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Emerging Markets-Anleihen: Ölpreiseinbruch und Rubelverfall belasten
30.12.14 14:45
Raiffeisen Capital Management
Wien (www.anleihencheck.de) - Anleihen und Währungen vieler Emerging Markets (EM) haben sich im ersten Halbjahr erholen können und es waren auch wieder neue Mittelzuflüsse zu beobachten, so die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "bondreport".
Mit dem deutlichen Erstarken des US-Dollars und den verstärkten Spekulationen über den Beginn möglicher Zinsanhebungen in den USA seien EM-Währungen aber in den letzten Wochen wieder zunehmend unter Druck geraten. Die Sanktions- und Eskalationspolitik des Westens gegenüber Russland und der abrupte, drastische Ölpreisverfall hätten schließlich den Russischen Rubel massiv einbrechen und die Renditen für Rubelanleihen explodieren lassen.
In diesem Sog seien auch andere Schwellenländerwährungen in Mitleidenschaft gezogen worden, vor allem jene von Rohstoffexporteuren. Im Gegenzug gebe es natürlich auch langfristige Gewinner dieser Entwicklung, die von dauerhaft niedrigen Ölpreisen profitieren würden, beispielsweise Indien, China, die Türkei oder Thailand.
Generell bleibe es für die Emerging Markets unabhängig davon aber bei einem Bild fortgesetzter volkswirtschaftlicher Abschwächung. Falls der Ölpreisrückgang stärker nachfrageseitig bedingt sein sollte, als es die Finanzmärkte derzeit annehmen würden, könnte sich diese Abschwächung sogar noch etwas beschleunigt haben. Das Risiko bestehe, dass es in Erwartung (oder als Folge) einer US-Zinsanhebung zu weiteren Abwertungen und Kapitalabflüssen aus den EM komme.
Immerhin dürfe nicht unterschätzt werden, dass die massive Bilanzausweitung der US-Notenbank in den letzten Jahren erhebliche Mengen billiger Dollarkredite in viele Schwellenländer gespült habe, was dort für zusätzliches Wachstum gesorgt habe. Diese Wachstumsquelle falle nun bis auf weiteres weg und könnte sich sogar ins Gegenteil verkehren.
Zu schwache Währungen würden es aber den nationalen Notenbanken der Schwellenländer erschweren oder unter Umständen sogar unmöglich machen (siehe Russland), mit einer lockereren nationalen Geldpolitik die Konjunktur zu unterstützen. Die Assetklasse sei daher insgesamt zwar weiterhin relativ attraktiv, (auch aufgrund der zuletzt deutlich gestiegenen Renditen); sie sollte aber unbedingt von Land zu Land individuell gehandhabt werden. (Ausgabe Dezember 2014/Januar 2015) (30.12.2014/alc/a/a)
Mit dem deutlichen Erstarken des US-Dollars und den verstärkten Spekulationen über den Beginn möglicher Zinsanhebungen in den USA seien EM-Währungen aber in den letzten Wochen wieder zunehmend unter Druck geraten. Die Sanktions- und Eskalationspolitik des Westens gegenüber Russland und der abrupte, drastische Ölpreisverfall hätten schließlich den Russischen Rubel massiv einbrechen und die Renditen für Rubelanleihen explodieren lassen.
Generell bleibe es für die Emerging Markets unabhängig davon aber bei einem Bild fortgesetzter volkswirtschaftlicher Abschwächung. Falls der Ölpreisrückgang stärker nachfrageseitig bedingt sein sollte, als es die Finanzmärkte derzeit annehmen würden, könnte sich diese Abschwächung sogar noch etwas beschleunigt haben. Das Risiko bestehe, dass es in Erwartung (oder als Folge) einer US-Zinsanhebung zu weiteren Abwertungen und Kapitalabflüssen aus den EM komme.
Immerhin dürfe nicht unterschätzt werden, dass die massive Bilanzausweitung der US-Notenbank in den letzten Jahren erhebliche Mengen billiger Dollarkredite in viele Schwellenländer gespült habe, was dort für zusätzliches Wachstum gesorgt habe. Diese Wachstumsquelle falle nun bis auf weiteres weg und könnte sich sogar ins Gegenteil verkehren.
Zu schwache Währungen würden es aber den nationalen Notenbanken der Schwellenländer erschweren oder unter Umständen sogar unmöglich machen (siehe Russland), mit einer lockereren nationalen Geldpolitik die Konjunktur zu unterstützen. Die Assetklasse sei daher insgesamt zwar weiterhin relativ attraktiv, (auch aufgrund der zuletzt deutlich gestiegenen Renditen); sie sollte aber unbedingt von Land zu Land individuell gehandhabt werden. (Ausgabe Dezember 2014/Januar 2015) (30.12.2014/alc/a/a)


