EZB trotzt dem Inflationsanstieg


19.01.17 09:00
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Nachdem die Inflation vor dem Hintergrund gestiegener Ölpreise im Dezember um einen halben Prozentpunkt auf 1,1% in der Jahresrate und damit auf ein Dreijahreshoch angestiegen ist, dürfte auf der aktuellen EZB-Sitzung genauestens abgeklopft werden, ob und wie die Währungshüter auf die jüngste Preisentwicklung reagieren, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Insgesamt dürften sich die Stimmen mehren, die die aktuelle Geldpolitik als zu expansiv einschätzen und ein zeitnahes "Tapering" der Assetkäufe fordern würden. Eine Mehrheit hinter Präsident Mario Draghi werde sich aber weiter an dem niedrigen zugrundeliegenden Preisdruck stören. So zeige sich das Lohnwachstum in der Eurozone nach wie vor verhalten.

Zudem werde sich die EZB davor hüten, zu früh auf den Restriktionskurs einzuschwenken und so die Erholung abzuwürgen. In Anbetracht der erst im Dezember 2016 von Mario Draghi vorgestellten Verlängerung des Anleihekaufprogramms per April um weitere neun Monate - bei reduziertem Ankaufvolumen von 60 Mrd. EUR pro Monat - bedürfe es einer deutlichen Veränderungen der konjunkturellen Rahmenbedingungen, um die EZB zu einer Neueinschätzung der Situation zu bewegen. (19.01.2017/alc/a/a)