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Einschätzung zum Teuerungsausblick bleibt sehr moderat


17.08.20 08:58
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die jüngsten Inflationszahlen lassen erkennen, dass sich die Corona-Krise in unterschiedlichen Effekten auf die Teuerung äußert, so die Experten von Union Investment.

So gebe es preisdämpfende, aber auch preistreibende Auswirkungen. In Deutschland würden derzeit die deflationären Effekte als Folge staatlicher Krisenhilfe überwiegen. Die Senkung des Mehrwertsteuersatzes von 19 auf 16 Prozent (und von 7 auf 5 Prozent) ab 1. Juli für ein halbes Jahr habe die Inflation im Juli erstmals seit April 2016 in den negativen Bereich gedrückt. Die Teuerungsrate sei im Vorjahresvergleich um 0,1 Prozent gefallen. Zum Vergleich: Im Euroraum sei sie im Juli um 0,4 Prozent gestiegen. Der Rückgang in Deutschland sei aber ein temporärer Effekt.

Ein deutlich anderes Inflationsbild zeige sich derzeit in den USA. Die US-Inflationsrate sei derzeit aber von erratischen Bewegungen geprägt. Im Monatsvergleich habe die Kernrate der Konsumentenpreise im Juli mit 0,6 Prozent so kräftig wie seit Januar 1991 nicht mehr angezogen. Der Analysten-Konsens habe ein Plus von 0,2 Prozent erwartet. Die Kernrate schließe die schwankungsanfälligen Bereiche Energie- und Lebensmittel aus. Insgesamt seien die Konsumentenpreise um 0,6 Prozent im Monats- und 1,0 Prozent im Jahresvergleich gestiegen.

Die Inflationserwartungen am Markt, die noch im März auf historische Tiefstände gefallen seien, hätten sich wieder deutlich erholt. Die Einschätzung der Experten zum Teuerungsausblick bleibe trotz der jüngsten Schwankungen der Inflationsraten sehr moderat, und zwar sowohl in Europa als auch in den USA. Die Inflationsziele der Notenbanken dürften auf Jahre hinaus nicht erreicht werden. (Ausgabe vom 14.08.2020) (17.08.2020/alc/a/a)