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Emerging Markets-Anleihen: Investoren kehren zurück


15.09.14 16:54
Raiffeisen Capital Management

Wien (www.anleihencheck.de) - Der zum Jahreswechsel einsetzende neuerliche Abwärtsschub bei Anleihen und Währungen vieler Schwellenländer wurde recht bald von einer Erholung abgelöst und es waren auch wieder neue Mittelzuflüsse zu beobachten, berichten die Experten von Raiffeisen Capital Management (RCM) in ihrem aktuellen "bondreport".

Vor allem Hartwährungsanleihen hätten dabei auf der Kaufliste der Anleger gestanden. Das wiederkehrende Interesse dürfte vor allem auf drei Faktoren zurückzuführen sein: Das Drehen des zuvor sehr negativen Kursmomentums, die sinkenden (statt wie von den meisten erwartet steigenden) US-Staatsanleiherenditen und die sich stärker denn je breitmachende Erkenntnis, dass sich die Periode der Niedrigzinsen wohl auf Jahre hinaus in der Eurozone und vermutlich auch in den USA fortsetzen werde - mit anderen Worten: Die globale "Jagd nach Rendite" sei auch in diesem Marktsegment zurück.

Natürlich seien dabei einzelne Schwellenländer immer spezifisch zu betrachten. So sei die immer weiter eskalierende Ukraine-Krise alles andere als hilfreich für Anleihen osteuropäischer Staaten und Russlands gewesen. Andererseits habe der faktische Zahlungsausfall Argentiniens an den Märkten kaum mehr als ein Schulterzucken ausgelöst. Generell bleibe es für die Emerging Markets unabhängig davon bei einem Bild fortgesetzter volkswirtschaftlicher Abschwächung und einer zumeist zunehmend lockerer werdenden nationalen Geldpolitik. Das könnte weiter sinkende Renditen bedeuten, vermutlich aber auch die eine oder andere Währungsabschwächung. Die Assetklasse sei daher insgesamt weiterhin vergleichsweise attraktiv, sollte aber unbedingt von Land zu Land individuell betrachtet und gehandhabt werden. (Ausgabe September 2014) (15.09.2014/alc/a/a)