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Emerging Markets-Anleihemärkte: Handelsstreit verunsichert - 3,6 Mrd. USD im August abgezogen
11.09.19 12:00
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im August war die allgemeine Zinsentwicklung weiter abwärts gerichtet, so die Experten von Union Investment.
Die richtungsweisende Rendite zehnjähriger US-Treasuries sei von 2,0 auf 1,5 Prozent gefallen. Auf Gesamtmarktebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Staatspapiere 3,6 Prozent hinzugewonnen.
Die starke Zinsbewegung habe auch die Emerging Markets (EM)-Anleihemärkte mitgezogen. In US-Dollar und Euro notierte EM-Hartwährungspapiere seien mit einem Zugewinn von 0,8 Prozent (J.P. Morgan EMBI Global Div.-Index) jedoch deutlich hinter der Treasury-Bewegung zurückgeblieben. Angesichts der Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China und auch der sich weltweit verschlechternden makroökonomischen Lage sei eine verstärkte Unsicherheit unter den Marktteilnehmern auszumachen gewesen. Dies habe sich vor allem in erhöhten Risikoprämien widergespiegelt, die auf Indexebene zwischenzeitlich um 50 auf 374 Basispunkte angestiegen seien. Eine zum Monatsende hin moderatere Rhetorik im Handelskonflikt habe dann aber wieder zu rückläufigen Risikoaufschlägen geführt. Per Saldo habe die Spreadausweitung im Berichtsmonat bei 34 Basispunkten gelegen. Dennoch habe die durch den Handelsstreit bedingte Unsicherheit der Anleger dazu geführt, dass im August in Summe rund 3,6 Milliarden US-Dollar aus den EM-Anleihemärkten abgezogen worden seien.
Im Blickpunkt gestanden habe vor allem Argentinien. Zunächst habe dort der Vorwahlsieg des oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Fernandez überrascht. Ende August habe dann die argentinische Regierung verkündet, einen Teil ihrer Verbindlichkeiten zu restrukturieren. Hierbei würden bis 2023 fällige Anleihen verschiedene Laufzeitverlängerungen erhalten. Abschläge auf den Nominalwert oder den Zinskupon seien bislang nicht vorgesehen. Die Schuldenrestrukturierung und die nunmehr veränderte politische Lage in Argentinien, bei der ein Wahlsieg der derzeitigen Opposition im Oktober als weitgehend sicher gelte, hätten zu massiven Verlusten bei argentinischen Staatsanleihen geführt. Darüber hinaus habe der Argentinischen Peso - trotz Deviseninterventionen durch die Zentralbank - im Berichtsmonat um 26 Prozent zum Euro abgewertet und sei damit Schlusslicht in der Entwicklung unter den Währungen der Schwellenländer gewesen. (Ausgabe vom 06.09.2019) (11.09.2019/alc/a/a)
Die richtungsweisende Rendite zehnjähriger US-Treasuries sei von 2,0 auf 1,5 Prozent gefallen. Auf Gesamtmarktebene (J.P. Morgan Global Bond US-Index) hätten US-Staatspapiere 3,6 Prozent hinzugewonnen.
Die starke Zinsbewegung habe auch die Emerging Markets (EM)-Anleihemärkte mitgezogen. In US-Dollar und Euro notierte EM-Hartwährungspapiere seien mit einem Zugewinn von 0,8 Prozent (J.P. Morgan EMBI Global Div.-Index) jedoch deutlich hinter der Treasury-Bewegung zurückgeblieben. Angesichts der Verschärfung des Handelskonflikts zwischen den USA und China und auch der sich weltweit verschlechternden makroökonomischen Lage sei eine verstärkte Unsicherheit unter den Marktteilnehmern auszumachen gewesen. Dies habe sich vor allem in erhöhten Risikoprämien widergespiegelt, die auf Indexebene zwischenzeitlich um 50 auf 374 Basispunkte angestiegen seien. Eine zum Monatsende hin moderatere Rhetorik im Handelskonflikt habe dann aber wieder zu rückläufigen Risikoaufschlägen geführt. Per Saldo habe die Spreadausweitung im Berichtsmonat bei 34 Basispunkten gelegen. Dennoch habe die durch den Handelsstreit bedingte Unsicherheit der Anleger dazu geführt, dass im August in Summe rund 3,6 Milliarden US-Dollar aus den EM-Anleihemärkten abgezogen worden seien.
Im Blickpunkt gestanden habe vor allem Argentinien. Zunächst habe dort der Vorwahlsieg des oppositionellen Präsidentschaftskandidaten Fernandez überrascht. Ende August habe dann die argentinische Regierung verkündet, einen Teil ihrer Verbindlichkeiten zu restrukturieren. Hierbei würden bis 2023 fällige Anleihen verschiedene Laufzeitverlängerungen erhalten. Abschläge auf den Nominalwert oder den Zinskupon seien bislang nicht vorgesehen. Die Schuldenrestrukturierung und die nunmehr veränderte politische Lage in Argentinien, bei der ein Wahlsieg der derzeitigen Opposition im Oktober als weitgehend sicher gelte, hätten zu massiven Verlusten bei argentinischen Staatsanleihen geführt. Darüber hinaus habe der Argentinischen Peso - trotz Deviseninterventionen durch die Zentralbank - im Berichtsmonat um 26 Prozent zum Euro abgewertet und sei damit Schlusslicht in der Entwicklung unter den Währungen der Schwellenländer gewesen. (Ausgabe vom 06.09.2019) (11.09.2019/alc/a/a)


