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EZB überrascht mit der Verlängerung ihres Anleihekaufprogramms nicht


08.12.16 16:58
State Street

Boston (www.anleihencheck.de) - Timothy Graf, EMEA Leiter Macro Strategy bei State Street Global Markets, und Antoine Lesné, EMEA Leiter SPDR ETF Strategy bei State Street Global Advisors kommentieren die heutige Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB):

Timothy Graf: "Die heutige Entscheidung der EZB zur Verlängerung ihres Ankaufprogramms war keine Überraschung. Genauso wenig waren es die eher gemäßigten Aussagen zu den Preisstabilitätsrisiken im Euro-Raum. Das Ergebnis des italienischen Referendums am vergangenen Wochenende war eine rechtzeitige Warnung, dass die politischen Spannungen im Euro-Raum anhalten, und eine Bedrohung für die zuletzt positiven Konjunkturdaten sowie die Stabilität des Finanzsektors in Europa darstellen. Der Euro dürfte seine zuletzt erreichten Tiefstände wohl noch einmal testen."

Antoine Lesné: "Wie nach der Sitzung im September bekanntgegeben, beauftragte der EZB-Rat 'die verschiedenen Komitees mit der Bewertung von Optionen, die eine reibungslose Umsetzung des Kaufprogramms sicherstellen'. Zusammen mit den Inflationserwartungen für 2019 waren dies ausschlaggebende Elemente für die EZB, ihr Kaufprogramm ein zweites Mal zu verlängern. Auch wenn es vorhersehbar war, haben die Marktteilnehmer dennoch auf eine endgültige Annäherung hinsichtlich der Verringerung des monatlichen Kaufvolumens, dem Tapering, gerechnet. Die Möglichkeit einer allmählichen oder abrupteren Verringerung des Kaufvolumens wurde vor der Sitzung immer wieder geäußert. Angesichts des Ergebnisses des Referendums in Italien am Wochenende wäre ein aggressives Tapering unangebracht gewesen, da die politischen Unsicherheiten den Euro-Raum weiter belasten. Der Euro dürfte daher seinen Abwärtstrend weiter fortsetzen." (08.12.2016/alc/a/a)