Anleihen weiterhin deutliches Performancepotenzial bieten. Bisher hätten vor allem die fallenden Renditen zur Erholung des Marktsegments beigetragen. Besonders profitiert hätten von dieser Entwicklung langlaufende Anleihen. Das bedeute, dass durch weiter sinkende Renditeaufschläge (Spreads) noch Potenzial für weiter steigende Kurse bestehe.
Aktuell hätten Emerging Markets-Anleihen gemessen am Index einen durchschnittlichen Renditeaufschlag von 350 Basispunkten gegenüber US-Staatsanleihen gleicher Laufzeit. Mit Blick auf den Tiefststand der vergangenen fünf Jahre aus dem 1. Quartal 2018 könnten die Renditen von Emerging Markets-Anleihen noch um etwa 140 Basispunkte sinken. Gemessen an den Risikoprämien des Jahres 2019 sei immerhin noch ein Rückgang von etwa 70 Basispunkten zu erwarten. Daraus folge eine mögliche Performance von etwa 5% im Gesamtjahr 2020 für das Marktsegment.
Das Umfeld für einen solchen Renditerückgang sei gut: Der Ölpreisverfall sei als Störfaktor vollständig verschwunden und die Coronavirus-Pandemie beziehungsweise die damit verbundenen Belastungen für die weltweite Konjunktur würden aktuell nur eine untergeordnete Rolle spielen. Hauptantriebskräfte für die Finanzmärkte seien derzeit der schwache US-Dollar, steigende Rohstoffpreise und die Suche der Anleger nach positiver Rendite. Die globalen Einkaufsmanagerindikatoren würden sich zunehmend erholen und ebenfalls für weiter sinkende Risikoprämien sprechen. Zudem seien die politischen Krisen etwas in den Hintergrund getreten. Auch wenn der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter schwele, so würden die Experten der BANTLEON AG vor den US-Wahlen nicht mit einer nennenswerten Eskalation rechnen.
Damit stelle sich die Frage nach den für Anleger interessantesten Emerging Markets-Anleihen. Investoren mit spürbarem Risikoappetit biete sich im Bereich der High-Yield-Anleihen das größte Performancepotenzial: Die Renditedifferenz zwischen dem Investment-Grade-Segment und High-Yields habe sich zwar wieder deutlich verringert, aber trotzdem seien noch im Durchschnitt attraktive 90 Basispunkte mehr an Rendite zu vereinnahmen. Das größte Aufholpotenzial hätten hierbei die traditionell bonitätsschwachen Regionen, die im 1. Halbjahr besonders gelitten hätten: Mittelamerika und Afrika. Wer etwas mehr Sicherheit schätze, könne sich im unteren Investment-Grade-Bereich umschauen: Mexiko, Indonesien und die Philippinen würden ein ausgewogeneres Risiko-Ertrags-Verhältnis bieten.
Privatanleger sollten sich vor allem Investmentfonds mit dem Schwerpunkt Emerging Markets-Anleihen anschauen oder Mischfonds mit Emerging Markets-Beimischung. Die Mindestordergrößen, ein eingeschränkter Marktzugang sowie die teilweise geringe Liquidität würden nämlich bei Einzelinvestments zunehmend die dringend notwendige Streuung der Investitionen in diesem Marktsegment erschweren. Risikostreuung bleibe aber nach wie vor unabdingbar, da nicht abzusehen sei, welche Staaten als Nächstes besonders vom Coronavirus betroffen sein würden. (Ausgabe vom 20.08.2020) (21.08.2020/alc/a/a)
Von Jahresanfang bis Mitte August habe der Index eine Performance von 3,3% (nicht annualisiert) verzeichnet. Das sei ein beachtliches Comeback, habe der Index doch in der Spitze mehr als 13% verloren. Trotz der starken Erholung würden Emerging Markets-Anleihen weiterhin deutliches Performancepotenzial bieten. Bisher hätten vor allem die fallenden Renditen zur Erholung des Marktsegments beigetragen. Besonders profitiert hätten von dieser Entwicklung langlaufende Anleihen. Das bedeute, dass durch weiter sinkende Renditeaufschläge (Spreads) noch Potenzial für weiter steigende Kurse bestehe.
Das Umfeld für einen solchen Renditerückgang sei gut: Der Ölpreisverfall sei als Störfaktor vollständig verschwunden und die Coronavirus-Pandemie beziehungsweise die damit verbundenen Belastungen für die weltweite Konjunktur würden aktuell nur eine untergeordnete Rolle spielen. Hauptantriebskräfte für die Finanzmärkte seien derzeit der schwache US-Dollar, steigende Rohstoffpreise und die Suche der Anleger nach positiver Rendite. Die globalen Einkaufsmanagerindikatoren würden sich zunehmend erholen und ebenfalls für weiter sinkende Risikoprämien sprechen. Zudem seien die politischen Krisen etwas in den Hintergrund getreten. Auch wenn der Handelskonflikt zwischen den USA und China weiter schwele, so würden die Experten der BANTLEON AG vor den US-Wahlen nicht mit einer nennenswerten Eskalation rechnen.
Damit stelle sich die Frage nach den für Anleger interessantesten Emerging Markets-Anleihen. Investoren mit spürbarem Risikoappetit biete sich im Bereich der High-Yield-Anleihen das größte Performancepotenzial: Die Renditedifferenz zwischen dem Investment-Grade-Segment und High-Yields habe sich zwar wieder deutlich verringert, aber trotzdem seien noch im Durchschnitt attraktive 90 Basispunkte mehr an Rendite zu vereinnahmen. Das größte Aufholpotenzial hätten hierbei die traditionell bonitätsschwachen Regionen, die im 1. Halbjahr besonders gelitten hätten: Mittelamerika und Afrika. Wer etwas mehr Sicherheit schätze, könne sich im unteren Investment-Grade-Bereich umschauen: Mexiko, Indonesien und die Philippinen würden ein ausgewogeneres Risiko-Ertrags-Verhältnis bieten.
Privatanleger sollten sich vor allem Investmentfonds mit dem Schwerpunkt Emerging Markets-Anleihen anschauen oder Mischfonds mit Emerging Markets-Beimischung. Die Mindestordergrößen, ein eingeschränkter Marktzugang sowie die teilweise geringe Liquidität würden nämlich bei Einzelinvestments zunehmend die dringend notwendige Streuung der Investitionen in diesem Marktsegment erschweren. Risikostreuung bleibe aber nach wie vor unabdingbar, da nicht abzusehen sei, welche Staaten als Nächstes besonders vom Coronavirus betroffen sein würden. (Ausgabe vom 20.08.2020) (21.08.2020/alc/a/a)


