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Emerging Debt und High Yield weiter positiv


09.07.13 15:16
Dexia Asset Management

Luxemburg (www.anleihencheck.de) - Trotz schwacher Konjunkturdaten haben Aktien die in sie gesetzten Erwartungen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2013 erfüllt, so die Experten von Dexia Asset Management.

Risikobehaftete Assets wie High-Yield-Anleihen, Wandelanleihen und Aktien hätten in diesem Zeitraum eine gute Wertentwicklung gezeigt. Seit Ende Mai habe aber eine starke Korrektur innerhalb dieser Assetklassen eingesetzt. Laut Dexia Asset Management (Dexia AM) würden dennoch fünf Argumente für ein Aufwärtspotenzial der Aktienmärkte sprechen.

Die Entwicklung der Aktienmärkte habe im ersten Halbjahr 2013 eng mit der konjunkturellen Entwicklung zusammengehangen. Die US-Konjunktur habe im Vergleich zur Eurozone deutlich an Schwung gewonnen. Parallel dazu hätten sich die Aktienmärkte in den USA und der Eurozone entwickelt, was nach Einschätzung von Dexia AM auch mittelfristig anhalten werde. Die Einkaufsmanagerindices der Eurozone, die Indikatoren für die Konjunkturentwicklung, würden selbst in den Peripherieländern eine Erholung im zweiten Halbjahr zeigen. "Die wirtschaftliche Entwicklung ist mehr als nur Statistik. Jede konjunkturelle Erholung, wie klein auch immer, kann die Aktienmärkte stabilisieren", sage Koen Maes, Head of Asset Allocation Strategy & Funds.

Nach Einschätzung von Dexia AM gebe es keinen Zusammenhang mehr zwischen der Entwicklung von Rohstoff- und Aktienmärkten. Die Ursache dafür liege in den Fundamentaldaten der Rohstoffe selbst. Auf den Rohstoffmärkten gebe es in den kommenden Jahren ein Überangebot, vor allem bei Industriemetallen wie Kupfer und Nickel. Das mache die Rohstoffe anfällig bei einem Nachfragerückgang. Darüber hinaus sei durch die Korrektur des chinesischen Wirtschaftswachstums nach unten mit einer geringeren Nachfrage nach Rohstoffen zu rechnen. Die Korrektur der Rohstoffmärkte habe jedoch nur begrenzte Auswirkungen auf die Aktienmärkte und stelle das Wachstumsszenario der Weltwirtschaft von Dexia AM nicht in Frage.

Die Neubewertung der Aktienmärkte lasse sich vorrangig auf die expansive Geldpolitik der Zentralbanken zurückführen. So sei etwa der Zusammenhang zwischen der Bilanz der FED und des S&P 500 auffallend. "Die Geldpolitik wird in den kommenden Quartalen weiter expansiv bleiben", sage Nadège Dufosse, Asset-Allocation-Strategin bei Dexia AM. "Auch für einen deutlichen Zinsanstieg ist es noch zu früh. Die Arbeitslosigkeit ist noch zu hoch und die Inflation bleibt relativ niedrig."

Dufosse gehe davon aus, dass die FED vorsichtig bleiben und in ihrer Kommunikation pragmatisch vorgehen werde. Gleichzeitig werde die japanische Zentralbank wirksam ihre Politik kommunizieren müssen, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit nach der erfolgreichen Einführung der expansiven Maßnahmen wahren wolle. Auch sei mit einer aggressiveren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank zu rechnen, falls die Marktbedingungen es notwendig machen würden. Die Aktienmärkte würden somit noch längere Zeit von der Geldschwemme der Zentralbanken profitieren.

In einem Umfeld niedriger Zinssätze seien Aktien eine beliebte Assetklasse. "Die Wirtschaftslage ist jedoch noch zu schwach, um eine weitreichende Umschichtung von Anleihen zu Aktien in Gang zu setzen", so Dufosse. "Darum rechnen wir noch nicht mit einer starken Umschichtung zwischen den verschiedenen Assetklassen." Auch innerhalb der verschiedenen Aktienssegmente sei noch keine Änderung auszumachen. Investoren würden weiterhin Stock-Picking bevorzugen und in defensiven Sektoren bleiben. Zyklische Aktien würden wegen der derzeitigen Konstellation aus niedrigem Wirtschaftswachstum und hoher Liquidität wenig attraktiv bleiben.

Der Aufschwung der Konjunktur sei häufig mit dem von Unternehmen verglichen worden. Heutzutage seien beide Faktoren nicht mehr vergleichbar. So sei der Schuldenstand von Unternehmen weltweit deutlich gesunken und die operative Marge sei in den USA noch nie so hoch gewesen. Zudem sei eine ganze Reihe an Unternehmen in dem konjunkturellen Umfeld noch sehr attraktiv bewertet. Die Aktienmärkte seien eher niedrig bewertet, doch das Aufwärtspotenzial bleibe erheblich. Die derzeitigen Kurs/Gewinn-Verhältnisse seien sowohl in den USA als auch in Europa attraktiv. Die erwarteten Dividenden der Aktienmärkte seien im Vergleich zu den Zinsen auf Unternehmensanleihen noch immer außerordentlich hoch.

Dexia AM beurteile Aktien unter strategischen Gesichtspunkten positiv. Der derzeitige Kontext komme nach wie vor risikobehafteten Assets zugute. Die Zentralbanken würden die Märkte weiterhin mit Liquidität unterstützen. Die Suche nach Ertrag und Wachstum dürfte die Aktienmärkte in den kommenden Monaten weiterhin stützen, insbesondere mit Blick auf die attraktive Bewertung und die günstige Positionierung der Anleger. Die Konjunktur der Eurozone dürfte den Tiefpunkt überschritten haben und die Märkte somit stabilisieren.

Auf regionaler Ebene bevorzuge Dexia AM die Eurozone vor den USA. Die Eurozone sei attraktiv bewertet und dürfte in der zweiten Jahreshälfte weiter von einer Stabilisierung der Konjunktur profitieren. Das Aufwärtspotenzial der Eurozone sei größer als das der USA.

Darüber hinaus bevorzuge Dexia AM Japan gegenüber den Emerging Markets. Die konjunkturelle Dynamik sei in Japan deutlich besser. Außerdem profitiere die Region von der expansiven Geldpolitik der Zentralbank, die die Wirtschaft stimulieren und die Inflation anheizen solle. Japan sei zudem attraktiv bewertet und könne von einer starken Gewinndynamik der japanischen Unternehmen profitieren.

Im Anleihesegment beurteile Dexia AM die Eurozone positiver als die USA und gebe High-Yield-Anleihen weiterhin den Vorzug vor Investment-Grade-Anleihen. Schuldtitel der Emerging Markets seien nach der jüngsten Korrektur wieder attraktiv geworden. Dem Anleihesegment würden noch immer die Liquiditätsspritze der Zentralbanken sowie die Suche der Anleger nach Ertrag und Diversifizierung zugute kommen. Mit einer niedrigeren Verschuldung und einer günstigeren demografischen Entwicklung würden die Emerging Markets den entwickelten Wirtschaften fundamental überlegen bleiben. (09.07.2013/alc/a/a)