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Die EZB tut Athen gut - und umgekehrt
26.09.19 10:00
Quant.Capital Management
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Zinsankündigungen der EZB haben zu zwei unterschiedlichen Reaktionen an den Märkten geführt: Zum einen stiegen die Renditen der Euro-Anleihen, zum anderen verringerten sich auch die Renditeunterschiede zwischen den EU-Staaten, so Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH.
Vor allem Griechenland habe profitiert: "Ein gutes Zeichen für den Euro", so Mlinaric.
Nachdem die Europäische Zentralbank am 12. September die Zinssenkung angekündigt habe, seien die Renditen deutscher Staatsanleihen zunächst über fast alle Laufzeiten sichtbar angestiegen. Entsprechend dieser Benchmark hätten die Renditen anderer Staatsanleihen zunächst mitgezogen, wie die von Frankreich oder den Niederlanden, aber auch von Spanien und Portugal. "So scheint die Entscheidung der EZB kurzfristig für Erleichterung bei den Marktteilnehmern gesorgt zu haben, bevor die Renditen angesichts der Nachfrage wieder den Weg nach unten antraten", so Mlinaric.
"Anders und besonders spannend war die Entwicklung der Anleihen Griechenlands, die damit eine starke Dosis Hoffnung für die Eurozone lieferte", habe Mlinaric gesagt. Nach der EZB-Entscheidung seien die Renditen griechischer Staatsanleihen stark gesunken: Die Rendite zehnjähriger griechischer Staatsanleihen sei von 1,64 auf 1,31 Prozent (23.09.2019) gesunken und habe damit einen neuen historischen Tiefststand markiert. Seitdem hätten an jedem Handelstag griechische Anleihen in mehreren Laufzeiten neue Rekordtiefs erreicht. Noch beeindruckender sei die Entwicklung des Spreads, der etwa bei zehnjährigen Laufzeiten von 2,21 auf bis zu 1,85 Prozentpunkte zurückgegangen sei, ein Minus von 36 Punkten in nur zehn Tagen.
"Die griechischen Anleihen stellen noch eine seltene Quelle positiver Renditen in der Eurozone dar", so Mlinaric. Nach der Ankündigung der EZB, erneut Anleihen "for as long as necessary" aufzukaufen, dürften viele Investoren die noch verbliebenen Bedenken bezüglich der Bonität Griechenlands anders bewertet haben. Die neue griechische Regierung habe angekündigt, weitere Tranchen der IWF-Kredite vorzeitig zurückzuzahlen und sich dafür zinsgünstig Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Die ebenso angekündigten Finanzreformen würden sogar "den Rahmen der EU-Anforderungen sprengen".
Ähnlich sehe es bei italienischen Staatsanleihen aus. Diese würden zwar nicht ganz so hoch rentieren wie die griechischen Papiere, hätten aber auch von der Ankündigung der EZB profitieren können. "Es zeigt sich: Die Chancen auf eine nachhaltige Rettung Griechenlands steigen, ebenso die Hoffnung auf eine Stabilisierung in Italien - und damit auch die Aussichten für den Bestand des Euro", so Mlinaric.
Damit wirke die EZB-Politik stabilisierend für die ehemaligen Krisenstaaten - und das wiederum stabilisiere den Euro und helfe der EZB. "Derzeit sehen wir eine Win-win-Situation durch die Zinssenkungen", so Mlinaric. "Während also das Risiko für den Bestand des Euro reduziert wurde, bestehen andere Risiken weiterhin und dürfen nicht ausgeblendet werden." (Ausgabe vom 25.09.2019) (26.09.2019/alc/a/a)
Vor allem Griechenland habe profitiert: "Ein gutes Zeichen für den Euro", so Mlinaric.
Nachdem die Europäische Zentralbank am 12. September die Zinssenkung angekündigt habe, seien die Renditen deutscher Staatsanleihen zunächst über fast alle Laufzeiten sichtbar angestiegen. Entsprechend dieser Benchmark hätten die Renditen anderer Staatsanleihen zunächst mitgezogen, wie die von Frankreich oder den Niederlanden, aber auch von Spanien und Portugal. "So scheint die Entscheidung der EZB kurzfristig für Erleichterung bei den Marktteilnehmern gesorgt zu haben, bevor die Renditen angesichts der Nachfrage wieder den Weg nach unten antraten", so Mlinaric.
"Die griechischen Anleihen stellen noch eine seltene Quelle positiver Renditen in der Eurozone dar", so Mlinaric. Nach der Ankündigung der EZB, erneut Anleihen "for as long as necessary" aufzukaufen, dürften viele Investoren die noch verbliebenen Bedenken bezüglich der Bonität Griechenlands anders bewertet haben. Die neue griechische Regierung habe angekündigt, weitere Tranchen der IWF-Kredite vorzeitig zurückzuzahlen und sich dafür zinsgünstig Geld am Kapitalmarkt zu leihen. Die ebenso angekündigten Finanzreformen würden sogar "den Rahmen der EU-Anforderungen sprengen".
Ähnlich sehe es bei italienischen Staatsanleihen aus. Diese würden zwar nicht ganz so hoch rentieren wie die griechischen Papiere, hätten aber auch von der Ankündigung der EZB profitieren können. "Es zeigt sich: Die Chancen auf eine nachhaltige Rettung Griechenlands steigen, ebenso die Hoffnung auf eine Stabilisierung in Italien - und damit auch die Aussichten für den Bestand des Euro", so Mlinaric.
Damit wirke die EZB-Politik stabilisierend für die ehemaligen Krisenstaaten - und das wiederum stabilisiere den Euro und helfe der EZB. "Derzeit sehen wir eine Win-win-Situation durch die Zinssenkungen", so Mlinaric. "Während also das Risiko für den Bestand des Euro reduziert wurde, bestehen andere Risiken weiterhin und dürfen nicht ausgeblendet werden." (Ausgabe vom 25.09.2019) (26.09.2019/alc/a/a)


