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Emerging Markets-Anleihen: Sehr erfreulicher Jahresausklang


20.01.20 08:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Markt für in US-Dollar und Euro notierte Anleihen aus den Schwellenländern (EM) entwickelte sich im Dezember sehr erfreulich, so die Experten von Union Investment.

Umfangreiche Anlagegelder seien gegen Jahresende in den Schwellenländern investiert worden. Auf Gesamtmarktebene (J.P. Morgan EMBI Global Diversified-Index) hätten entsprechende Papiere im Berichtsmonat um 2 Prozent zulegen können. Die Risikoprämien (Spreads) gegenüber den als sicher geltenden US-Staatsanleihen seien im Dezember um 34 auf einen Jahrestief- und -endstand von 290 Basispunkten gefallen.

Die zum Jahresausklang hin sehr erfreuliche Entwicklung sei im Wesentlichen den Fortschritten bei den Verhandlungen im Handelskonflikt und der damit einhergehenden Risikofreude der Anleger geschuldet gewesen. Die USA und China hätten sich vor Weihnachten hinsichtlich des Phase-I-Abkommens geeinigt. Darüber hinaus habe sich die zuletzt politische unsichere Lage in einigen Schwellenländern stabilisiert. Proteste in Chile, dem Libanon, Ecuador und Argentinien hätten zuletzt für Druck auf die entsprechenden Staatsanleihen, zumeist im Ratingbereich von einfach B (High Yield-Segment), gesorgt. Vor allem die Stabilisierung in Argentinien habe in der Indexentwicklung mit einem größeren positiven Beitrag ihren Niederschlag gefunden.

Mit Blick auf die lokalen Märkte seien ebenfalls Zugewinne zu beobachten gewesen. Auf Indexebene (J.P. Morgan GBI-Div.-Index) sei die Rendite um 5 Basispunkte auf 5,26 Prozent gefallen und habe damit nur noch knapp über dem Jahrestief von Anfang November (5,23 Prozent) gelegen.

Insgesamt sei 2019 trotz zahlreicher Widrigkeiten, wie dem Handelskonflikt zwischen den USA und China, ein sehr positives Jahr für die mit Risiko behafteten Anleihesegmente gewesen. EM-Hartwährungsanleihen hätten im Jahresverlauf vor dem Hintergrund rückläufiger Renditen bei US-Treasuries und deutschen Bundesanleihen und eines hohen Anlagebedarfs der Anleger rund 15 Prozent hinzugewonnen. Die Risikoprämien hätten sich deutlich um 125 auf 290 Basispunkte eingeengt. (Ausgabe vom 16.01.2020) (20.01.2020/alc/a/a)