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EZB zwischen Licht und Schatten


04.03.19 10:45
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Ob sich die Eurozone in einem nachhaltigen konjunkturellen Abschwung befindet oder ob es sich nur um eine kurzfristige Schwäche handelt, ist weiter unklar, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die Stimmungsindikatoren des exportorientierten Verarbeitenden Gewerbes seien im Februar unter die Schwelle von 50 gefallen und würden damit auf einen Abschwung hindeuten. Ein anderes Bild würden die binnenwirtschaftlich geprägten Dienstleistungsindikatoren liefern, die weiterhin einen Aufschwung implizieren würden. Auch stagniere die Inflation, während die Arbeitslosenquote mit 7,8 Prozent weiterhin auf einem Zehnjahrestief verblieben sei. Allerdings könnten die Lohnsteigerungen zukünftig den erhofften Preisdruck bringen.

Diese Unklarheiten würden vermuten lassen, dass die EZB bei ihrer Sitzung am kommenden Donnerstag weiterhin eine abwartende Haltung einnehmen werde. Allerdings könnte sie ihre Wachstumsprognose für 2019 von 1,7 Prozent nach unten anpassen. Auch werde am Donnerstag mit weiteren Signalen gerechnet, die auf eine Verlängerung des langfristigen Refinanzierungsprogramms für Banken hindeuten würden. Dieses Programm laufe zwar erst nächstes Jahr aus, doch aufgrund regulatorischer Vorschriften müsste eine Verlängerung bereits bis zu diesem Sommer stehen. Diesbezüglich positive Neuigkeiten könnten den Euro gegenüber dem US-Dollar stärken, bedeute eine Verlängerung doch eine erleichterte Kreditvergabe und damit eine Unterstützung des Wachstums in der Eurozone. (04.03.2019/alc/a/a)