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EZB will Kreditvergabe ankurbeln, Inflationsprognose angepasst
09.06.14 09:44
Union Investment
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Notenbanksitzung am Donnerstag den Leitzins auf ein neues Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt, so die Experten von Union Investment.
Nach den besorgniserregend niedrigen Inflationszahlen für die Eurozone vom vergangenen Montag (0,5 Prozent im Jahresvergleich) sei dieser Zinsschritt für sich genommen keine Überraschung gewesen. Der Einlagefazilitätssatz, zu dem die Banken kurzfristig Geld bei der EZB anlegen könnten, sei das erste Mal in der Geschichte der gemeinsamen europäischen Geldpolitik negativ, nämlich auf -0,1 Prozent gesenkt worden.
Die EZB möchte damit die Kreditvergabe der Geldhäuser ankurbeln, die vor allem in der Europeripherie bislang nicht angesprungen sei und so das Wachstum bremse. Wichtig in diesem Zusammenhang sei auch, dass nicht nur die Einlagefazilität künftig negativ verzinst werde, sondern auch auf weiteren Einlagekonten im Eurosystem sowie die Überschussreserven. Diese würden von den Banken auf dem Mindestreservekonto gehalten, sobald sie ihre Mindestreserve erfüllt hätten. Der Zinssatz für die Spitzenrefinanzierungsfazilität, zu dem sich die Kreditinstitute kurzfristig Geld von der Notenbank leihen könnten, sei unerwartet auf 0,4 Prozent ermäßigt worden (erwartet gewesen seien 0,6 Prozent). Gültig würden die neuen Zinssätze wie üblich am ersten Mittwoch nach der Zinsentscheidung, also am 11. Juni.
Die Notenbank habe es allerdings nicht dabei belassen, die Zinsen zu senken. Zusätzlich seien weitere Maßnahmen angekündigt worden, zu denen unter anderem die Vollzuteilung bei Tendergeschäften mit den Banken bis mindestens Ende 2016 sowie die Intensivierung der Vorbereitung für ein Programm von Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities ABS) bestehe. Außerdem sei eine Reihe von langfristigen Refinanzierungsoperationen mit langer Laufzeit bis 2018 geplant, die ebenfalls die Kreditvergabe der Geldhäuser an den privaten Sektor (außerhalb der Banken) verbessern solle.
Das gesamte Maßnahmenpaket der Notenbanker solle laut EZB-Präsident Mario Draghi dazu beitragen, die Inflationsrate wieder an den Zielwert von zwei Prozent zu bringen. Die Inflationserwartungen in der Eurozone seien nach wie vor gut verankert und Draghi bekräftige erneut, dass der Rat auch vorausblickend alles tun werde, um dieses Ziel zu erreichen. Wichtig sei Draghi auch zu betonen gewesen, dass die Entscheidung für das gesamte Maßnahmenpaket einstimmig vom Rat getroffen worden sei. Dies unterstreiche die breite Zustimmung für alle Maßnahmen.
Mit Spannung seien auch die quartalsweisen Projektionen der EZB-Mitarbeiter erwartet worden: Die Annahme für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr sei um 0,2 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent gesenkt, die für 2015 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent erhöht worden. Der Ausblick für das Jahr 2016 bleibe mit 1,8 Prozent hingegen unverändert. Nachdem die Inflationszahlen seit den letzten Projektionen permanent nach unten überrascht hätten, habe die EZB auch ihre Inflationsprognosen anpassen müssen. Die Schätzung für 2014 sei von 1,0 auf 0,7 Prozent revidiert worden, die für 2015 von 1,3 auf 1,1 Prozent. (Ausgabe vom 06.06.2014) (09.06.2014/alc/a/a)
Nach den besorgniserregend niedrigen Inflationszahlen für die Eurozone vom vergangenen Montag (0,5 Prozent im Jahresvergleich) sei dieser Zinsschritt für sich genommen keine Überraschung gewesen. Der Einlagefazilitätssatz, zu dem die Banken kurzfristig Geld bei der EZB anlegen könnten, sei das erste Mal in der Geschichte der gemeinsamen europäischen Geldpolitik negativ, nämlich auf -0,1 Prozent gesenkt worden.
Die Notenbank habe es allerdings nicht dabei belassen, die Zinsen zu senken. Zusätzlich seien weitere Maßnahmen angekündigt worden, zu denen unter anderem die Vollzuteilung bei Tendergeschäften mit den Banken bis mindestens Ende 2016 sowie die Intensivierung der Vorbereitung für ein Programm von Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities ABS) bestehe. Außerdem sei eine Reihe von langfristigen Refinanzierungsoperationen mit langer Laufzeit bis 2018 geplant, die ebenfalls die Kreditvergabe der Geldhäuser an den privaten Sektor (außerhalb der Banken) verbessern solle.
Das gesamte Maßnahmenpaket der Notenbanker solle laut EZB-Präsident Mario Draghi dazu beitragen, die Inflationsrate wieder an den Zielwert von zwei Prozent zu bringen. Die Inflationserwartungen in der Eurozone seien nach wie vor gut verankert und Draghi bekräftige erneut, dass der Rat auch vorausblickend alles tun werde, um dieses Ziel zu erreichen. Wichtig sei Draghi auch zu betonen gewesen, dass die Entscheidung für das gesamte Maßnahmenpaket einstimmig vom Rat getroffen worden sei. Dies unterstreiche die breite Zustimmung für alle Maßnahmen.
Mit Spannung seien auch die quartalsweisen Projektionen der EZB-Mitarbeiter erwartet worden: Die Annahme für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in diesem Jahr sei um 0,2 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent gesenkt, die für 2015 um 0,2 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent erhöht worden. Der Ausblick für das Jahr 2016 bleibe mit 1,8 Prozent hingegen unverändert. Nachdem die Inflationszahlen seit den letzten Projektionen permanent nach unten überrascht hätten, habe die EZB auch ihre Inflationsprognosen anpassen müssen. Die Schätzung für 2014 sei von 1,0 auf 0,7 Prozent revidiert worden, die für 2015 von 1,3 auf 1,1 Prozent. (Ausgabe vom 06.06.2014) (09.06.2014/alc/a/a)
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