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EZB und FED: Zwei Sichtweisen von Wachstum
19.11.18 11:45
Deutsche Bank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Alles hatte am vergangenen Freitag danach ausgesehen, als ob zumindest der Euro gegenüber dem US-Dollar einen ruhigen Wochenschluss erleben würde, berichtet die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Zwar habe noch am Vormittag EZB-Präsident Mario Draghi vor möglichen Risiken im Außenhandel gewarnt. Auch habe er darauf hingewiesen, die Stimmung in der Eurozone könne sich derart verschlechtern, dass sich dies auf die Investmenttätigkeit bremsend niederschlagen könnte. Aber Draghi habe schließlich betont, dass die Risiken hinsichtlich des Wachstumsausblicks im Großen und Ganzen ausgeglichen seien. Bereits zuvor habe schon Bundesbankpräsident Weidmann davon gesprochen, dass die Erholung in Deutschland - trotz des im dritten Quartal erstmals seit dreieinhalb Jahren geschrumpften Bruttoinlandsprodukts - intakt sei. Zudem gehe die EZB zurzeit davon aus, dass sich der Brexit oder der drohende Haushaltsstreit Italiens mit der EU kaum negativ auf die Eurozone auswirken werde und zeige sich hoffnungsvoll, in der kommenden Sitzung im Dezember das Anleihekaufprogramm endlich auf null zurückführen zu können. Ja, fast bekomme man den Eindruck, als bestünde das größte Risiko, wie es der Präsident der Niederländischen Zentralbank ausgedrückt habe, eigentlich nur darin, dass sich zu viele dieser Risiken gleichzeitig einstellen würden.
Spätestens am Freitagnachmittag habe sich der Wind jedoch gegen den US-Dollar gedreht. Und schenke man den Kommentatoren Glauben, sei vom US-Wachstumsoptimismus, den man noch vor gut einer Woche dem Statement des Offenmarktausschusses der US-Notenbank (FOMC) habe entnehmen können, nicht mehr viel übriggeblieben. Nicht nur, weil FED-Vizepräsident Richard Clarida in einem TV-Interview geäußert habe, er sehe Anhaltspunkte dafür, dass sich das globale Wachstum abkühlen würde. Auch befänden sich die kurzfristigen Zinsen nahe am neutralen Niveau - als neutraler Zins werde derjenige betrachtet, der das Wachstum weder ankurble noch bremse.
Diese Aussagen für sich allein genommen hätten wahrscheinlich noch nicht dazu geführt, dass sich bei den Händlern zunehmend der Eindruck verfestigt habe, dass sich die Geschwindigkeit weiterer gradueller Zinserhöhungen verlangsamen oder gar zum Stillstand kommen könnte. Vielmehr seien Claridas Worte (und auch die Sichtweise seiner FOMC-Kollegen Quarles und Kashkari) im Zusammenhang mit Äußerungen von FED-Chef Jerome Powell vom vergangenen Mittwoch zu sehen, der allerdings lediglich von der Gefahr möglicher Gegenwinde für das immer noch starke US-Wachstum gesprochen habe.
Der US-Dollar habe jedenfalls nachgegeben und den Euro damit auf den höchsten Kurs der Woche gehoben, fast bis an die obere Grenze seines kurzfristigen Abwärtstrends zwischen 1,1430 und 1,1170. (19.11.2018/alc/a/a)
Zwar habe noch am Vormittag EZB-Präsident Mario Draghi vor möglichen Risiken im Außenhandel gewarnt. Auch habe er darauf hingewiesen, die Stimmung in der Eurozone könne sich derart verschlechtern, dass sich dies auf die Investmenttätigkeit bremsend niederschlagen könnte. Aber Draghi habe schließlich betont, dass die Risiken hinsichtlich des Wachstumsausblicks im Großen und Ganzen ausgeglichen seien. Bereits zuvor habe schon Bundesbankpräsident Weidmann davon gesprochen, dass die Erholung in Deutschland - trotz des im dritten Quartal erstmals seit dreieinhalb Jahren geschrumpften Bruttoinlandsprodukts - intakt sei. Zudem gehe die EZB zurzeit davon aus, dass sich der Brexit oder der drohende Haushaltsstreit Italiens mit der EU kaum negativ auf die Eurozone auswirken werde und zeige sich hoffnungsvoll, in der kommenden Sitzung im Dezember das Anleihekaufprogramm endlich auf null zurückführen zu können. Ja, fast bekomme man den Eindruck, als bestünde das größte Risiko, wie es der Präsident der Niederländischen Zentralbank ausgedrückt habe, eigentlich nur darin, dass sich zu viele dieser Risiken gleichzeitig einstellen würden.
Diese Aussagen für sich allein genommen hätten wahrscheinlich noch nicht dazu geführt, dass sich bei den Händlern zunehmend der Eindruck verfestigt habe, dass sich die Geschwindigkeit weiterer gradueller Zinserhöhungen verlangsamen oder gar zum Stillstand kommen könnte. Vielmehr seien Claridas Worte (und auch die Sichtweise seiner FOMC-Kollegen Quarles und Kashkari) im Zusammenhang mit Äußerungen von FED-Chef Jerome Powell vom vergangenen Mittwoch zu sehen, der allerdings lediglich von der Gefahr möglicher Gegenwinde für das immer noch starke US-Wachstum gesprochen habe.
Der US-Dollar habe jedenfalls nachgegeben und den Euro damit auf den höchsten Kurs der Woche gehoben, fast bis an die obere Grenze seines kurzfristigen Abwärtstrends zwischen 1,1430 und 1,1170. (19.11.2018/alc/a/a)


